Karte: Tsunami-Warnung

Erdbeben der Stärke 7,5 erschüttert Japan

Erneut wird Japan von einem Erdbeben heimgesucht. Die Behörden geben eine Tsunami-Warnung für die Pazifikküste aus.

Dieses Luftbild zeigt die Gewässer an der Halbinsel Shiretoko im Norden Japans auf Hokkaido, wo Retter eine Suchaktion durchführen. Ein Erdbeben der Stärke 7,5 hat nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS Japan erschüttert.

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Dieses Luftbild zeigt die Gewässer an der Halbinsel Shiretoko im Norden Japans auf Hokkaido, wo Retter eine Suchaktion durchführen. Ein Erdbeben der Stärke 7,5 hat nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS Japan erschüttert.

Von Markus Brauer/dpa/AFP

Ein schweres Erdbeben hat am Montag (20. April) den Norden Japans erschüttert und einen Mini-Tsunami mit Wellen bis zu 80 Zentimeter Höhe ausgelöst. Die Erdstöße waren auch im hunderte Kilometer entfernten Tokio zu spüren.

Nördlich der Präfektur Iwate

 Das Beben hatte nach Angaben der zuständigen Wetterbehörde (JMA) die Stärke 7,5. Sein Zentrum lag vor der Ostküste Japans und nördlich der Präfektur Iwate in rund zehn Kilometer Tiefe im Pazifik.

Die Wetterbehörde gab unmittelbar nach dem Beben um 16.53 Uhr Ortszeit (09.53 Uhr MESZ) eine Tsunami-Warnung aus. Die Einwohner der Küstenregion in der Nähe des Zentrums des Bebens sollten sichere Orte aufsuchen.

Bis zu drei Meter hohe Wellen

„Evakuieren Sie Küsten- und Flussgebiete unverzüglich und begeben Sie sich an einen sichereren Ort, beispielsweise auf höher gelegenes Gelände oder in ein Evakuierungsgebäude“, hieß es in der Warnung, für die das Fernsehen sein Programm unterbrach. Die Behörden in fünf Präfekturen erteilten eine Anordnung zur Evakuierung für rund 150.000 Menschen, wie der Sender weiter berichtete.

In der betroffenen Region könnten bis zu drei Meter hohe Wellen ans Ufer krachen, warnte die Behörde gab wenig später aber Entwarnung. Es seien nur kleinere Tsunami-Wellen registriert worden. Die heftigste habe es in einem Hafen der Stadt Kuji gegeben mit einer Höhe von 80 Zentimetern.

Berichte über Schäden gab es zunächst keine. In der ursprünglichen Warnung hatte die JMA die Stärke des Bebens mit 7,4 angegeben, später korrigierte sie diese Angaben nach oben auf 7,5.

Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt. Der Inselstaat mit 125 Millionen Einwohnern wird jedes Jahr von etwa 1500 Erdbeben erschüttert.

Erinnerungen an Fukushima werden wach

In Japan ist die Erinnerung an das schwere Seebeben der Stärke 9,0 allgegenwärtig, bei der im März 2011 etwa 18.500 Menschen ums Leben kamen. Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima war damals von einem fast 15 Meter hohen Tsunami getroffen worden.

Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

In der Atomruine Fukushima Daichi sowie in den Atomkraftwerken in den Präfekturen Miyagi sowie Aomori seien auch keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreiberkonzerne.

Gefährliche Tsunamis

Die Wetterbehörde warnte unterdessen, dass es innerhalb einer Woche zu Erschütterungen ähnlicher Stärke kommen könne. Tsunamis können entstehen, wenn Erdbeben oder Vulkanausbrüche den Meeresboden erschüttern.

Im Gegensatz zu normalen oberflächlichen Wellen ist ein Tsunami besonders gefährlich, weil sich die tiefen Wasserschichten in Bewegung setzen. Zwischen der Beobachtung der durch den Tsunami verursachten Gezeitenänderungen und dem Auftreten der größten Wellen könnten Stunden vergehen, warnte NHK.

Das Zentrum des jüngsten Erdbebens lag im Meer . Die Stärke war zunächst mit 7,4 angegeben worden. Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben bedrohten Länder der Welt.

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Erstellt:
20. April 2026, 14:46 Uhr

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