Krieg im Nahen Osten
Experte: Iran kann USA militärisch wenig entgegensetzen
Ein deutscher Politologe wertet die iranischen Gegenangriffe auf US-Ziele als Nadelstiche. Aufschlussreich sei die ausbleibende Unterstützung aus Moskau und Peking für Teheran.
© AFP/MAHMUD HAMS
Rauch steigt in der Nähe einer Militärbasis in Katar auf. Hier soll ein Iranischer Gegenschlag abgewehrt worden sein.
Von red/Dpa
Der Iran kann den Angriffen von Israel und den USA aus Sicht eines Experten militärisch wenig entgegensetzen. „Seit den Angriffen im vorigen Sommer scheint der Iran seine Luftabwehr nicht wesentlich gestärkt zu haben“, sagte der Politologe Maximilian Terhalle von der kalifornischen Stanford University der Deutschen Presse-Agentur. „Die Iraner versuchen zwar, überall dort anzugreifen, wo die Amerikaner im Nahen Osten stationiert sind.“ Das seien aber eher Nadelstiche. „Iran hat nicht die Schlagkraft, die Amerikaner zu schwächen.“
Umgekehrt sieht der Politikwissenschaftler durchaus die Möglichkeit, dass die Angriffe die iranische Regierung stürzen könnten. „Die Chance, die wesentlichen Elemente der Elite auszuschalten, ist durchaus gegeben. Aber ob das ausreicht, um die Revolution auf die Straße zu bringen, bleibt abzuwarten.“
Keine Unterstützung aus Moskau und Peking
Spannend ist für Terhalle das Verhalten von Russland und China in dem Konflikt. „In der Stunde der Entscheidung sehen wir keine Unterstützung aus Moskau und Peking für das Regime“, betonte er. „Putin scheint der Zugang zu Trump wichtiger zu sein als der Iran.“
