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Ein Zaun, der Dänemark und Deutschland trennt

Landwirte im Königreich fürchten mit Schweinepest infizierte Wildschweine – Bollwerk soll kranke Tiere vom Grenzübergang abhalten

padborg /DPA/AP - Diese Nachricht könnte Donald Trump interessieren. Dänemark hat mit dem Bau eines Zauns an der Grenze zu Deutschland begonnen. Arbeiter rammten am Montag bei Padborg, knapp 15 Kilometer westlich von Flensburg, etwa 200 Meter von der deutschen Seite entfernt, erste Pfosten in den Boden. An ihnen befestigten sie stabile, 1,50 Meter hohe Zaunelemente. Doch mit dem Bollwerk wollen die Dänen nicht – wie US-Präsident Trump – die Einreise von Flüchtlingen verhindern. Das Königreich versucht, den Übertritt von Wildschweinen aus Deutschland zu unterbinden.

Der Stahlzaun soll 70 Kilometer lang werden und reicht einen halben Meter weit in den Boden, damit sich die Tiere nicht darunter durchwühlen können. Noch im Laufe des Jahres soll der Zaun fertiggestellt sein und dann entlang der kompletten Landgrenze verlaufen, unterbrochen von 20 permanenten Durchlässen.

Die dänische Regierung will mit dem Bauvorhaben die für das Land sehr wichtige Schweinezucht schützen. Die Angst vor dem Erreger der Afrikanischen Schweinepest geht um. Wenn der sich auf dänische Bestände überträgt, müssten alle Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gestoppt werden. Laut Umweltministerium in Kopenhagen exportierten dänische Bauern 2016 Schweine für umgerechnet rund vier Milliarden Euro, davon 1,5 Milliarden Euro außerhalb der EU. „Das spielt eine wichtige Rolle für unsere Wohlfahrtsgesellschaft und für Arbeitsplätze in Dänemark“, sagt Umweltminister Jakob Ellemann-Jensen.

Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. Und bisher ist die Tierseuche, gegen die es keinen Impfstoff gibt, nicht in Deutschland angekommen. Das Risiko eines Eintrags nach Deutschland ist aber nach wie vor hoch. Den Zaun hält die landwirtschaftspolitische Sprecherin der Dänischen Volkspartei, Lise Bech, dennoch für richtig. Sie verweist darauf, dass in der dänischen Region in Grenznähe besonders viele Schweine gezüchtet würden. „Wenn die Krankheit nach Deutschland gelangt, ist es für uns mit dem Zaun einfacher, sie zu kontrollieren.“

Dieses Argument wird nicht von allen Seiten geteilt. So nennt zwar auch Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) die Seuche „eine ernst zu nehmende Bedrohung für die Tiere und den Schweinemarkt“. Er schiebt aber hinterher: „An der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit eines Zaunes zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein haben wir allerdings erhebliche Zweifel.“ Das Virus breite sich vor allem über Menschen aus – durch Tiertransporte, Jagdreisen oder infizierte Lebensmittel. Wichtig seien daher strenge Hygienemaßnahmen.

Auch in der deutschen Grenzgemeinde Harrislee ist die Unzufriedenheit mit dem Zaun groß. Die Gemeinde hat sich im Sommer in einer Erklärung bereits sehr deutlich gegen den Bau ausgesprochen. „Wir halten das für nicht verhältnismäßig“, sagt Bürgermeister Martin Ellermann.

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Erstellt:
29. Januar 2019, 11:22 Uhr

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