Falsche Polizisten erbeuten mit Corona-Betrug 30 000 Euro

dpa/lsw Boxberg. Sie machten sich die Angst vor dem Coronavirus zunutze: Betrüger haben in Boxberg (Main-Tauber-Kreis) eine 79-Jährige dazu gebracht, ihre EC-Karten sowie die Zugangsdaten zu ihren Kontos vor die Tür zu legen. So erbeuteten die Täter 30 000 Euro, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Betrüger gaben sich als Beamte des Bundeskriminalamtes aus, die die Frau vor Straftaten in der Nachbarschaft schützen wollten: Sie würden sich für sie um den Schutz ihres Vermögens kümmern. Um sich nicht mit dem Coronavirus zu infizieren, sollte die Frau ihre Karten und Daten vor die Tür legen.

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Diese Betrugsmasche sei in den vergangen Tagen mehrfach genutzt worden, hieß es von der Polizei weiter. Bisher wurden zwei Fälle gemeldet, doch die Beamten gehen von einer höheren Dunkelziffer aus. Nach Angaben eines Sprechers suchen die Betrüger gezielt in Telefonbüchern nach altdeutschen Vornamen, geben sich stets als Polizisten aus und warnen vor einer angeblichen Straftat in der Nachbarschaft, vor der das Opfer geschützt werden solle.

Das Phänomen gibt es nicht erst seit der Corona-Krise. 2019 haben Betrüger mit dem sogenannten Enkeltrick und als falsche Polizisten rund 10,5 Millionen Euro erbeutet. Die Zahl der bekannten Fälle hat sich im Vergleich zum Jahr davor fast verdoppelt, wie aus der jüngsten Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes hervorgeht.

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Erstellt:
30. März 2020, 12:54 Uhr

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