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Erschöpft und dankbar zugleich

Nach knapp zwei Monaten endete mit der AutoClassic am Wochenende die Veranstaltungsreihe des Backnanger Autokinos. Markus Schildknecht, der Vorsitzende des Stadtjugendrings Backnangs, zieht als Hauptorganisator seine Bilanz.

Das Koi-Zeit-Festival als Straßenfest-Ersatz war nur eines der Highlights, mit denen das Backnanger Autokino auf den Etzwiesen bei den Besuchern punktete. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Das Koi-Zeit-Festival als Straßenfest-Ersatz war nur eines der Highlights, mit denen das Backnanger Autokino auf den Etzwiesen bei den Besuchern punktete. Foto: A. Becher

Von Bernhard Romanowski


BACKNANG. Große Filme für die Cineasten, Kasperletheater (nicht nur) für die kleinen Gäste, ein Koi-Zeit-Festival gegen Schdroßafeschd-Mangel und klangvolle Highlights aus den Bereichen Klassik und Opernmusik unter freiem Himmel: Was in den vergangenen beiden Monaten in den Etzwiesen unter dem Murrtalviadukt unter dem Etikett Backnanger Autokino geboten wurde, wird es in der Vielfalt und terminlichen Dichte so bald nicht mehr geben.

Am vergangenen Wochenende endete die Veranstaltungsreihe, die im Zuge der Coronakrise vom Backnanger Stadtjugendring mit Unterstützung des örtlichen Universum-Kinos der Familie Eppler, dem Internetportal Mein Backnang und der Backnanger Kreiszeitung organisiert worden war. „Wir sind alle noch erschlagen vom vergangenen Wochenende mit der Auto-Classic-Veranstaltung. Aber wir sind auch dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten, den Menschen in dieser besonderen Zeit dieses hohe Maß an Kulturvielfalt bieten zu können“, bilanziert denn auch Markus Schildknecht, der dem Stadtjugendring Backnang vorsitzt. In der Coronakrise mussten viele Veranstaltungen ausfallen, viele Freizeitaktivitäten waren plötzlich nicht mehr zulässig oder angeraten. „Da war es uns wichtig, entsprechende Angebote zu schaffen, damit niemand sich beschränkt oder eingeengt fühlen musste“, beschreibt Schildknecht ein besonderes Anliegen der Akteure des Autokinos. Wohin ein solcher Mangel an Events führen kann, zeigten die jüngsten Ereignisse in Stuttgart, so Schildknecht mit Blick auf die „Krawallnacht“ Ende Juni in der City der Landeshauptstadt.

Insgesamt wurden rund 2500 Arbeitsstunden im Rahmen des Autokinos geleistet.

Doch so gut die Veranstaltungsreihe auch gelaufen ist, so seien alle organisatorisch Beteiligten doch fürs Erste froh, dass sie vorbei ist. „Es war einfach sehr viel Arbeit. Insgesamt dürften es rund 2500 Arbeitsstunden sein, die im Rahmen des Autokinos auf ehrenamtlicher Basis geleistet wurden“, so Schildknecht mit dem Hinweis, dass alle seine Mitstreiter wie er berufstätig oder Studenten seien. Zudem sei das Backnanger Autokino das in der Coronakrise einzige in Baden-Württemberg gewesen, das rein ehrenamtlich betrieben wurde. Ein besonderer Dank gelte somit auch den Sponsoren sowie nicht zuletzt der Stadt Backnang. Denn die Stadt wird laut Schildknecht für das Defizit aufkommen, das sich nach Aufrechnung aller Einnahmen und Kosten ergibt. Denn trotz der guten Besucherzahlen habe man einen erheblichen Verlust eingefahren. Die Organisation der einzelnen Veranstaltungen mit Security und coronabedingten Sicherheitsmaßnahmen und Regelungen zu Hygiene und Abstand forderte eben ihren Tribut. Schildknecht: „Wir haben das ganze Geld, das sonst vom Stadtjugendring in das Backnanger Straßenfest gesteckt wird, für das Autokino investiert.“

Gelohnt habe es sich aber schon allein wegen der Publikumsresonanz. „Die Leute zeigten sich sehr dankbar, und wir bekamen unter anderem unzählige E-Mails mit Dankesbekundungen“, so Schildknecht weiter. Das Ganze zu organisieren, sei in der Tat eine wertvolle Erfahrung gewesen. Die Netzwerkarbeit, die Bereitstellung der Security, der Licht- und der Tontechnik: Noch vor einem halben Jahr hätte niemand im Stadtjugendring daran gedacht, dass es möglich sei, so etwas organisatorisch zu stemmen. Die Technik in den Etzwiesen werde im Übrigen jetzt nicht abgebaut, sondern für die anstehenden Abschlussfeiern der Backnanger Schulen noch genutzt. Umso bedauernswerter sei es, dass man nicht noch mehr Künstler auftreten lassen konnte: „Es gab über 130 Anfragen von Künstlerseite, die wir leider nicht mehr berücksichtigen konnten.“ Und auch wenn Schildknecht mehrfach betont hat, dass das Backnanger Autokino eine einmalige Sache sei und bleibe: Für das Jahr 2021 ist wohl doch schon von einem Revival-Wochenende die Rede. Zuvor aber, genauer gesagt am kommenden Wochenende, wird es das Helferfest aller am Backnanger Autokino Beteiligten geben.

Schildknecht: „Das wird dann ein würdiger Abschluss für alle Ehrenamtler, die Sicherheitsbeauftragten und die Technikleute. Danach sind wir wohl alle froh, wieder mehr Zeit für andere Dinge zu haben, und müssen erst einmal die Akkus wieder aufladen.“

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Erstellt:
7. Juli 2020, 11:30 Uhr

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