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Erdaushub findet bei Modellierung des Platzes Verwendung

Pläne für den Spielbereich beim nochmals zu erweiternden Baugebiet Rappenberg in Kirchberg werden immer konkreter

Die Kirchberger Verwaltung und der Gemeinderat wollen einen Spielplatz am Rande des Baugebiets Rappenberg bauen lassen mit Spielmöglichkeiten, die Kinder und Jugendliche faszinieren. Aus gutes Vorbild ist zum Beispiel der Annnonaygarten in Backnang. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die Kirchberger Verwaltung und der Gemeinderat wollen einen Spielplatz am Rande des Baugebiets Rappenberg bauen lassen mit Spielmöglichkeiten, die Kinder und Jugendliche faszinieren. Aus gutes Vorbild ist zum Beispiel der Annnonaygarten in Backnang. Foto: A. Becher

KIRCHBERG AN DER MURR (pm/ik). Der Kircherberger Gemeinderat stimmte der Erschließungsplanung für das Baugebiet Rappenberg, vierter Bauabschnitt, zu und beauftragte die Gemeindeverwaltung, die Ausschreibung vorzunehmen. Anfang 2020 soll es mit den Arbeiten losgehen. Obendrein machte sich das Gremium weitere Gedanken über die Anlagen auf dem geplanten Spielplatz.

Zentrales Thema in Sachen erweitertes Baugebiet Rappenberg war in der Gemeinderatssitzung die Gestaltung des Spielplatzes Rappenberg, der außerhalb des Baugebiets entstehen soll. Denn die Geländeanlage wird in die Ausschreibung der Erschließungsarbeiten mit aufgenommen. Der Grund: Es ist geplant, den Erdaushub aus dem Baugebiet zur Grobmodellierung des Platzes zu verwenden.

Dort, wo der Spielplatz geplant ist, sind die Grundstückspreise deutlich geringer als innerhalb des Baugebiets. Die Differenz solle lieber in hochwertige Spielgeräte investiert werden, war der Tenor, als es schon vor vielen Jahren um den Standort ging. Damals hatten die Räte auch das Thema Lärmbeeinträchtigungen im Blick. Der neue „Spielplatz Rappenberg“ soll sowohl für Kinder als auch für Jugendliche interessant sein.

In einer Gemeinderatssitzung Anfang Juni hatte die Verwaltung eine Pumptrackanlage für die Jugendlichen und eine etwas günstigere Dirtbahn ins Spiel gebracht. Gesprochen wurde beispielsweise auch über einen Wasserbereich, Trampoline, eine Rutschenanlage, eine Seilbahn, eine Hängebrücke und Kletterfelsen. Zudem ging es um das Für und Wider einer Tarzanschaukel. Dass man dafür eine große Zahl an Altreifen benötigt – die Rede war von über 400 – ließ so manchen der Bürgervertreter zögern. Gudrun Wilhelm (Freie Liste) etwa führte – wie schon Bürgermeister Frank Hornek zuvor gesagt hatte – die angestrebte naturnahe Gestaltung des Platzes an und winkte ab. Gebhard Kunzi von der UBK wusste indes, dass eine solche Tarzanschaukel auf dem großen Spielplatz in Rielingshausen der Hit sei. Wilhelm regte an, Vereine mit jugendlichen Mitgliedern in die Entscheidungsfindung mit einzubinden.

Vor der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es schließlich eine Umfrage, bei der die Kirchberger ihre Wünsche äußern konnten – die Resonanz ließ allerdings arg zu wünschen übrig. Nur elf Statements wurden abgegeben. Überdies waren die Räte auf Besichtigungstour gegangen, bei der Spielplätze insbesondere mit Dirtbahnen und Pumptracks besichtigt wurden. Der Regen bei der Tour ist nicht ganz unschuldig daran, dass die Gemeindeverwaltung danach dazu tendierte, von einer Dirtbahn Abstand zu nehmen. Denn die macht, wenn es regnet, ihrem Namen mehr Ehre, als einem vielleicht lieb sein kann. Ein Pumptrack dagegen hat den Vorteil, dass er nicht nur von Mountainbikern, sondern auch von Kindern und Jugendlichen mit Inlinern und Skateboards genutzt werden kann. Hornek schlug deshalb vor, lieber in eine Pumptrackanlage zu investieren. Zwar geht es da um mehr als 100000 Euro, jedoch ist der Instandhaltungsaufwand nicht so hoch wie bei einer Dirtbahn. Der Gemeinderat sprach sich vor allem wegen witterungsbedingter Widrigkeiten gegen eine Dirtbahn und für einen Pumptrack auf einer großzügigen Fläche aus. Daneben sollen noch zwei Hügel für Sprünge angelegt werden, was Ulrich Jäckle (UBK) angeregt hatte.

