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Ein Wunschkonzert ist nicht drin

Althütte muss Kredite in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro aufnehmen – Erster Haushalt nach neuem Haushaltsrecht eingebracht

Einen ordentlichen Sprung nach oben machen die Investitionen und vor allem die Schulden in Althütte im Jahr 2020. Das liegt auch daran, dass nach dem neuen Haushaltsrecht bestimmte Beträge anders verbucht werden müssen. Die größten Ausgaben sind für die Abwasserbeseitigung und den Straßenbau geplant, gefolgt von einem Feuerwehrfahrzeug und einem Kindergartenanbau.

Das sind die Eckdaten des Haushaltsplanentwurfs für das kommende Jahr im Vergleich zu den Daten der beiden Vorjahre.

Das sind die Eckdaten des Haushaltsplanentwurfs für das kommende Jahr im Vergleich zu den Daten der beiden Vorjahre.

Von Annette Hohnerlein



ALTHÜTTE. „Bei einer Kreditaufnahme von 2,5 Millionen Euro sind die Wünsche begrenzt. Wir müssen uns auf unsere Pflichtaufgaben besinnen und beschränken“, stellte Bürgermeister Reinhold Sczuka bei der Einbringung des Haushalts 2020 diese Woche im Gemeinderat fest. Kämmerer Rainer Hillmann und sein Team hatten die Herausforderung zu bewältigen, den Haushalt erstmals gemäß dem neuen doppischen Haushaltsrecht zu planen.

Zu den Pflichten der Gemeinde im kommenden Jahr zählen zum Beispiel Straßenbaumaßnahmen, darunter die Verlegung der Schulstraße und die Erschließung der Baugebiete „Schillerstraße“ und „Buchenwäldle“, die mit insgesamt 740000 Euro veranschlagt sind. Nach wie vor große Summen, nämlich insgesamt 861000 Euro, fließen in die Abwasserbeseitigung; die Investitionskostenzuschüsse für die Kläranlagen Rudersberg und Weissacher Tal (220000 und 150000 Euro) sowie die Erschließung der beiden Baugebiete zählen hier zu den größten Posten.

Ebenfalls eine Pflichtaufgabe ist die Bereitstellung von genügend Kindergartenplätzen. Im kommenden Jahr wird noch ein Restbetrag von 250000 Euro für den Anbau an den evangelischen Kindergarten fällig. Auch beim Bauhof stehen Investitionen an, und zwar für ein neues Fahrzeug, für den Bau einer Kalthalle sowie eine Einfriedung (zusammen 150000 Euro). Für die Feuerwehr wird ein Fahrzeug angeschafft (290000 Euro). Dazu kommen Sanierungsarbeiten am Rathausvorplatz, den beiden Grundschulen sowie an den beiden Sporthallen (260000 Euro). Der Erwerb von Grundstücken wird mit 150000, der Breitbandausbau mit 100000 Euro zu Buche schlagen.

Alles in allem belaufen sich die Investitionen auf eine Summe von rund 3,5 Millionen Euro, denen Einzahlungen aus Investitionstätigkeit von rund 880000 Euro gegenüberstehen. Auch aus der laufenden Verwaltungstätigkeit wird sich ein Minus von knapp 300000 Euro ergeben, sodass im Finanzhaushalt ein Fehlbetrag von rund 3 Millionen Euro stehen wird. Davon werden 2,5 Millionen über Kredite abgedeckt, es bleibt ein Defizit von gut 530000 Euro. Der Ergebnishaushalt hat ein Volumen von rund 10,8 Millionen Euro und schließt mit einem Minus von gut einer Million Euro ab.

Trotzdem will die Gemeinde 2020 nicht an der Steuerschraube drehen, so der Bürgermeister. Mit der Kreditaufnahme von 2,5 Millionen steigt die Pro-Kopf-Verschuldung von 21 Euro zum Ende dieses Jahres auf 590 Euro zum Ende 2020. Sczuka betonte jedoch, dass Althütte damit bei den baden-württembergischen Gemeinden vergleichbarer Größe immer noch unter dem Landesdurchschnitt (624 Euro pro Einwohner) liege. In Althütte sind dies 763300 Euro, ein Betrag, den die Gemeinde nicht aus der laufenden Verwaltungstätigkeit generieren kann. Hillmann spricht von einem ernüchternden Bild. Da eines der Kernziele des neuen Haushaltsrechts verfehlt wird, werde der Haushalt auf Dauer in dieser Form nicht genehmigungsfähig sein, so seine Befürchtung.

Die Gemeinderäte werden in ihrer nächsten Sitzung im Januar über den Haushaltsentwurf abstimmen.

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Erstellt:
12. Dezember 2019, 06:00 Uhr

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