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Einzelfallhilfen nehmen zu

Schul- und Jugendsozialarbeiterinnen berichten im Gemeinderat Oppenweiler von ihrer Arbeit – Die Themen sind vielfältig

Einzelfallhilfen nehmen zu

Von Lorena Greppo

OPPENWEILER. Denise Moser und Katja Kuttler erleben die ganze Bandbreite von Themen, die Kinder und Jugendliche umtreiben. „Von Banalitäten bis zu richtig hartem Tobak ist alles dabei“, erzählt Moser. Beide Frauen sind bei der Paulinenpflege Winnenden angestellt, Moser ist für die Jugendarbeit in Oppenweiler zuständig, Kuttler ist vor allem in der Schulsozialarbeit an der Murrtalschule tätig. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats berichteten beide von ihrer Arbeit. Neben bereits bekannten Programmen wie dem „Faustlos“-Training zur Gewaltprävention, „Bleib cool“ zur Impulskontrolle und dem „Starke Mädchen“-Angebot zur Stärkung des Selbstbewusstseins bei Mädchen hat Katja Kuttler ein Resilienztraining etabliert. „Hornhaut für die Seele“, beschreibt sie das Ziel dessen. Manche Kinder bräuchten beispielsweise beim Übergang aus der Kita in die Schule Begleitung, andere kämen aus schwierigen familiären Situationen. Mit ihnen würde gezielt an sogenannten Schutzfaktoren wie einem geübten Umgang mit Stresssituationen gearbeitet. Aber auch das Angebot, dass die Kinder und Jugendlichen mit Schwierigkeiten – egal ob in der Schule, der Freizeit oder zu Hause – in ihr Büro kommen können, werde rege genutzt.

„Wir haben eine ständige Zunahme bei den Einzelfallhilfen“, legte die Schulsozialarbeiterin in der Sitzung dar. Insgesamt hätten 37 Jungs und 35 Mädchen das Angebot der Einzelfallberatung angenommen – Zahlen, die die Gemeinderäte aufschrecken ließen. Katja Kuttler relativierte jedoch: „Da sind viele Kleinigkeiten dabei.“ 14 Schüler und 19 Schülerinnen würden kontinuierlich von ihr betreut und auch zwischen ihnen gebe es Unterschiede in der Beratung. In schlimmen Fällen arbeite sie mit Diensten wie der sozialpädagogischen Familienhilfe und dem Jugendamt zusammen. Auch Eltern suchten öfters das Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin. „Der Vorteil ist, dass ich keine Lehrerin bin. Es ist nicht meine Aufgabe, die Kinder zu bewerten.“ Manchmal gebe sie den Familien auch Hausaufgaben mit.

Zehn Prozent ihrer Arbeitszeit widmet Katja Kuttler zudem der offenen Jugendarbeit in Oppenweiler. Hier unterstützt sie Denise Moser, die diese hauptsächlich gestaltet. „Kinder und Jugendliche werden auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleitet“, fasst Moser die Aufgabe der Jugendarbeit zusammen. Der Treff ist ein niederschwelliges Angebot, alle Jugendlichen zwischen 10 und 21 Jahren sind willkommen, können an den Aktivitäten teilnehmen oder auch das Gespräch mit der Jugendarbeiterin suchen. Auch hier seien die Einzelfallhilfen vermehrt gefragt und die Themen unterschiedlich: Probleme mit Freunden und der Familie würden ebenso besprochen wie Fragen zur Sexualität, Drogen, Erfahrungen mit Gewalt, die allgemeine Lebensplanung oder die konkrete Suche nach Praktikumsplätzen. Vor allem steht aber auch die Gemeinschaft im Vordergrund: „Wir kochen, chillen, spielen, singen und tanzen“, beschreibt die Jugendarbeiterin.

Alternative Räumlichkeiten für den Jugendtreff sind gewünscht

Durchschnittlich seien gut zwölf Jugendliche im Treff, ganz typisch sind die Jungs stärker vertreten als Mädchen, etwa im Verhältnis 2:1. Wichtig sei ihr, dass die Jugendlichen beispielsweise in die Programmgestaltung oder die Entscheidung, was als Nächstes angeschafft wird, einbezogen werden, erzählt Moser. Die Räume werden von der evangelischen Kirchengemeinde gestellt, insofern könne man diese nur bedingt gestalten. Obwohl die Kooperation im Allgemeinen gut funktioniere, hat die Jugendarbeiterin auch Klagen diesbezüglich. Es sei beispielsweise für die Einzelgespräche oft beschwerlich, da man kaum ein ruhiges Eckchen finde. „Bei dem Thema machen wir uns Gedanken, da sind wir dran“, versprach Bürgermeister Bernhard Bühler. Für das laufende Jahr hat sich Moser vorgenommen, eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule in Sulzbach an der Murr und der Lautereck-Realschule zu etablieren. Außerdem wolle sie vermehrt geschlechterspezifische Aktionen anbieten. Diese ergeben sich auch so: Beispielsweise habe sich aus der Kreativzeit, die den Besuchern des Jugendtreffs frei zur Verfügung steht, eine Mädchengruppe gebildet. Hier würden auch über Themen geredet, die sonst kaum mit Erwachsenen besprochen werden, etwa Pubertät und das Interesse an Beziehungen.

Auch wolle sie wieder mehr Aktionen im Bereich der Wildnispädagogik anbieten. Diese seien in der Vergangenheit gut angekommen, sagt Moser. Hierbei sei darauf zu achten, dass die Kosten niedrig gehalten oder durch den Verkauf am Weihnachtsmarkt gedeckt werden. Nicht alle Kinder und Familien hätten viel Geld zur Verfügung und schließlich wolle man die finanziell Schwächeren nicht ausschließen.

Symbolfoto: imago57877400

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Erstellt:
26. Februar 2020, 06:00 Uhr

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