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Erstes Narrentreiben in Auenwald

Die „Schbiallombaschlotzer“ ziehen beim Nachtumzug am Samstagabend mit 77 teilnehmenden Gruppen durch Unterbrüden

In diesem Jahr legt die 1. Narrenzunft Auenwald so richtig los: Der noch junge Verein organisiert zum ersten Mal in der Gemeinde ein Narrentreiben. Die Premiere am Samstagabend findet als Nachtumzug statt und steht unter dem Motto „Narri Narro“ und dreimal „Schbiallombaschlotzer“.

Die Auenwalder Narren in ihren Häsern: Die Masken mit den traurigen Gesichtern erinnern an die armen Bauern, die einst in Unterbrüden daheim waren, während die Gewänder aus Flicken in den Farben des heutigen Gemeindewappens hergestellt sind. Oben in der Mitte steht die Einzelfigur, die mit dazugehört: Ein Eber. Er repräsentiert das Wappentier von Auenwald, das auf den Ortsteil Ebersberg verweist. Foto: privat

Die Auenwalder Narren in ihren Häsern: Die Masken mit den traurigen Gesichtern erinnern an die armen Bauern, die einst in Unterbrüden daheim waren, während die Gewänder aus Flicken in den Farben des heutigen Gemeindewappens hergestellt sind. Oben in der Mitte steht die Einzelfigur, die mit dazugehört: Ein Eber. Er repräsentiert das Wappentier von Auenwald, das auf den Ortsteil Ebersberg verweist. Foto: privat

Von Armin Fechter

AUENWALD. „Schbiallombaschlotzer“, so nannte man einst die Einwohner von Unterbrüden, und so nennen sich heute die Hästräger der Auenwalder Narrenzunft. Der schwäbische Neckname hat, wie die Zunftschreiberin Carmen Eisele erklärt, einen ernsten Hintergrund: Einst lebten in dem Ort nämlich lauter arme Bauern. Ihnen sagte man nach, dass sie sogar die letzten Speisereste noch aus den Spüllumpen herauslutschen, damit sie nicht verhungern müssen. Die traurigen Gesichter der Masken sollen daran erinnern.

Der Verein ist noch jung, er wurde 2017 mit 24 Mitgliedern – heute sind es 38 – gegründet; das Narrentreiben ist die erste größere eigene Aktion. Die Akteure im Verein haben jedoch entsprechenden Hintergrund, waren bereits anderweitig närrisch tätig und können auf ihre Erfahrungen aufbauen. So ist Zunftmeister Dieter Eisele ebenso wie seine Frau Carmen mit den Gepflogenheiten bestens vertraut; die Tochter Lena, die als Pressewart Verantwortung trägt, hat über den Showtanz zur Narretei gefunden.

„Wir sind eine große Familie. Jeder ist für jeden da“, sagen Carmen und Lena Eisele mit Blick auf den enormen Organisationsaufwand für den Umzug. Dankbar verweisen sie auf die vielfältige Unterstützung von anderen Vereinen, etwa dem TSV Lippoldsweiler Fußball oder dem Obst- und Gartenbauverein, von der Gemeinde, von Freunden und Bekannten. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen. Ein Security-Dienst musste engagiert werden, mit Feuerwehr und DRK war Kontakt aufzunehmen, die Umzugsstrecke musste festgelegt und mit der Gemeinde abgestimmt werden – wegen Straßensperrungen und Umleitungsstrecken, aber auch wegen der Umzugsordnung, in der steht, was erlaubt ist und was nicht. Offenes Feuer und der Einsatz von Bengalos sind beispielsweise verboten. Zu regeln galt es auch, wie der Abbau und die Beseitigung von Überresten zu erfolgen haben. Ein Arbeitsplan für die Dienste bei der Veranstaltung musste aufgestellt werden, ein Küchenteam unter Leitung von Häsmeister Jasmin Klöpfer formierte sich, Flyer für einen Häuserschmuckwettbewerb mussten erstellt und entlang der Umzugsstrecke verteilt werden. Nicht zu vergessen die Einladungen an die Vereine in nah und fern.

Beim Narrentreiben, zu dem sich 77 Gruppen angemeldet haben, ziehen die Gastgeber als erste Gruppe voraus. Es folgen bunt gemischt Hästräger, Guggenmusiken, Garden und Musikvereine. Unter ihnen viele aus der näheren Umgebung, so der Backnanger Karnevals-Club mit den Lohkäs-Tramplern und den Backemer Träppler Buaba, die Murreder Henderwäldler, der UCC aus der Nachbargemeinde Weissach, die Reichenberger Burghexen, der Sulzbacher Carnevalsverein, die Spiegelberger Wetzstoi-Hexa und viele andere. Dabei sind aber auch Gruppen aus weiter entfernten Orten: aus Singen, von der Alb und sogar aus Rotkreuz in der Schweiz – die Grööbler. Sieben Guggengruppen, unter ihnen die Guggamusigg Rommdreibr aus Albstadt, geben den Schaulustigen was auf die Ohren.

Auf diesem Kartenauszug hat die Narrenzunft Auenwald die Umzugsstrecke in Unterbrüden in blauer Farbe dargestellt. Los geht es oberhalb des Friedhofs, das Ziel ist bei der Auenwaldhalle.

Auf diesem Kartenauszug hat die Narrenzunft Auenwald die Umzugsstrecke in Unterbrüden in blauer Farbe dargestellt. Los geht es oberhalb des Friedhofs, das Ziel ist bei der Auenwaldhalle.

Info
Spenden statt Eintrittsgeld – Straßen gesperrt

Der Umzug beginnt am Samstag um 18.01 Uhr auf Höhe des Feuerwehrgerätehauses und bewegt sich dann auf der Lippoldsweilerstraße ortseinwärts, um beim Rathaus links in die Auenstraße und zur Auenwaldhalle einzubiegen.

In der Auenwaldhalle findet anschließend ein Brauchtumsabend mit Tanzvorführungen und Guggenmusik statt. Ende ist gegen Mitternacht. Zur Narrenparty sind nicht nur die Umzugsteilnehmer eingeladen, sondern alle, die mitfeiern wollen.

Ein Eintritt wird weder zum Umzug noch zur Narrenparty erhoben. Stattdessen bitten die Veranstalter um Spenden zugunsten des Vereins Sternentraum. Die Spenden werden an den beiden Verpflegungsständen (Höhe Feuerwehrgerätehaus und Lippoldsweilerstraße 22) sowie an der Umzugsstrecke gesammelt.

Der Sprecherstand befindet sich in der Lippoldsweilerstraße 22. Moderatorin Carmen Eisele gibt dort Erklärungen und Informationen zum Umzug und den Gruppen.

Für Umzugsteilnehmer und Besucher gibt es einen kostenlosen Shuttlebus, der ab 16 Uhr bis 20.30 Uhr von Oberbrüden über Mittelbrüden, wo auch für Busse Parkplätze ausgewiesen sind, nach Unterbrüden fährt.

Wegen des Umzugs sind am Samstag folgende Straßen von 16 bis 21 Uhr voll gesperrt: Ortsdurchfahrt Unterbrüden ab Ortsmitte Richtung Lippoldsweiler, K1907 zwischen Lippoldsweiler und Unterbrüden sowie Auenstraße, Brückenweg und Beaurepairestraße in Unterbrüden. Der Straßenverkehr wird während der Zeit der Vollsperrung über Hohnweiler, Oberweissach und Unterweissach beziehungsweise in umgekehrter Richtung umgeleitet.

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Erstellt:
17. Januar 2020, 06:00 Uhr

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