Federkronen in der Post und Pferdekot auf dem Auto
Auch 2025 hat sich die Polizei im Rems-Murr-Kreis wieder allerlei kuriosen Fällen widmen müssen. Eine Sammlung der Highlights.
© zoll
Der Zoll hat im Sommer drei indigene Kronen mit Federn von artgeschützten Papageien beschlagnahmt. Foto: Zoll
Rems-Murr. Polizistinnen und Polizisten haben schon alles gesehen – möchte man meinen. Bei so manchem Fall im vergangenen Jahr haben aber sicherlich auch die Beamten stutzen müssen. Wir blicken zurück auf die kuriosesten Polizeimeldungen aus dem Rems-Murr-Kreis, die 2025 in der Redaktion eingegangen sind.
Seltsames Diebesgut Für gewöhnlich haben es Diebe auf besonders wertvolle Gegenstände oder eben Bargeld abgesehen. Immer mal wieder gibt es aber Fälle, bei denen man sich fragen muss, ob die Täter das Ganze wirklich gut durchdacht hatten.
So etwa im Februar in Burgstetten passiert. Über Mülltonnen und ein offenes Küchenfenster drang ein 24-jähriger Mann in ein Haus in der Erbstetter Straße ein. Sein Ziel? Die Küche. Dort bediente sich der wohnungslose junge Mann aus dem Kühlschrank an Käse und einem Kaltgetränk.
Deutlich sperriger war die Beute, welche Unbekannte Ende März in Sulzbach machten. In der Backnanger Straße nahmen sie eine Abzugshaube für den Gastronomiebedarf mit. Zwar hatte das Gerät einen Wert von mehreren Hundert Euro, war mit seinen Maßen von 2,5 mal einem Meter aber auch sicherlich nicht leicht zu transportieren.
Noch schwieriger war der Transport wohl im August in Backnang. Dort wurde nämlich vom Spielplatz Plattenwald die Edelstahlrutsche abmontiert und gestohlen.
Gleich zwei außergewöhnliche Diebstähle wurden der Polizei im Mai in Schorndorf gemeldet. Einem Bienenzüchter wurden Jungbienen von sieben seiner Bienenvölker gestohlen, der Schaden wurde auf 2000 Euro beziffert. Wenige Tage später musste ein Haubersbronner Gartenbesitzer feststellen, dass auf seinem Grundstück 14 Apfelbäume fehlten. Die fünf bis sechs Jahre alten Apfelbäume waren ausgegraben und anschließend abtransportiert worden.
Bis zur Ernte wollten Unbekannte im November in Kirchberg an der Murr wohl eher nicht warten. Sie brachen in eine Gaststätte im Backnanger Weg ein und stahlen laut Polizei Süßigkeiten und Burgerpattys im Wert von rund 140 Euro. Noch im gleichen Monat erbeuteten Einbrecher in Kirchberg aus einem Vereinsheim in der Straße Holzwiesen mehrere Rouladen und Sauerbraten im Wert von etwa 100 Euro.
Ebenfalls auf Leckereien war ein Täter im Dezember in Aspach aus. Er öffnete gewaltsam eine verglaste Schiebetür, um aus einer Bäckerei in der Hauptstraße eine Schachtel Pralinen zu stehlen. Der Schaden an der Tür war dabei mit etwa 2000 Euro ungleich höher als der Wert der Beute.
Im gleichen Monat hatte es in Kernen-Stetten jemand auf ein Brautkleid abgesehen. Dieses befand sich in einem vergitterten Kellerabteil eines Mehrfamilienhauses in der Kirchstraße und war zum Zeitpunkt es Diebstahls schon rund zehn Jahre alt. Der Zeitwert wird auf 500 Euro geschätzt.
Ungewöhnliche Brände In einem Jacuzzi wird man für gewöhnlich nass. Dass es aber auch anders gehen kann, zeigt ein Fall aus Auenwald-Mittelbrüden im Februar. Dort geriet der Whirlpool nämlich aufgrund eines technischen Defekts in Brand. Ob zu diesem Zeitpunkt noch Wasser darin war, ist nicht bekannt. Bei seinem Löschbemühungen griff der Hausbewohner dann aber doch lieber zum Feuerlöscher.