Die Altreifen sind der Stein des Anstoßes

In puncto Tarzanschaukel kamen die Räte ebenfalls weiter. Bei der Besichtigungsfahrt war auch eine solche in Augenschein genommen worden. Die Problematik: Dem durchaus besonderen Spielwert steht wie gesagt die Verwendung einer Vielzahl von Altreifen gegenüber. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung könnte aber gegebenenfalls auf einer Hangseite auf die Verwendung von Altreifen verzichtet werden, sodass sich deren Zahl von angenommenen 400 auf zirka 200 halbieren würde. Bei „Referenzkommunen“, in denen Tarzanschaukeln ohne Altreifen stehen, soll darüber hinaus gefragt werden, ob die Anlagen dort voll funktionstüchtig sind.

Noch andere Spielmöglichkeiten kamen zur Sprache. Erich Drexler (Gesundes Gemeinwesen) etwa sprach sich für eine Slackline aus. Gudrun Wilhelm griff das Thema Bodentrampolin noch einmal auf, ihr Listenkollege Martin Wolf fände einen Basketballkorb auf dem Spielplatz reizvoll. Nach kurzer Aussprache war sich das Gremium außerdem darüber einig, dass statt der ursprünglich in der Diskussion stehenden Kletterfelsen eher eine Kletterpyramide gebaut werden sollte. Anhand all dieser Vorschläge muss nun eine Ausschreibung erstellt werden. Die Gestaltung des Spielplatzes wird die Ratsrunde auch weiterhin beschäftigen.

Thema in der September-Gemeinderatssitzung waren ferner Erschließungsarbeiten. Bereits bei der Erschließung des Baugebiets Rappenberg IV, dritter Bauabschnitt, waren die Anschlussmöglichkeiten für Straßen und Kanäle für einen weiteren Bauabschnitt realisiert worden. Optisch sollen die Straßen und Gehwege genauso gestaltet werden wie bereits im verwirklichten Teil des Baugebiets: Der Gehweg wird mit dem Kirchberger Pflaster ausgelegt und mit Granitleisten versehen. Den Abschluss bilden Rabattensteine. Die Straßenbreite liegt bei sechs Metern, der Gehweg wird anderthalb Meter breit.

Beim Kanalsystem wird mit verschiedenen Ausführungen gearbeitet. Im Bereich um den Finkenweg muss durch die starke Hanglage Richtung Ort ein Mischsystem mit nur einem Hausanschluss erstellt werden. Im oberen Bereich ist ein Trennsystem möglich, sodass die Grundstücke jeweils einen Regen- und einen Schmutzwasseranschluss erhalten. Das Regenwasser aus diesem Bereich wird dann Richtung Norden in ein Regenrückhaltebecken geleitet. Da somit nur das Schmutzwasser in den Mischwasserkanal fließt, wird dieser nicht unnötig belastet. Weiter dient das Becken auch als Puffer bei Starkregenfällen. Neben dem Rückhaltebecken ist ein Teich als Ausgleichsmaßnahme angedacht.

Wendeplatten werden zurückgebaut

Im gesamten Gebiet werden Gasleitungen verlegt. Der jeweilige Hausanschluss erfolgt jedoch erst bei Genehmigung des entsprechenden Baugesuchs. Im Gehweg wird die Syna Stromkabel verlegen. Ob Unitymedia und/oder die Telekom Glasfaserkabel einbringen, ist noch nicht geklärt. Die Gemeinde lässt ein zusätzliches Leerrohr legen.

Bürgermeister Frank Hornek ließ wissen, dass die bestehenden Wendeplatten wegen des Ringschlusses der Straßen zurückgebaut werden. Läuft alles nach Plan, sollen die Erschließungsarbeiten bis April 2021 abgeschlossen sein.

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Erstellt:
12. September 2019, 06:00 Uhr

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