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Ein wichtiger Schulterschluss gegen den Herztod

Großerlach hat nun zwei öffentlich zugängige Defibrillatoren – Firma DIS Daten-IT-Service GmbH unterstützt die Aktion

Einweihung bei der Firma DIS (von links): Michael Budig, Werner Stark, Christoph Jäger. Foto: privat

Einweihung bei der Firma DIS (von links): Michael Budig, Werner Stark, Christoph Jäger. Foto: privat

GROSSERLACH (pm). Auf Anregung von Bürgermeister Christoph Jäger hat die Gemeinde Großerlach dem Herztod den Kampf angesagt. Die Auftaktveranstaltung zu dieser Aktion im Juli dieses Jahres war ein voller Erfolg. Zahlreiche Besucher verfolgten in der Schwalbenflughalle in Grab aufmerksam den anschaulichen Vortrag des Kardiologen Henrik Schmidt. So treten jährlich in Deutschland rund 220000 Herzinfarkte auf. Im Rems-Murr-Kreis sind es mehr als 1100. Je schneller die Betroffenen behandelt werden, desto größer sind die Überlebenschancen, wobei sogenannte Defibrillatoren eine lebensrettende Rolle spielen können. Zuvor konnte schon ein erster mobiler Defibrillator an die Freiwillige Feuerwehr Großerlach übergeben werden, welcher seither bei Einsätzen, aber auch zur Brandwache bei größeren Veranstaltungen in der Gemeinde mitgeführt wird. Zur Beschaffung öffentlich zugänglicher Defibrillatoren rief Bürgermeister Jäger eine Spendenaktion ins Leben – dies auch im Rahmen seines 50. Geburtstags unter dem Motto „Spenden statt schenken“. Die Resonanz auf diesen Aufruf war überwältigend, was beweist, dass das Thema die Menschen bewegt.

Auch Werner Stark, Inhaber und Begründer der Firma DIS Daten-IT-Service GmbH, nahm sogleich den Faden auf und unterstützte nicht nur die Aktion, sondern beschaffte für sein Unternehmen kurzerhand zwei Defibrillatoren: „Die Aktion unseres Bürgermeisters hat mich sofort angesprochen. Das Thema geht uns alle an, kann jeden treffen. Mir war klar: Da sind wir dabei.“

Dabei beließ er es nicht bei der Anschaffung der Geräte, sondern organisierte eine Schulung seiner betrieblichen Ersthelfer durch den DRK-Kreisverband Rems-Murr-Kreis. Auch in Zukunft möchte er diese Schulungen regelmäßig durchführen. Michael Budig vom DRK-Ortsverein Sulzbach an der Murr bestätigte, dass die Geräte zwar durch die Anwendung führen, es im Ernstfall aber definitiv von großem Vorteil sei, wenn Ersthelfer mit der Bedienung und Anwendung eines AED bereits vertraut sind.

Die Standorte der Defibrillatoren bei der Firma DIS im Großerlacher Gewerbegebiet sind zwischenzeitlich im sogenannten Defi-Netz hinterlegt. Dies ist eine Internetplattform, auf welcher AED-Standorte eingetragen sind, die von ehrenamtlichen Kräften des DRK verifiziert und regelmäßig überprüft werden. Im Ernstfall wird von der Leitstelle der nächstgelegene Defi-Standort an mögliche Ersthelfer weitergegeben. „Diese Plattform ist Gold wert. Es wäre ja bitter, wenn im Notfall ein nahe gelegener Defi Leben retten könnte – und keiner weiß davon“, so Bürgermeister Jäger. Er dankte Werner Stark für seine lobenswerte Eigeninitiative. Damit sei bereits vor Anschaffung der öffentlichen Defibrillatoren die Gemeinde Großerlach kein weißer Fleck mehr auf der Karte des Defi-Netzes. Aber auch mit diesen öffentlichen Defibrillatoren soll es nun zügig weitergehen. Nachdem für die zunächst vorgesehenen drei AEDs die erforderlichen Spenden eingegangen sind, läuft aktuell die Bestellung der Geräte für die künftigen Standorte Großerlach, Grab und Neufürstenhütte.

Die Gemeinde Großerlach und die Firma DIS Daten-IT-Service GmbH kooperieren bei ihrem Kampf gegen den Herztod eng mit dem Sulzbacher Ortsverband des Roten Kreuzes und dem Kardioverein „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt e.V.“ im Rems-Murr-Kreis. Für die künftige Unterhaltung des Netzes, aber auch weitere Standorte und die Ausstattung der Ersthelfer des DRK, werden auch weiterhin gerne Spenden entgegengenommen.

Der Verein „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt e.V.“ setzt sich für eine Verbesserung der Versorgung der Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein. Insbesondere fördert er die Aufklärung der Bevölkerung über den akuten Herzinfarkt und die Wiederbelebung beim Herzkreislaufstillstand mittels Fortbildungs- und Aufklärungsveranstaltungen. Weitere Informationen unter www.kardioverein.de.

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Erstellt:
1. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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