Ein Versuch, auf einem Spielplatz Marshmallows über offenem Feuer zu rösten, ist im März im Berliner Ring in Backnang ordentlich schiefgegangen, denn kurz darauf fing das Klettergerüst Feuer. Statt leckerer Süßigkeiten war dann also ein Feuerwehreinsatz angesagt; der Schaden der Aktion beläuft sich auf etwa 2000 Euro.
Fragwürdiges Verhalten Manchmal wüsste man nur zu gerne, was dahintersteckt. So etwa bei einem Fall in Großerlach im Januar. Unbekannte hatten in der Nacht einen in der Goethestraße geparkten BMW mit Pferdekot überschüttet. Ebenfalls auf ein Auto abgesehen hatten es unbekannte Jugendliche im September in Backnang. Sie warfen nachts mit Eiern auf einen vorbeifahrenden BMW.
Unverantwortlich hat im Februar ein 33-jähriger Radfahrer gehandelt, der betrunken auf der Bundesstraße unterwegs war. Der Polizei wurde gemeldet, dass der Radfahrer auf dem Teiler B14/B29 in Richtung Stuttgart gefährlich zwischen den Fahrstreifen in Schlangenlinien pendeln würde. Es kam glücklicherweise zu keinem Unfall. Bei einer Kontrolle stellte sich heraus, dass der Mann mit mehr als einem Promille unterwegs war.
Durch andauernde Störungen eines Gottesdiensts hat im März in Backnang eine Frau von sich reden gemacht. Weil sie sich weigerte, den Ort zu verlassen, musste die Polizei hinzugezogen werden, welche die renitente 56-Jährige am Ende mit Gewalt zur Tür brachte.
Einen auf einem Wanderparkplatz in Berglen geparkten Bagger hat im Juni ein Unbekannter zu Hilfe genommen, um einen angrenzenden Forst- und Waldweg umzugraben. Warum das Ganze? Weiß man nicht. Immerhin hatte der Täter den Anstand, den Bagger nach seinen Grabeaktivitäten wieder an der ursprünglichen Stelle abzustellen.
Eher wenig Anstand legte hingegen ein 32-jähriger Mann im Juli an den Tag. Er entkleidete sich nämlich in der S-Bahn der Linie 3 zwischen Stuttgart in Winnenden und fuhr splitternackt. Erst bei der Ankunft in Winnenden entschied er sich, sich wieder anzukleiden.
Keine Kleidung, aber mehrere Gullydeckel haben Unbekannte im Juni in der Welzheimer Straße in Unterweissach entfernt. Eine Autofahrerin bemerkte das zu spät und fuhr mit einem Reifen in eines der Löcher.
Mit Mayonnaise und Dosengemüse ist im August in der Eugenstraße in Fellbach ein Hauseingang „dekoriert“ worden. Zudem wurde ein toter Fisch in den Briefkasten gelegt. Was das wohl bedeuten sollte?
Spektakulärer Fund Anfang August haben Beamte des Zollamts Winnenden drei indigene Federkronen, verziert mit zahlreichen Papageienfedern, in einem Postpaket entdeckt. Das Paket wurde aus Brasilien an eine Empfängerin im Rems-Murr-Kreis versandt. In Empfang nehmen durfte die Frau die Kronen jedoch nicht. Da es sich bei dem farbenfrohen Kopfschmuck um das Federkleid eines artgeschützten Vogels handeln könnte, wurden die Federn beim Zollamt genauer unter die Lupe genommen. Experten des Stuttgarter Naturkundemuseums bestätigten jetzt den Verdacht des Zolls: Hier wurden die Federn von artgeschützten Papageien verarbeitet. Eine Einfuhr der Tiere – oder ihrer Federn – ist streng verboten. Die drei Federkronen wurden beschlagnahmt. Eine legale Einfuhr derartiger Waren ist nur unter Vorlage entsprechender artenschutzrechtlicher Genehmigungen möglich. Gegen die Empfängerin wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, welches durch das Bundesamt für Naturschutz weiterverfolgt wird. log
