Einigung im Hess-Prozess in greifbarer Nähe

dpa/lsw Mannheim. Der Mammutprozess um den Leuchtmittelhersteller Hess und seine unter anderem wegen Kreditbetrugs angeklagten Ex-Chefs könnte in die letzte Runde gehen. Ob diesmal eine Einigung gelingt?

Im Prozess um Unregelmäßigkeiten bei der ehemaligen Leuchtmittellfirma Hess AG geht das Ringen um eine Einigung weiter. In der Hauptverhandlung heute (10.00 Uhr) wollen Mannheimer Landgericht, Staatsanwaltschaft und die Verteidiger der beiden Ex-Manager zu einer Verständigung kommen. Zuletzt waren die Beteiligten nach Einschätzung eines Anwalts einer Einigug deutlich näher gekommen. So müsse jetzt noch das konkrete Strafmaß festgelegt werden.

Er gehe - wie auch vom Gericht signalisiert - höchstens von einer Freiheitsstrafe auf Bewährung aus, so der Anwalt. Die höchste zur Bewährung auszusetzende Strafdauer betrage zwei Jahre.

Die zwei Ex-Vorstände der Hess AG in Villingen-Schwenningen sollen 2011 und 2012 laut Anklage (Az: 25KLs 635 Js 1962/13) vor dem Börsengang Berichte über die Ertragslage des Konzerns geschönt haben. Ihnen warf die Staatsanwaltschaft gemeinschaftliche Verletzung der Buchführungspflichten, Marktmanipulation, schwere Untreue, Kreditbetrug und unrichtige Darstellung nach dem Handelsgesetzbuch vor. Das Verfahren gegen einen dritten Mann wegen Unterstützung ist eingestellt worden.

Nach den bisherigen Einlassungen stellten sich einige der Anklagepunkte mittlerweile in einem anderen Licht dar, wie der Richter gesagt hatte. Daher sei eine Verfahrenseinstellung diesbezüglich möglich.

Die Verständigung kommt zustande, wenn Angeklagte und Staatsanwaltschaft dem Vorschlag des Gerichtes zustimmen. Grundsätzlich sollte ein Geständnis Teil einer Einigung sein.

© dpa-infocom, dpa:210324-99-957089/2

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Erstellt:
25. März 2021, 01:02 Uhr

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