Eltern und Lehrer warnen vor Microsoft-Nutzung an Schulen

dpa/lsw Stuttgart. Elternvertreter und Lehrer haben eindringlich vor einer Nutzung von Microsoft-Programmen für die geplante digitale Bildungsplattform des Landes gewarnt. Die Schulen bräuchten möglichst schnell eine Lernplattform, deren Server innerhalb der EU stünden, die datenschutzkonform seien und Persönlichkeitsrechte von Lehrern und Schülern schützten, teilten der Landeselternbeirat, die Arbeitsgemeinschaften gymnasialer Elternvertreter und der Philologenverband am Montag in Stuttgart mit. Die digitale Souveränität des Staates dürfe nicht in Frage gestellt werden durch dominante Anbieter und die Abschaltmöglichkeit von Cloud-Produkten. „Was, wenn Trump nicht nur Soldaten abzieht, sondern auch Clouddienste einschränkt?“, sagte Cord Santelmann vom Philologenverband mit Blick auf US-Präsident Donald Trump. „Das ist nicht absurd, sondern die Welt, in der wir heute leben.“

Auch die Opposition hat Bedenken hinsichtlich der Microsoft-Nutzung an Schulen. Das Kultusministerin entgegnete am Montag, dass die Entscheidung über den Einsatz von Microsoft-Produkten noch gar nicht getroffen sei. Das Ministerium prüfe lediglich den Einsatz von Bestandteilen von Microsoft 365 und sei dazu fortlaufend mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz im Gespräch. Ziel sei es, bis Anfang Oktober zu bestimmen, wie die Nutzung dieser Bestandteile unter datenschutzkonformen Bedingungen aussehen könne. Damit solle etwa sichergestellt werden, dass keine Daten außerhalb der EU gespeichert würden.

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Erstellt:
28. September 2020, 13:22 Uhr

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