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„Ein Pool von motivierten Mitarbeitern“

Sozialarbeiter Heiner Breuninger ist seit einem Jahr Geschäftsführer im Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege.

Heiner Breuninger will mit seinem Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege ein verlässlicher Partner fürs Jugendamt sein. Foto: Paulinenpflege

Heiner Breuninger will mit seinem Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege ein verlässlicher Partner fürs Jugendamt sein. Foto: Paulinenpflege

WINNENDEN (pm). „Erst mal ankommen“ war beim neuen Geschäftsführer des Jugendhilfeverbunds der Paulinenpflege, Heiner Breuninger, in den letzten zwölf Monaten nicht angesagt. Das erste Jahr in dieser führenden Funktion war für den 54-Jährigen mit vielen Herausforderungen verbunden: „Da war ich froh, dass mir mein Vorgänger eine sehr gute Basis zur Weiterentwicklung unserer Angebote hinterlassen hat.“ Dazu gehören nicht nur Strategien und Konzepte, sondern vor allem Menschen: „Es ist echt toll, einen Pool von sehr motivierten Mitarbeitern zu haben. Gerade in den letzten Monaten war spürbar, wie sehr wir uns auf sie verlassen können“, freut sich der Sozialarbeiter.

Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2019 hat sich in seinem Bereich, in dem rund 400 pädagogische Fachkräfte arbeiten, vieles getan. Einer der Umbrüche war, dass die Angebote für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach und nach weggefallen sind, weil die Klienten alle volljährig geworden sind. „Aufgrund neuer Angebote und der stark gestiegenen Nachfrage in der Familienhilfe sind die Kollegen bereits in anderen oder neuen Jugendhilfeangeboten tätig.“

Mitte September hat der Jugendhilfeverbund eine Mutter-Kind-Wohngruppe eröffnet. Dort können sechs Frauen und bis zu sieben Kleinkinder aufgenommen werden. In dieser ganz besonderen Wohnform geht es um die Unterstützung bei der Pflege und Erziehung des Kindes und längerfristig auch darum, eine Perspektive für die jungen Mütter zu entwickeln, wie Schulbesuch oder Ausbildung.

Auch die Wohngruppen für Jugendliche mit psychischen Belastungen und Beeinträchtigungen wurden immer mehr ausgebaut. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, weitere bedarfsorientierte Angebote zu schaffen und zu optimieren, die auch sogenannten Systemsprengern mit einem besonders intensiven Betreuungsbedarf gerecht werden. Es gibt immer mehr Kinder und Jugendliche, die von Einrichtung zu Einrichtung weitergereicht werden. Wir versuchen, diesen jungen Menschen eine längerfristige Heimat zu bieten“, erläutert Breuninger. Neu sind auch zwei Inobhutnahmeplätze für Kinder zwischen sechs und elf Jahren.

„Wir wollen ein verlässlicher Partner für das Jugendamt sein und reagieren daher als Dienstleister kundenorientiert. Wenn uns das Jugendamt einen Bedarf signalisiert, versuchen wir ein passgenaues Angebot zu schaffen“, so Breuninger zur Philosophie des Jugendhilfeverbunds. Diese Verlässlichkeit war auch in der Coronakrise wichtig. „Wir haben Wege gesucht und gefunden, wie wir auch unter den neuen Bedingungen und Einhaltung der Coronaverordnung unsere Arbeit weitermachen können“, sagt der Geschäftsführer. So wurden die Sozialraumangebote in kleinere Gruppen aufgeteilt und eine Ersatzmannschaft für den Quarantänefall von stationären Wohngruppen bereitgestellt. Auch die Mitarbeiter der flexiblen ambulanten Hilfen, die vor allem vor Ort in Familien tätig sind, haben ihre Arbeit unter den neuen Vorgaben mutig und entschlossen weitergeführt. „Wir haben uns vom Virus und den neuen Bedingungen nicht abschrecken lassen, vor allem dort nicht, wo die Not in Familien am Größten war“, beschreibt Breuninger die Situation im Frühjahr dieses Jahres.

Froh war er über die Unterstützung aus der gesamten Paulinenpflege: „Wir haben einen sehr kompetenten Krisenstab, der auch bei Coronaverdachtsfällen immer die richtige Einschätzung und Empfehlung geliefert hat. Das ist ein weiterer Grund, warum wir so gut durch diese Pandemiezeit gekommen sind.“

Bevor es für ihn jetzt in das zweite Jahr als Jugendhilfeverbund-Geschäftsführer geht, macht er zwei Wochen Urlaub auf einer Nordseeinsel. Auf dem Weg dahin hat er einen Spruch von Christian Morgenstern gemailt, der seiner Meinung nach die Haltung seines Geschäftsbereichs am besten zum Ausdruck bringt: „Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.“

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Erstellt:
15. September 2020, 11:30 Uhr

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