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Bruder des Opfers rastet bei Auftakt von Mordprozess aus

dpa/lsw Mannheim. Ein Mann sieht rot: Während eines Prozesses geht er auf den Angeklagten los und kann nur durch Vollzugsbeamte an Handgreiflichkeiten gehindert werden. Grund: Der Beschuldigte soll seine Schwester brutal getötet haben.

Ein Richter kommt in den Sitzungssaal des Landgericht Manneheim. Foto: Uwe Anspach/dpa/Symbolbild

Ein Richter kommt in den Sitzungssaal des Landgericht Manneheim. Foto: Uwe Anspach/dpa/Symbolbild

Eklat im Mannheimer Landgericht: Der Bruder einer mutmaßlich von ihrem Ex-Freund getöteten Frau hat beim Prozessauftakt versucht, den Angeklagten anzugreifen. Beim Verlassen des Saales wegen einer Unterbrechung der Verhandlung ging er am Mittwoch auf den mutmaßlichen Täter los und warf einen Gegenstand in dessen Richtung, der einen Wachtmeister am Bein traf. Nach weiteren Angaben des Verteidigers des 34-jährigen Angeklagten, Steffen Lindberg, könnte es sich um ein Handy gehandelt haben. Der getroffene Wachtmeister habe eine sichtbare Schwellung davongetragen. Der Bruder der getöteten 33-Jährigen ließ sich nur von mehreren Justiz-Mitarbeitern überwältigen und aus dem Gericht bringen. Der „Mannheimer Morgen“ hatte zuvor darüber berichtet.

Die Frau war laut Anklage Ende Oktober vergangenen Jahres von ihrem Ex-Partner mit einem Hammer und einem Messer vor ihrer Wohnung ermordet worden. Der Mann habe ihr bereits in den Monaten zuvor immer wieder nachgestellt, weil er nicht habe akzeptieren können, dass sie sich im April 2019 von ihm getrennt hatte.

Eine Freundin eilte der nach dem Schlag mit dem Hammer auf den Kopf am Boden liegenden Frau zu Hilfe. Der Angeschuldigte soll auch sie in die Seite gestochen haben. Der Deutsche ist deshalb nicht nur wegen Mordes, sondern auf wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Anschließend soll er der Anklage zufolge weiter auf seine ehemalige Lebensgefährtin eingestochen haben, bis ihn die Freundin wegziehen konnte. Der mutmaßliche Täter wurde wenige Stunden später von Spezialkräften in seiner Wohnung in Mannheim festgenommen. Seine ehemalige Lebensgefährtin starb noch im Treppenhaus. Die couragierte damals 38-jährige Freundin kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Wegen ungebührlichen Verhaltens im Gerichtssaal hat die Verteidigung den Ausschluss des Bruders des Opfers, der auch Nebenkläger ist, beantragt. Für die Fortsetzung der Verhandlung ist Polizeischutz vorgesehen. Sein Mandant sei bereits wegen Bedrohungen in eine anderes Gefängnis verlegt worden, sagte Lindberg. Er habe schon so manchen Vorfall während Verhandlungen erlebt, dass dabei wirklich jemand verletzt worden sei, sei neu für ihn.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt jetzt wegen tätlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte und Körperverletzung gegen den Bruder der toten Frau.

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Erstellt:
13. Mai 2020, 15:06 Uhr

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