Erste Charge Schnelltests ist schon da

Landrat begrüßt Kabinettsvorlage zu Coronaschnelltests für Schulen und Kitas. Der Rems-Murr-Kreis sei bereits startklar.

Bei Covid-19-Infektionen in Schulen, Heimen oder Kliniken muss schnell getestet werden. Da sind Schnelltests Gold wert.Symbolfoto: Stock-Adobe

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Bei Covid-19-Infektionen in Schulen, Heimen oder Kliniken muss schnell getestet werden. Da sind Schnelltests Gold wert.Symbolfoto: Stock-Adobe

WAIBLINGEN (pm/bro). Nach wie vor sorgen Coronainfektionen in zahlreichen Kitas und Schulen für Schließungen, dabei hat die Schule nach den Herbstferien gerade erst wieder begonnen. Außerdem sind derzeit in fünf Pflegeheimen im Rems-Murr-Kreis Infektionen bekannt. Dies stellt die Akteure im Landkreis vor große Herausforderungen. Es muss bei Ausbrüchen umgehend getestet werden, will man das Infektionsgeschehen schnell erkennen, um eine Ausbreitung des Virus möglichst zu unterbinden.

So wurde allein in der Diakonie Stetten am Wochenende eine Reihentestung mit mehr als 130 Tests vom Infektomobil des Landkreises gemeinsam mit den Kreisärzteschaften durchgeführt und schon am ersten Tag nach den Herbstferien wurde kurzfristig eine Reihentestung von 60 Kindern und zehn Mitarbeitern eines Kinderhauses ermöglicht. „Solche Reihenabstriche belasten nicht nur die Kapazitäten der Labore, sondern auch die Kreisärzteschaften. Ohne deren unermüdliche Unterstützung wären die aktuelle Lage und solche Testungen nicht zu stemmen“, so Landrat Richard Sigel zu der Zusammenarbeit mit den Kreisärzteschaften, die er als hervorragend bezeichnet. Im erweiterten Coronakrisenstab des Rems-Murr-Kreises war man sich daher schon vor den Herbstferien einig, dass man angesichts erschöpfter Kapazitäten bei sogenannten laborgestützten PCR-Tests auch neue Wege gehen müsse. Die Herbstferien wurden daher genutzt, um ein neues Testzentrum für sogenannte Schnelltests aufzubauen. „Uns war bewusst, dass gerade die Testung von Menschen ohne Symptome in diesem Umfang auf Dauer für die Arztpraxen nicht leistbar ist“, so Landrat Sigel. Neben dem Infektomobil und den Tests in den Arztpraxen der Kassenärzte im Landkreis sollen Schnelltests daher eine dritte Säule bei Coronatests im Landkreis werden, insbesondere eine schnelle Testung von Schulen und Kitas hat der Landkreis dabei im Blick, denkt aber auch schon an Pflegeeinrichtungen und kritische Infrastruktur wie beispielsweise die Feuerwehr. „Ich freue mich, dass unsere Strategie für den Rems-Murr-Kreis jetzt auch mit der Kabinettsvorlage Rückenwind bekommt und wir dann auf gesicherter Grundlage loslegen können. Die Vorbereitungen sind getroffen und die erste große Lieferung von Schnelltests ist bereits im Lager angekommen“, so Landrat Richard Sigel zu der Meldung der Kabinettsvorlage. „Ich appelliere aber schon jetzt an Bund und Land, dass es nicht wie bei der ersten Welle zu Versorgungs- und Lieferengengpässen bei Schnelltests kommen darf. Denn nur dann können auch die umfassenden Teststrategien der nationalen Testverordnung umgesetzt werden, die seit dem 14. Oktober gilt“, mahnt der Landrat gleichzeitig und mit Blick darauf, dass in vielen Kliniken und Einrichtungen bisher noch nicht einmal Tests für das Personal angekommen sind.

Die neue Testverordnung sehe beispielsweise vor, dass nicht nur Schulen und Kitas bei Ausbrüchen getestet werden, sondern auch umfassende Testungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen mittels Schnelltests durchgeführt werden. Dabei sollen neben Personal, Bewohnern und Patienten auch beispielsweise Besucher getestet werden können, wie das Landratsamt mitteilt.

Aktuelle Zahlen im Kreisgebiet

Die Zahl der Corona-Infizierten ist gestern erneut um 138 auf nun insgesamt 4050 Infizierte gestiegen. In Quarantäne befinden sich derzeit 605 Menschen, das entspricht einem nennenswerten Rückgang von 56 Personen.

Der Inzidenzwert liegt aktuell bei 142 Fällen pro 100000 Einwohnern. Er verharrt damit im tiefroten Bereich. Der Inzidenzwert wird rot ab 50 Infizierten pro 100000 Einwohnern. Dies ist im Rems-Murr-Kreis nun seit mehreren Tagen der Fall. In gesamten Bundesland Baden-Württemberg gibt es keinen Landkreis mehr, der unter dem Inzidenzwert 50 rangiert.

Unverändert ist die Zahl der Menschen, die im Landkreis mit einem positiven Covid-19-Befund gestorben sind, nämlich 101. Es ist jedoch zu befürchten, dass diese Zahl ansteigen wird, nachdem das Virus inzwischen in einem halben Dutzend Heime im Kreis nachgewiesen worden ist.

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Erstellt:
5. November 2020, 06:00 Uhr

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