„Erster Schritt zur gelungenen Integration“

Bürgermeister und Gemeinderat laden auch Neubürger zum Bürgerempfang in Sulzbach ein – Ehrungen als einer der Höhepunkte

Beim diesjährigen Sulzbacher Bürgerempfang standen Ehrungen im Vordergrund. Mit 176 geehrten Sportlern gab es dieses Jahr eine Rekordzahl. Ausgezeichnet wurden auch Blutspender und Feuerwehrleute. Zuvor sprach Bürgermeister Dieter Zahn über die aktuellen Baumaßnahmen und sonstigen Geschehnisse im Gemeindegebiet.

Entführten die Gäste mit Charleston- und Rock-’n’-Roll-Tänzen auf eine musikalische Zeitreise ins letzte Jahrhundert: Die Rote Garde des Sulzbacher Carnevalsvereins in roten und grünen Petticoats.

© Jörg Fiedler

Entführten die Gäste mit Charleston- und Rock-’n’-Roll-Tänzen auf eine musikalische Zeitreise ins letzte Jahrhundert: Die Rote Garde des Sulzbacher Carnevalsvereins in roten und grünen Petticoats.

Von Ute Gruber

SULZBACH AN DER MURR. Möchte man sich ein Bild von einer Gemeinde machen, so bietet so ein Bürgerempfang wie vergangenen Freitag in Sulzbach die beste Gelegenheit. Viele Entscheidungsträger sind dort zugegen – sie alle sind in lockerem Rahmen ansprechbar. Gerne werden so am Rande der Veranstaltung Angelegenheiten auf dem kurzen Dienstweg besprochen und unbürokratisch geklärt. Dazu bietet sich der gesellige Teil mit Ständerling bei köstlichem Selbstgebackenem und freien Getränken am Ende des Abends geradezu an. Für die Bewirtung sorgte der Obst- und Gartenbauverein, der dieses Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

Darüber hinaus erfährt man im offiziellen Teil aus der ausführlichen Ansprache von Bürgermeister Dieter Zahn, was denn so an Projekten im Flecken am Laufen ist. Nicht ohne Grund werden daher Neubürger der Ortschaft bewusst zu diesem Event eingeladen: „Das ist der erste Schritt zu einer gelungenen Integration“, findet der Schultes, der nach eigenen Worten Probleme gern offen und direkt bei den Verantwortlichen anspricht.

Bei den brennenden Themen Wohnraum, Kinderbetreuung und Klimaschutz sieht Zahn die Gemeinde auf einem guten Weg, indem ein neues Baugebiet in Planung ist, ein Kindergarten erweitert wird und die kommunale Nahwärmeversorgung dank Kooperation mit der örtlichen Biogasanlage zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist wird. „Wie wär’s mit mehr Selbstverantwortung für die Kommunen?“, prangert er den „Riesenpapierkrieg“ an, der bei allen Vorhaben zu bewältigen sei.

Die bereits fertiggestellten Teile der neuen Trinkwasserversorgung hätten sich bereits bewährt, als vor Kurzem ein schwer zu ortender, großer Wasserrohrbruch Teile von Sulzbach aufs Trockene setzte: „Mit dem zusätzlichen dritten Anschluss an die NOW ließ sich das ganz gut überbrücken.“

Hochwasserschutz hat seine Bewährungsprobe hinter sich

Auch der Hochwasserschutz habe seine Bewährungsprobe schon hinter sich, die neu gestaltete Fischbachmündung sei ein Publikumsmagnet. Die Sammelkläranlage habe jetzt eine neue, effizientere Rechen- sowie Sandwaschanlage, auf dem Friedhof gibt es 41 neue Urnengrabkammern. Nicht nur der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus, sondern auch die Festhalle und die Straßenbeleuchtung seien auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt worden, die Festhalle habe außerdem neue Küchenmöbel bekommen. Der Stromversorger Süwag konnte überredet werden, einen großen Teil der Freileitungen gleich mit den neuen Wasserleitungen unter die Erde zu legen, das Sanierungsgebiet Ortskern I sei nach 13 Jahren erfolgreich abgeschlossen, für das Anschlussprojekt Ortskern II sei ein Förderrahmen von 1,33 Millionen Euro jetzt bewilligt.

