Fast 2300 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

dpa Berlin. Die Zahl der neuen Corona-Fälle in Deutschland steigt. Auch ältere Menschen infizieren sich wieder etwas mehr. Sie sind besonders anfällig für einen schweren Verlauf.

Dicht an dicht liegen die Menschen bei sommerlichen Temperaturen an der Isar. Foto: Peter Kneffel/dpa

Dicht an dicht liegen die Menschen bei sommerlichen Temperaturen an der Isar. Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Stand seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2297 neue Fälle, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

„Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schreibt das RKI in seinem Bericht von Freitagabend.

Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor recht entspannt - das geht aus dem sogenannten DIVI-Intensivregister hervor, das die freien und belegten Intensivbetten von fast 1300 Krankenhäusern erfasst. „Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt“, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter. Er appellierte erneut an die Bürger, Abstand zu halten, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Hygiene-Regeln zu beachten.

Der Anteil der Infizierten in der älteren Bevölkerung nehme aktuell leicht zu, schreibt das RKI. „Sollte sich der aktuell beobachtete Trend fortsetzen und sich weiter vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden.“ Der R-Wert liege derzeit etwas über 1. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden. Die Zahl der Tests nahm laut RKI zuletzt wieder leicht zu.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270 070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten rund 239 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Unter Deutschlands Nachbarländern ist derzeit besonders Frankreich stark betroffen. Am Freitagabend meldeten die französischen Gesundheitsbehörden einen neuen Höchstwert von 13 215 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen wie im Frühjahr plant die Bundesregierung momentan aber nicht. „Wir versuchen, durch geeignete Maßnahmen die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu vermeiden“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter. Ein wichtiger Baustein seien dabei Maßnahmen zur Nachverfolgung und Unterbrechung von Infektionsketten.

Das Paul-Ehrlich-Institut rechnet weiterhin mit einer Zulassung von Corona-Impfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit befänden sich neun Impfstoff-Kandidaten in der abschließenden klinischen Phase III, sagte Instituts-Chef Klaus Cichutek den Sendern RTL und ntv. Zwar sei der Zeitpunkt Spekulation, „aber rechnen wir mal Ende diesen Jahres, mit Beginn des nächsten Jahres mit den ersten Zulassungen“. Diese Einschätzung vertritt das Paul-Ehrlich-Institut - das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe - unverändert seit längerer Zeit.

Auch bei einer Zulassung von Impfstoffen zu diesem Zeitpunkt werde es noch mehrere Monate dauern, bis in Deutschland ein Impfstoff flächendeckend zu Verfügung stehe.

© dpa-infocom, dpa:200919-99-623296/9

Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt für einen Cotrona-Test einen Abstrich von einer Frau.assen"). Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt für einen Cotrona-Test einen Abstrich von einer Frau.assen"). Foto: Moritz Frankenberg/dpa

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Erstellt:
19. September 2020, 05:32 Uhr

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