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Ein Platz zum Chillen in der Natur

Jugendliche erhalten einen Treff auf dem Lagerplatz des Bauhofs beim Sportplatz Hohnweiler – Gemeinderat stimmt zu

Der Wunsch von vielen Auenwalder Jugendlichen, sich auf einem Chillplatz in der Natur ganz legal treffen zu können, wird jetzt erfüllt. Den Standort legten am Montag Jugendliche und Gemeinderat gemeinsam fest. Der Chillplatz wird jetzt auf dem Lagerplatz des Bauhofs beim Sportplatz Hohnweiler erstellt.

Ein Platz zum Chillen in der Natur

Von Florian Muhl

AUENWALD. Große Freude bei den Auenwalder Jugendlichen, von denen rund ein Dutzend am Montagabend als Zuschauer die Gemeinderatssitzung in der Ratsscheuer in Unterbrüden mitverfolgten. Zumindest den Tagesordnungspunkt, der sie brennend interessierte – Anlage und Betrieb eines „Chillplatzes“ für die Auenwalder Jugendlichen. Letztlich stimmten alle Räte für den Standort, den sich alle Teenager und jungen Erwachsenen am meisten wünschten, den in Hohnweiler. Nur Karl Meister konnte sich nicht für eine Jastimme entscheiden. Der Sprecher der Freien Wählervereinigung (FWA) wollte sich zunächst vor Ort selbst einen Eindruck von den drei möglichen Standorten verschaffen. Einige Räte reagierten auf dieses Ansinnen mit Unverständnis. Und auch Bürgermeister Karl Ostfalk war zunächst irritiert: „Aber Herr Meister, Sie haben jetzt eine Woche lang die Sitzungsunterlagen. Wenn Sie Interesse gehabt hätten, dann hätten Sie sich doch die drei Standorte schon mal anschauen können.“ Meister blieb bei seinem Wunsch: „Ich bin dafür, wenn ich mir’s vorher anschauen kann.“

Unter anderem beim Jugendhearing im Bildungszentrum im vergangenen Jahr, an dem rund 700 Jugendliche aus dem Weissacher Tal teilgenommen hatten, aber auch im Auenwalder Jugendtreff, war als einer der wichtigsten und dringendsten Punkte von den Auenwalder Jugendlichen gewünscht worden, sich einen Chillplatz in der Natur anlegen zu dürfen, erläuterte Ostfalk zu Beginn des Tagesordnungspunkts. „Klar ist, es soll einen selbstverwalteten Treff geben. Wir als Gemeinde sind Eigentümer und stellen die Rahmenbedingungen“, sagte der Bürgermeister.

Bereits mehrmals hat sich daraufhin eine Gruppe von Jugendlichen aus der Gemeinde getroffen, „die sich sehr intensiv mit dem Chillplatz auseinandergesetzt hat“, wie Susanne Pinkle dem Gremium erläuterte. Zusammen mit Lukas Euchner ist die Referentin für die kommunale Jugendarbeit zuständig. „Die Gruppe hat eigentlich keine großen Wünsche“, sagte Pinkle, „die Jugendlichen wollen einfach nur einen Rückzugsort, wo sie sich treffen können, wo sie auch mal Musik hören können und dabei keine angrenzenden Nachbarn stören.“

Aus pädagogischer Sicht würden die Jugendarbeitsreferenten die Jugendlichen auch auf ihrem Chillplatz weiterhin besuchen und auch anleiten. „Die Gruppe wird fest für diesen Standort zuständig sein. Wir werden dann auch Rahmenbedingungen für den Fall schaffen, dass diese Gruppe sich zu helfen weiß, wenn von außerhalb Jugendliche kommen, die nur stänkern wollen, wie das in jüngster Vergangenheit öfter mal der Fall war“, so die Referentin. „Wir stehen auch in Kontakt mit der Polizei, die uns dabei hilft, wie wir das handhaben können.“

Die Jugendlichen sind sehr engagiert, versicherte Pinkle. „Sie haben sich sehr viele Gedanken gemacht, wie sie den Platz so gestalten, dass er für alle passt, dass er sauber bleibt und dass niemand drumherum gestört wird.“ Im Rahmen eines Kunstprojekts in der zehnten Klasse des Gymnasiums im Bize hatten Jugendliche bereits ein Modell ihres Chillplatzes angefertigt, so wie sie sich diesen vorstellen könnten. Gemeinderäte wie Bürgermeister zeigten sich sehr angetan von dem Modell und freuten sich über das kreative Potenzial bei den Jugendlichen. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass das Modell eine erste Sammlung von Ideen sei und nicht unbedingt nun eins zu eins in die Tat umgesetzt werden müsse.

Wie Ostfalk erläuterte, habe sich die Gemeinde zu Beginn die Grundstücke angeschaut, die für ein solches Projekt infrage kommen könnten. Dann sei auch Jochen Roos hinzugezogen worden. Der freie Landschaftsarchitekt aus Backnang habe sich das Modell der Jugendlichen angeschaut und sich Gedanken gemacht, auf welchem Grundstück sich so ein Treff realisieren lassen würde. Wie Roos sagte, habe er sich fünf, sechs Standorte angeschaut und folgende Aspekte – zusammen mit den Jugendlichen – dabei berücksichtigt: es sollte niemand gestört werden und die Jugendlichen sollten sich dort wohlfühlen.

Übrig geblieben sind folgende drei Standorte:

Hohnweiler beim Sportplatz (Lagerplatz des Bauhofs)

Lippoldsweiler beim Edeka (neben dem Parkplatz)

Mittelbrüden östlich des Gewerbegebiets bei den Regenüberlaufbecken.

Der Standort in Hohnweiler hatte gleich von Beginn an erste Priorität bei den Jugendlichen, auch wenn die verkehrliche Anbindung nicht optimal sei. Dort werde niemand gestört und die Nähe zur Vereinsgaststätte TSV Lippoldsweiler käme auch als Verpflegungsstation infrage. Und wie Ostfalk auf Nachfrage erklärte, sei der Bauhofplatz groß genug. Die Jugendlichen bräuchten für ihren Chillplatz ja nur acht mal acht oder zehn mal zehn Meter.

Schließlich erklärte sich Gemeinderat Jürgen Kengeter (FWA) „gerne bereit“, den Jugendarbeitsreferenten beim Aufbau des Chillplatzes tatkräftig zu helfen, damit die Standfestigkeit der Aufbauten auch gewährleistet sei. Der Standort in Hohnweiler sei aus seiner Sicht für dieses Vorhaben optimal geeignet.

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Erstellt:
24. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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