Ermittlungen gegen Memminger Pfarrer eingestellt

dpa Memmingen. Wegen möglichen Missbrauchs ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Memminger Pfarrer. Doch der Verdacht bestätigt sich nicht. In seiner Gemeinde arbeiten darf der Dekan vorerst dennoch nicht.

Rund zwei Wochen nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen einen Memminger Pfarrer sind die Ermittlungen gegen den Geistlichen eingestellt worden. Wie die Memminger Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, habe sich der Anfangsverdacht eines strafrechtlich relevanten Verhaltens nicht bestätigt. Weitere Angaben wollte die Behörde aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten nicht machen. Zunächst hatte die „Augsburger Allgemeine“ berichtet.

Seine Arbeit als Pfarrer darf der Mann vorerst dennoch nicht wieder aufnehmen. Das kirchenrechtliche Verfahren gegen den Dekan laufe unabhängig von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter, sagte ein Sprecher des Bistums Augsburg. Währenddessen bleibe der Pfarrer vom Dienst suspendiert. Wann die Kongregation für Glaubenslehre in Rom über den Fall entscheide, sei bislang unklar.

Die Memminger Staatsanwaltschaft hatte wegen eines Verdachts ermittelt, ob der Dekan über Jahre hinweg strafbare „sexualbezogene Handlungen“ an einer Person vorgenommen hat. Nach Angaben des Anwalts des beschuldigten Pfarrers war der Grund für die Ermittlungen die Meldung einer volljährigen Frau beim Missbrauchsbeauftragten der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

„Anhaltspunkte, dass irgendetwas gegen den Willen dieser Frau stattgefunden hätte, waren ausweislich des Ergebnisses der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung nicht ersichtlich“, teilte der Anwalt des Pfarrers, Florian Schwarz, am Freitag mit. Sein Mandant sei „durch die geführten Ermittlungen rehabilitiert“.

Das Bistum Augsburg hatte den Pfarrer wegen der Vorwürfe suspendiert. Die Seelsorge in der Pfarreiengemeinschaft Memmingen übernahm vorübergehend ein Team aus Geistlichen und Laien. Dies bleibe vorerst der Fall, sagte ein Sprecher des Bistums.

Seit Jahren wird die Kirche von Missbrauchsskandalen erschüttert. Immer wieder werden weltweit neue Fälle auch von mutmaßlichen körperlichen Misshandlungen durch Geistliche bekannt. Als Reaktion will die Deutsche Bischofskonferenz mit dem sogenannten Synodalen Weg die Kirche reformieren.

© dpa-infocom, dpa:210625-99-141885/3

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Erstellt:
25. Juni 2021, 13:22 Uhr

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