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Eine Partynacht für Hopper und Sesshafte

Bei der vierten Livenacht in Backnang feiern rund 2000 Nachtschwärmer in elf Locations bis zum frühen Morgen

Mit einem neonorangenen Armband am Handgelenk haben sich am Samstag für rund 2000 Nachtschwärmer die Türen zu einem facettenreichen und oft schweißtreibenden Streifzug durch elf Lokale in der Stadt geöffnet. Die vierte Auflage der Livenacht hat gezeigt: Die Kneipentour mit Livemusik ist auf dem Weg, zum festen Bestandteil im Backnanger Event-Kalender zu werden.

Feiern mit Freunden: „Where’s The Grace“ stimmen im Wohnzimmer auf „Lay Down Layla“ ein. Hier beginnt der Abend mit melancholischen Melodien – und geht anderswo anders weiter.

© Pressefotografie Alexander Beche

Feiern mit Freunden: „Where’s The Grace“ stimmen im Wohnzimmer auf „Lay Down Layla“ ein. Hier beginnt der Abend mit melancholischen Melodien – und geht anderswo anders weiter.

Von Nicola Scharpf

BACKNANG. Sanft, fast melancholisch beginnt der Samstagabend im Wohnzimmer, wo „Where’s The Grace“ das Publikum mit anmutigen Melodien und Texten empfängt. Das Trio ist Support für die Backnanger Band „Lay Down Layla“, die im Wohnzimmer an diesem Abend quasi ein Heimspiel hat: Immer wieder gern gesehen und gehört. Musiker und Gäste kennen und mögen sich. Eine fast heimelige Stimmung. Wer vom gemütlichen Sofa wieder hoch- und rauskommt, den erwartet auch in zehn weiteren Locations eine abwechslungsreiche Partynacht. Das musikalische Angebot reicht von Rock über Reggae bis zu Schlager und aktuellen Partykrachern. Regional bekannte Coverbands wie Firma Holunder (Kunberger), Juuns (Life Allround), JB Band (Merlin), The Pulz (Irish Pub An Sibin) oder Güray and Friends (Segafredo) sind zu hören.

Das Konzept der Livenacht sieht vor, dass die Musiker und Bands nach rund einer Dreiviertelstunde eine Pause machen, damit die Feierfreudigen zum nächsten Live-Club weiterziehen können – Kneipen-Hopping eben. Und so strömen die Menschen mitunter durch die Straßen der Innenstadt. Unterwegs gibt man Freunden und Bekannten Tipps, welche Band besonders hörenswert oder welche Bar so überfüllt ist, dass es kein Durchkommen gibt. Wer drinnen keinen Platz findet, feiert eben im Freien – wie zum Beispiel vier Backnanger Freundinnen, die am Fenster von Tante Emma ein besonders Plätzchen haben, den Auftritt von Livenacht-Urgestein und „Voice of Germany“-Star John Noville mitzuverfolgen. „Wir haben extra ein Plakat, das von innen an der Scheibe war, abhängen lassen, damit wir besser sehen können“, sagt eine von ihnen. Und wehe, jemand lehnt sich von innen gegen das gekippte Fenster, sodass die Reggae- und Soul-Klänge draußen nur noch dunkel zu hören sind, dann klopft eine sofort protestierend gegen die Scheibe. Nebenbei lässt sich vortrefflich über das bevorstehende 25. Abi-Jubiläum plaudern oder über diejenigen Bekannten auf der anderen Seite der Fensterscheibe.

Viele sind aber auch Nicht-Hopper, sondern „Sesshafte“, die in eine bestimmte Kneipe gekommen sind, um zu bleiben. Petra Wolf zum Beispiel erzählt, dass die Gäste einer 50sten Geburtstagsfeier schon um 17 Uhr ins Kunberger zum Essen gekommen seien, um 21 Uhr mitgeholfen hätten, die Tische ins Freie zu tragen, um das Restaurant in einen tanztauglichen Zustand zu versetzen, um 24 Uhr die Geburtstagstorte angeschnitten und sich die ganze Nacht lang mitten unters Partyvölkchen gemischt hätten. „Viele bleiben vom Abendessen bis zur Party“, sagt die Wirtin.

Ganz klar: Wer zur Livenacht geht, weiß, was ihn erwartet. Die teilnehmenden Locations haben sich etabliert, die spielenden Bands auch, das Publikum ebenso. Im Markgraf prangt nicht nur auf einem Shirt die Aufschrift „Stones“ und es ist das Logo „Tongue and Lips“ der legendären Rockband zu sehen. Wer hierher kommt, will Mick Jagger erleben – oder wenigstens dessen geniale Kopie Uli Heinzle, Frontman der Stuttgarter Rolling Stones Tribute Band „Bigger Bang“. „Der ist einfach gut“, finden die beiden Backnanger Jörg Fischer und Jörg Hannemann, die im vergangenen Jahr beim Stones-Konzert in Stuttgart gewesen sind. „Aber ohne Bühne sieht man ihn nicht“, bedauern die erfahrenen Livenacht-Gäste.

So geht es auch anderen Gästen in anderen Locations. Es ist fast überall „voll bis oben hin“, wie Livenacht-Besucher Pascal Schoch treffend feststellt. Die wenigsten Kneipen haben Raum für einen solchen Massenansturm. Blicke auf die Band haben daher Seltenheitswert. Aber es geht ja vor allem auch um das Feeling.

Wer das Gefühl hat, nach der Livemusik noch nicht nach Hause zu wollen, kann weiterfeiern: In sechs Kneipen und Discos sorgen DJs dafür, dass die Backnanger Partynacht bis in den frühen Morgen andauert.

Hopping: Das Konzept der Livenacht sieht vor, von Kneipe zu Kneipe zu ziehen. Während die einen drinnen im Tante Emma zu Reggae- und Soul-Klängen abfeiern, machen sich die anderen draußen auf den Weg zur nächsten Location. Fotos: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Hopping: Das Konzept der Livenacht sieht vor, von Kneipe zu Kneipe zu ziehen. Während die einen drinnen im Tante Emma zu Reggae- und Soul-Klängen abfeiern, machen sich die anderen draußen auf den Weg zur nächsten Location. Fotos: A. Becher

Livenacht-Urgestein John Noville begeistert mit Gitarre und dem Timbre seiner Stimme.

© Pressefotografie Alexander Beche

Livenacht-Urgestein John Noville begeistert mit Gitarre und dem Timbre seiner Stimme.

Proppenvoll: Wer im Plan B keinen Platz hat, braucht einen Plan B – zum Beispiel im Freien feiern.

© Pressefotografie Alexander Beche

Proppenvoll: Wer im Plan B keinen Platz hat, braucht einen Plan B – zum Beispiel im Freien feiern.

Täuschend echt: Im Markgraf sorgt „Bigger Bang“ für Rolling-Stones-Feeling.

© Pressefotografie Alexander Beche

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Erstellt:
5. November 2018, 06:00 Uhr

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