EM: Stuttgart feilt an Mobilitätskonzept

Das Großereignis stellt für die Rettungsdienste, Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung wegen der vielen Fans eine große Herausforderung dar.

Eine Bewährungsprobe für den Stuttgarter ÖPNV: Allein zu den fünf Spielen in der Landeshauptstadt werden rund 250 000 Fußball-Fans erwartet.

© dpa/Marijan Murat

Eine Bewährungsprobe für den Stuttgarter ÖPNV: Allein zu den fünf Spielen in der Landeshauptstadt werden rund 250 000 Fußball-Fans erwartet.

Von Uli Nagel

Stuttgart - Am 14. Juni beginnt die Fußball-EM. Deutschland steht dann im Rampenlicht der Fußballwelt. Millionen Gäste werden erwartet, eine riesige Anzahl davon auch in Stuttgart. Allein rund 100 000 Schotten wollen offenbar in die Stadt pilgern, wenn ihre „Bravehearts“ am 23. Juni dort auf die Ungarn treffen. Fünf Spiele werden in der MHP Arena ausgetragen. Darunter auch die Partie Deutschland gegen Ungarn am 19. Juni. Keine Frage, die EM wird für die Stadt eine große Herausforderung.

Eine tragende Rolle bei der Mobilität der vielen Fans wird der ÖPNV spielen, der in den vier Wochen funktionieren muss. Das Stuttgarter Mobilitätskonzept, die Fäden laufen bei in.Stuttgart zusammen, befindet sich noch in der finalen Abstimmung.

Ein nicht einfacher Prozess, da unter anderem mit der Polizei, den Rettungsdiensten, dem Tiefbauamt, den Stuttgarter Straßenbahnen, der Deutschen Bahn und dem Ordnungsamt viele Institutionen involviert sind. „Zu der Frage der Verkehrsplanung bei der Euro 24 gab es Anfang der Woche einen Austausch zwischen dem Amt für öffentliche Ordnung und der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart“, sagt der Stadtsprecher Oliver Hillinger. Es seien aber noch nicht alle Regelungen abschließend getroffen. Einige Punkte müssen mit den betroffenen Stellen noch abgeklärt werden.

„Hier gehen die Abstimmungen jedoch auf die Zielgerade, so dass unter anderem auch die von Beschränkungen betroffenen Anwohner und Anlieger rechtzeitig informiert werden“, so der Sprecher.

Die Mercedesstraße in Bad Cannstatt wird von der König-Karls-Brücke bis zum Stadion an den fünf Spieltagen für den Kfz-Verkehr komplett gesperrt. Zudem werden – wie bei Großveranstaltungen auf dem Wasen üblich – die benachbarten Wohngebiete wie der Veielbrunnen oder der Raitelsberg in Stuttgart-Ost vom Parksuchverkehr durch Absperrungen geschützt werden.

Auch die ÖPNV-Planungen biegen auf die Zielgerade ein. „Für die Host-City Stuttgart wird aktuell noch final an einem gesamthaften Mobilitätskonzept für die Fußball-EM gearbeitet“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn, die als nationale Partnerin der UEFA Euro 2024 für Angebote im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr verantwortlich ist.

Was schon feststeht: Die S-Bahn Stuttgart weitet ihr Angebot an den fünf Spieltagen im gesamten Netz aus und fährt jeweils im Anschluss an die Spiele die Nächte durchgängig im Stundentakt. „Obwohl die Stuttgarter Spiele bereits am frühen Abend beginnen, ist an diesen Tagen auch zu späterer Stunde mit einem besonders hohen Aufkommen an Fans in der Stadt zu rechnen, die voraussichtlich in großer Zahl neben dem Spiel in der Arena auch noch das Public Viewing des 21-Uhr-Spiels besuchen und die gastronomischen Angebote nutzen werden“, so der Bahnsprecher.

Die Kosten für die Ausweitung des Zugangebots in Höhe von 180 000 Euro finanziert der Verband Region Stuttgart (VRS). Darin enthalten sind die Personalkosten, denn die Bahn wird an den großen Haltestellen mit mehr Personal im Einsatz sein.

Was ebenfalls fest steht: Die Eintrittskarten zu den Stuttgart-Spielen sind, wie gewohnt bei Großereignissen, VVS-Kombi-Tickets. Und diese gelten sogar 36 Stunden lang. Die Besucher, rund 250 000 sollen es zu den fünf Partien in der Landeshauptstadt sein, können am jeweiligen Spieltag bereits ab 6 Uhr morgens bis zum Folgetag um 18 Uhr im gesamten VVS-Gebiet fahren. Diese Regelung hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen – dem auch der VVS angehört – mit der Euro 24 GmbH vereinbart.

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Erstellt:
21. April 2024, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
22. April 2024, 21:54 Uhr

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