Außer den bereits genannten Projekten stehe nun die energetische Sanierung und EDV-Ausstattung der Realschule an. Auch hier gäbe es die Zusage über 1,6 Millionen Euro Fördermittel. Der Kreisverkehr an der Kreuzung L1066 und Haller Straße dagegen würde mit der Brückensanierung in Bartenbach offenbar frühestens 2020 realisiert werden. Dafür schreite der Ausbau der Breitbandversorgung allmählich voran.

Umrahmt von beschwingten Rhythmen des Musikvereins Sulzbach an der Murr und tänzerischen Darbietungen der Roten Garde des Sulzbacher Carnevalsvereins, welche die Zuschauer in roten und grünen Petticoats mit Charleston und Rock’n’Roll auf eine musikalische Zeitreise ins letzte Jahrhundert entführten, wurden im Anschluss zahlreiche erfolgreiche Mitbürger geehrt. Mit 176 geehrten Sportlern gab es dieses Jahr eine Rekordzahl, außerdem gab es Erfolge bei der freiwilligen Feuerwehr und Jubiläen bei den Blutspendern.

„Mit Ihrer Bereitschaft, Blut zu spenden, haben Sie Leben gerettet“, lobt der Bürgermeister diese Jubilare, „nicht nur einmal, sondern 10-, 25-, 50-, 100- und sogar 125-mal.“ Denn trotz allen medizinischen Fortschritts sei es bis heute nicht gelungen, dieses Lebenselixier künstlich herzustellen. 10-mal haben gespendet: Manuela Fechter, Sabine Scheub, Kathrin Seke, Gregor und Johanna Bella; 25-mal: Armin Eidenpencz, Arlette Engler, Jörg Imgrund, Britta Kienzle, Tanja Prinz und Susanne Wüstner. 50-mal zur Ader gelassen wurden: Andreas Krötz, Max Mauser und Markus Prinz, ganze 100-mal Heiko Diem und sagenhafte 125-mal Alfred Braun. Letzterer erhielt dafür neben der Verleihungsurkunde die Blutspendenadel in Gold mit Ehrenkranz.

Auch Feuerwehrleute werden immer wieder zu Lebensrettern. Die freiwilligen Einsatzkräfte bilden sich fort, indem sie regelmäßig neue Prüfungen ablegen. Für das Leistungsabzeichen in Bronze etwa muss ein Team einen Übungslöscheinsatz mit Personenrettung in einer bestimmten Zeit fehlerfrei absolvieren. Dies ist im vergangenen Jahr Dennis Bauer und Matthias Behr gelungen.

Löschwasser muss offenem Gewässer entnommen werden

In der nächsten Stufe muss als Erschwernis das Löschwasser aus einem offenen Gewässer entnommen werden, es ist technische Hilfe zu leisten, einschließlich der Rettung einer Person und Erster Hilfe. Dabei sind die Abläufe und Sicherheitsvorschriften genau einzuhalten. Dieses Leistungsabzeichen in Silber haben bestanden: Stephan Frisch, Rebecca Hansel, Kevin Heilemann, Hannes Magenau, Tim Neumann, Christof Sixt, Simon Hofmann und Patrick Vogelmann.

Laut Alexander Hübner hatte die Feuerwehr der 5000-Einwohner-Gemeinde letztes Jahr 48 Einsätze, wobei neuerdings öfter technische Hilfe zu leisten sei als Feuer zu löschen: Unwetter, Unfälle und stecken gebliebene Aufzüge. „Gerade die sind ein Kapitel für sich“, schüttelt der Kommandant den Kopf.

Marathon-Ehrung: Neben zahlreichen Sportlern ehrte Bürgermeister Dieter Zahn (Fünfter von links) auch viele Blutspender und verdiente Einsatzkräfte von der freiwilligen Feuerwehr. Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Marathon-Ehrung: Neben zahlreichen Sportlern ehrte Bürgermeister Dieter Zahn (Fünfter von links) auch viele Blutspender und verdiente Einsatzkräfte von der freiwilligen Feuerwehr. Fotos: J. Fiedler

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Erstellt:
8. April 2019, 06:00 Uhr

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