Baden-Württemberg
Experte: Goldschakal ist bald heimisch wie Fuchs und Reh
Er schleicht sich lautlos durchs Unterholz – und setzt sich fest: Der Goldschakal ist in Baden-Württemberg angekommen. Experten sind sich sicher: Das wird kein kurzes Gastspiel.
© dpa/F. Böcker
Ursprünglich von Indien bis Südosteuropa beheimatet, erreichte der Goldschakal Deutschland über Ungarn und Österreich.
Von red/dpa/lsw
Der scheue und seltene Goldschakal ist in Baden-Württemberg heimisch geworden. Aus zahlreichen Landkreisen liegen Nachweise vor, mehrere Paare pflanzen sich fort – und Experten sind sich sicher, dass das Tier bleiben wird. „Der Goldschakal entwickelt sich derzeit von einer Randerscheinung zu einem dauerhaften Thema“, sagt Felix Bröcker von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt. „Er wird sich früher oder später neben Fuchs, Reh und Wildschwein als verbreitete, heimische Wildart etablieren.“
Zum Internationalen Tag der Schakale (19. April) sieht das auch der Naturschutzbund (Nabu) so: „Es ist gut, sich auf ihn dauerhaft einzustellen.“
Zugewandert auch aus Indien
Ursprünglich von Indien bis Südosteuropa beheimatet, erreichte der Goldschakal Deutschland über Ungarn und Österreich. Die erste deutsche Fundmeldung stammt aus dem Jahr 1997, der erste Nachweis eines Goldschakals im Südwesten aus dem Jahr 2018. Seitdem nehmen die Sichtungen stetig zu – meist nicht mit bloßem Auge, sondern über Wildkameras oder genetische Spuren. Im Schwarzwald-Baar-Kreis kam vor fünf Jahren erstmals in Deutschland Nachwuchs zur Welt.
Angst müsse niemand vor den Tieren haben, betont Nabu-Expertin Alexandra Ickes. „Für den Menschen stellt der Goldschakal keine Gefahr dar.“ Als scheues, nachtaktives Tier gehe der Schakal dem Menschen so weit wie möglich aus dem Weg.
