Ende einer langen Leidenszeit

Erst war er verletzt, dann gesperrt und danach drückte Daniel Kalajdzic meistens die Bank. Startet der Kickers-Stürmer nach seinem Doppelpack jetzt durch?

Daniel Kalajdzic von den Stuttgarter Kickers hat nun vier Saisontore auf seinem Konto.

© Baumann/Hansjürgen Britsch

Daniel Kalajdzic von den Stuttgarter Kickers hat nun vier Saisontore auf seinem Konto.

Von Jürgen Frey

Stuttgart - Daniel Kalajdzic war einfach nur glücklich. Glücklich über das 4:0 (1:0) der Stuttgarter Kickers gegen den Bahlinger SC. Glücklich über seine beiden Tore vor den 5190 Zuschauern im Gazi-Stadion: „Ich kann gar nicht in Worte fassen, was das für mich bedeutet“, sagte der Stürmer des Fußball-Regionalligisten und richtete den Blick gleich nach vorne: „Das Pokalspiel gegen die Ulmer wird ein echtes Highlight. Sie spielen brutal guten Fußball.“

Zunächst aber musste der 23-Jährige schon noch die eine oder andere Frage beantworten zu seiner bisherigen Zeit bei den Blauen. Schwer sei es für ihn gewesen, da macht er keinen Hehl daraus. Zu Beginn der Sommervorbereitung warf ihn eine Schulterverletzung zurück. Bei seinem ersten (und bisher einzigen) Startelfeinsatz, beim 0:0 gegen den FSV Frankfurt, sah er nach 42 Minuten die Rote Karte. Im weiteren Saisonverlauf brachte ihn Trainer Mustafa Ünal meistens nur für ein paar Minuten. Gegen Bahlingen erfolgte die Einwechslung in der 68. Minute. Vier Minuten später erzielte Kalajdzic das Tor zum 2:0, in der 85. den Treffer zum 4:0-Endstand. „Ich bin geduldig geblieben, habe nie den Kopf hängen lassen und nun eine gute Reaktion gezeigt“, sagte er.

Vor der Saison war der jüngere Bruder von Ex-VfB-Profi Sasa Kalajdzic vom österreichischen Zweitligisten Grazer AK nach Degerloch gekommen. Wie Ünal seine Entwicklung beurteilt? „Es ist nicht einfach für einen Spieler, wenn er seine Heimat verlässt und hier nach Stuttgart zieht. Hinzu kommt eine andere Liga, eine andere Spielweise, ein anderer Fußball. Aber er ist fleißig und gibt Gas. Deshalb freut es mich, wenn sich so ein Spieler dann so belohnt. Genauso freut es mich aber auch für David Stojak“, sagte der Kickers-Coach.

Stojak, der 19-jährige Neuzugang vom Verbandsligisten FC Wangen, hatte gegen das harmlose Team vom Kaiserstuhl nach seiner Einwechslung seinen ersten Regionalliga-Treffer erzielt. Ünal streicht die Wichtigkeit von Geduld heraus, gerade bei Angreifern: „Für Stürmer gibt es Leidenszeiten, in denen gar nichts geht, und man weiß nicht, warum. Dann kommt man rein, trifft plötzlich – und das Selbstvertrauen ist da.“

Kalajdzic hat in insgesamt nur 335 Regionalliga-Minuten nun vier Tore erzielt. Niklas Antlitz benötigte für die gleiche Anzahl an Treffern 1644 Spielminuten, weshalb nicht wenige im Umfeld der Blauen auch mal wieder gerne den gebürtigen Wiener in der Startelf sehen würden. Sportdirektor Marc Stein misst die Stürmer aber nicht nur am Torerfolg: „Niklas Antlitz war auch gegen Bahlingen wieder sehr viel unterwegs, ging weite Wege und hat für die Mannschaft gearbeitet.“

Wer im WFV-Pokal-Viertelfinalheimspiel gegen den Zweitliga-Aufstiegskandidaten SSV Ulm 1846 (Dienstag, 19 Uhr/7300 Tickets sind weg) zum Einsatz kommt, ließ Ünal offen. Auch der längere Zeit kranke Stürmer David Braig ist wieder fit und saß am Freitag auf der Bank. „Egal, wer aufläuft, es wird ein heißes Spiel“, ist sich Ünal sicher.

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Erstellt:
14. April 2024, 22:14 Uhr
Aktualisiert:
15. April 2024, 22:05 Uhr

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