EU-Mittel für Langzeitarbeitslose

Fünf Projekte des Europäischen Sozialfonds im Rems-Murr-Kreis werden mit einem Budget von 480000 Euro umgesetzt

Geld aus Brüssel für den Rems-Murr-Kreis. Foto: Fotolia

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Geld aus Brüssel für den Rems-Murr-Kreis. Foto: Fotolia

WAIBLINGEN (pm). Die Förderung der Integration und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Menschen, die besonders von Armut und Ausgrenzung bedroht sind, ist ein festgelegtes Ziel in der Arbeitsmarktstrategie des Rems-Murr-Kreises zur Umsetzung des Europäischen Sozialfonds (ESF). Der ESF ist ein zentrales Finanzierungsinstrument der Europäischen Union im Bereich der Arbeitsmarktpolitik und wird in Baden-Württemberg regional umgesetzt.

Insgesamt fünf ESF-Projekte werden im Doppelförderjahr 2019/2020 im Rems-Murr-Kreis in diesem Ziel umgesetzt. Das ESF-Budget beträgt in der aktuellen Förderperiode 480000 Euro pro Jahr. Der ESF-Arbeitskreis als Expertengremium erstellt eine jährliche Arbeitsmarktstrategie, bewertet die Förderwürdigkeit der eingereichten Projektanträge und legt ein Augenmerk auf die Ergebnissicherung der durchgeführten Projekte. Gunnar Schwab, Geschäftsführer des Jobcenters Rems-Murr, dazu:„Regionale ESF-Mittel ergänzen ideal das Standardinstrumentarium des Jobcenters, weil sie eine Lücke in der Förderung schließen. In ESF-Maßnahmen lassen sich Dinge umsetzen, die sonst nicht möglich wären. Die ESF-Projekte ,Dame‘ und ,Startklar‘ sind dafür gute Beispiele, in den Maßnahmen lässt sich eine intensive persönliche Betreuung der Menschen umsetzen, wie es für das Jobcenter schlicht nicht leistbar wäre.“

Seit Jahren Zunahme psychischer Erkrankungen

Bei dem Projekt „Startklar“ handelt es sich um ein Teilzeitangebot, das sich an arbeitslose Menschen mit psychischen Erkrankungen richtet, die im Leistungsbezug des Jobcenters von Arbeitslosengeld II stehen. Seit Jahren ist eine Zunahme psychischer Erkrankungen einhergehend mit Suchterkrankung in der Gesellschaft festzustellen. Für die Betroffenen beginnt eine Spirale mit Arbeitslosigkeit, Wohnungsverlust und sozialer Isolation. Berufliche Maßnahmen und Therapien werden nicht durchgehalten. 13 Plätze sieht „Startklar“ vor, aktuell ist der Kurs mit 15 Teilnehmenden belegt. Das Ausloten einer realistischen beruflichen Perspektive ist ein wichtiger Bestandteil der Maßnahme. Unterstützung gibt es bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und Trainings von Bewerbungsgesprächen, im Einzelfall auch Nachbetreuung zur Stabilisierung einer Beschäftigung. Der Kursstundenplan berücksichtigt die Anbindung an spezifische Hilfssysteme, die Suchtberatung des Kreisdiakonieverbands ist als Kooperationspartner bei „Startklar“ im Boot.

„Dame“ ist ein Projekt, das auf arbeitslose Frauen und Mütter mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung zugeschnitten ist. Diese Zielgruppe hat es besonders schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Sprachförderung ist die Voraussetzung für eine berufliche Integration. „Dame“ setzt mit einer Vorstufe an und berücksichtigt, ergänzend zu herkömmlichen Deutschkursangeboten, die familiäre Belastung und das tradierte Rollenbild der Frauen. Aktivierende Bausteine, Orientierung und Lerneinheiten, die das Selbstbewusstsein der Frauen stärken, sind feste Bestandteile bei „Dame“. Das Projekt ist mit 15 Plätzen konzipiert und wurde aufgrund der großen Nachfrage vom Träger auf 25 Plätze aufgestockt.

Info: Weitere Infos zum Europäischen Sozialfonds gibt es auf der Website des Rems-Murr-Kreises.

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Erstellt:
14. Mai 2019, 06:00 Uhr

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