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Engagiert für die Backnanger Stadtteile

Werner Schwarz und Martin Holzwarth ziehen eine positive Bilanz ihrer Zeit als Ortsvorsteher von Maubach und Steinbach

Der Ortsvorsteher ist der erste Ansprechpartner für die Bewohner eines Stadtteils. Für viele Jahre waren das in Maubach Werner Schwarz und in Steinbach Martin Holzwarth. Beide haben sich in diesem Jahr nicht mehr zur Wahl gestellt. Für ihr großes Engagement um die Ortsteile wurden sie mit dem Backnanger Ehrenteller ausgezeichnet.

Nach 25 beziehungsweise 10 Jahren als Ortsvorsteher haben sich Werner Schwarz (links) aus Maubach und Martin Holzwarth aus Steinbach nicht mehr zur Wahl gestellt. Im Backnanger Gemeinderat wurden sie mit dem Ehrenteller ausgezeichnet. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Nach 25 beziehungsweise 10 Jahren als Ortsvorsteher haben sich Werner Schwarz (links) aus Maubach und Martin Holzwarth aus Steinbach nicht mehr zur Wahl gestellt. Im Backnanger Gemeinderat wurden sie mit dem Ehrenteller ausgezeichnet. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Ohne Werner Schwarz „ging in den letzten 25 Jahren in Maubach nichts oder jedenfalls fast nichts. Er war gewissermaßen allgegenwärtig und allzuständig“, hob OB Frank Nopper in seiner Rede bei der Verleihung des Ehrentellers hervor. Schwarz habe Maubach „zu seinem zentralen Lebensinhalt“ gemacht. In einem Vierteljahrhundert ist natürlich auch einiges passiert – an viele Dinge erinnert sich Schwarz gerne zurück. Die Arbeit als Ortsvorsteher habe ihm immer Spaß gemacht, sagt Schwarz, „obwohl das für mich anfangs komplettes Neuland war“. Denn ursprünglich habe er sich für den Ortschaftsrat aufstellen lassen, weil ihm der Sport wichtig war, weniger die Politik. Als er zum Ortsvorsteher ernannt wurde, habe er sich also durchgekämpft. „Die Amtsleiter der Stadt Backnang haben mich immer unterstützt, das hat vieles erleichtert“, erinnert er sich. Auch wenn es in manchen Angelegenheiten viel Sitzfleisch erfordert habe, bis sich etwas getan hat. „Das hab ich gehabt“, so Schwarz.

In seinen 25 Jahren als Ortsvorsteher habe er immer viel zu tun gehabt, erzählt er. Turnhalle, Schule und Kindergarten wurden gebaut – „da war ich mit eingebunden“. Die Partnerschaft mit Vernosc wurde vertieft, in Maubach gibt es nun sogar einen Platz, der nach der französischen Gemeinde benannt wurde. „Die Partnerschaft liegt mir sehr am Herzen“, hebt der 77-Jährige hervor. Deshalb freue es ihn, dass einige Frauen aus der Siedlung die Organisation der verschiedenen Veranstaltungen beider Gemeinden übernommen haben. Zudem habe er Seniorennachmittage und Ausflüge organisiert. Obwohl er es gern gemacht habe, will Werner Schwarz all diese Aufgaben abgeben. „Ende des Monats werde ich 78, dann gehe ich in Rente“, erklärt er schmunzelnd. „Und dann sehe ich weiter.“ Er arbeite gerne in seinem Garten, das wolle er auch weiterhin tun.

Drängende Aufgaben hinterlasse er dem künftigen Ortschaftsrat nicht, findet Werner Schwarz. Er höre oft von den Bürgern des Stadtteils: „Maubach soll so bleiben, wie es ist.“ Allerdings, das merkt der langjährige Ortsvorsteher an, weise die Infrastruktur diverse Mängel auf. Dass es keinen Supermarkt gibt, wurmt ihn. Zudem habe man keine Apotheke vor Ort, die Sparkassen-Filiale wurde geschlossen. „Das ist ein großes Manko.“ Klar sei aber auch, dass der Ortschaftsrat in dieser Hinsicht wenig bewegen könne. Mit einem kleinen Wochenmarkt habe man sich beholfen, dieser werde auch gut angenommen. „Sollte noch ein Wohngebiet kommen, müssen die Räte das versuchen und schauen, dass wir doch noch eine Einkaufsmöglichkeit herbekommen.“

Zusammenhalt im Stadtteil erfüllt den Ortsvorsteher mit Stolz

Ein Dauerbrennerthema in Steinbach, mit dem sich wohl auch der neue Ortschaftsrat noch beschäftigen wird, ist laut Martin Holzwarth die geplante Buswendeplatte in der Seewiesenstraße. Er selbst darf sich bei den Diskussionen aber künftig zurücklehnen und sie von außen betrachten, denn nach 30 Jahren im Ortschaftsrat, wovon er 10 als Ortsvorsteher amtierte, hat sich der 70-Jährige nicht mehr zur Wahl gestellt. „Mir fällt kein Ortsvorsteher ein, der einen mit solch ehrlichen und unmissverständlichen Klartextansagen konfrontiert wie Martin Holzwarth“, würdigte OB Nopper ihn bei der Verabschiedung. Holzwarth selbst sagt über seinen Stil: „Bei mir stand immer Steinbach im Vordergrund, vor den Einzelinteressen.“ Das habe bedeutet, auch mal unpopuläre Entscheidungen zu treffen, doch damit kann der Steinbacher leben.

Seine Zeit im Ortschaftsrat werde er als sehr schöne Zeit in Erinnerung behalten, vor allem das 650-Jahr-Jubiläum sei ein Höhepunkt gewesen. „Es war mit viel Arbeit verbunden, aber das Fest ist gelungen.“ Besonders stolz habe ihn dabei der Zusammenhalt der Steinbacher Vereine und Organisationen gemacht. Wie bei vielen Errungenschaften, gebührten die Lorbeeren des Erfolgs nicht nur dem Ortschaftsrat, sondern einer Vielzahl der Beteiligten. Auch seinem Vorgänger Helmut Heinz zollt er Tribut, denn „manche Dinge, die nun gelungen sind, wurden schon Jahre vorher angestoßen“. Wie Schwarz lobt auch Holzwarth die „hervorragende Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt Backnang“, die ihm während seiner Amtszeit vieles erleichtert habe. In dieser Hinsicht vertreten er und Werner Schwarz die gleiche Haltung: „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“, sagen sie. Ein guter Umgang miteinander erleichtere vieles, das geben sie ihren Nachfolgern als Ratschlag mit auf den Weg.

Im Alter von 70 noch mal fünf Jahre dranzuhängen, das war Martin Holzwarth dann doch zu viel. „Da kann immer noch krankheitstechnisch etwas dazwischenkommen“, weiß er. Und: „Man ist in seiner Freizeitgestaltung freier, wenn man kein Amt mehr innehat.“ Sein Hobby, den Obst- und Gartenbau, wolle er weiterverfolgen, aber nach und nach seine Ämter abgeben, erzählt Holzwarth. Außerdem ist der langjährige Ortsvorsteher ja noch kein Rentner, wie er selbst sagt. Gemeinsam mit seinem Sohn kümmert er sich um den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie in Steinbach.

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Erstellt:
10. Juli 2019, 16:00 Uhr

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