Eva Lanzerath aus Rheinland-Pfalz ist neue Weinkönigin

dpa Neustadt/Weinstraße. Jubel am Ende eines spannenden Wahlabends: Das Anbaugebiet Ahr stellt erstmals nach acht Jahren wieder die Weinkönigin. Bei der Abstimmung über die „Monarchin auf Zeit“ war wegen Corona vieles anders.

Eva Lanzerath bei der Wahl und Krönung der Deutschen Weinkönigin. Foto: Uwe Anspach/dpa

Eva Lanzerath bei der Wahl und Krönung der Deutschen Weinkönigin. Foto: Uwe Anspach/dpa

Die neue Deutsche Weinkönigin heißt Eva Lanzerath und kommt vom Weinanbaugebiet Ahr in Rheinland-Pfalz. Die 22-Jährige setzte sich im Finale im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße am Freitagabend gegen sechs Mitbewerberinnen unter anderem aus Hessen und Baden-Württemberg durch. „Ich bin unfassbar glücklich und gleichzeitig sprachlos und kann es noch gar nicht begreifen“, sagte die angehende Grundschullehrerin nach ihrem Sieg der Deutschen Presse-Agentur. Lanzerath ist die 72. Deutsche Weinkönigin.

Im Namen der Rebe nimmt die wichtigste Botschafterin der Branche innerhalb eines Jahres rund 200 Termine wahr, viele davon im Ausland. Furcht, dass ihr Amt unter der Corona-Pandemie leiden könnte, habe sie nicht, sagte Lanzerath aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Ich denke, wir werden nichts verpassen. Wir werden Möglichkeiten finden, kreativ sein und den deutschen Wein gut in die Welt tragen.“ Wegen der Abstandsregeln musste sich die Siegerin die Krone selbst aufsetzen.

Die Jury wählte Anna-Maria Löffler (24, Anbaugebiet Pfalz) und Eva Müller (24, Anbaugebiet Rheinhessen) zu Weinprinzessinnen - beide ebenfalls aus Rheinland-Pfalz. Lanzerath löst Angelina Vogt-Kappler ab. Die bisherige „First Lady des Rebensafts“ aus dem Anbaugebiet Nahe verabschiedete sich mit feuchten Augen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratulierte Lanzerath per Twitter.

Die sieben Kandidatinnen stellten sich im Finale den 70 Mitgliedern einer Fachjury aus Weinwirtschaft, Politik, Forschung und Medien. Dabei mussten sie unter anderem Weinsorten bei einer Blindverkostung erkennen und Schlagfertigkeit unter Beweis stellen - etwa, als sie bestimmte Begriffe in eine Rede einbauen mussten. In den vergangenen Jahren waren sie dabei von zahlreichen Anhängern unterstützt worden. Diesmal durften coronabedingt nur wenige Angehörige in den Saalbau.

Im Kampf um die Krone unterlagen Tamara Luisa Elbl (22, Württemberg) und Bärbel Ellwanger (26, Mosel) sowie Jana Petermann (23, Hessische Bergstraße) und Alexandra Unger (23, Rheingau). Alle Kandidatinnen sind bereits regionale Weinköniginnen eines deutschen Anbaugebiets.

Die Deutsche Weinkönigin wirbt seit 1949 für die Branche. Bis 1999 galt die Bedingung, dass die Kandidatinnen ledig sein und aus einer Winzerfamilie stammen mussten. Die erste Majestät war Elisabeth Kuhn aus Neustadt an der Weinstraße. Die heutige Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) trug einst ebenfalls die Krone (1995/1996).

Insgesamt gibt es in Deutschland 13 Weinanbaugebiete. Sechs von ihnen entsandten diesmal keine Kandidatin, weil dort die regionale Weinkönigin ihre Amtszeit wegen der Corona-Pandemie verlängerte.

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Erstellt:
25. September 2020, 22:42 Uhr

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