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Flüchtlingsaufnahme: Strobl dankt Soldaten für Hilfe

dpa/lsw Heidelberg. 146 Bundeswehrsoldaten sind als Corona-Helfer im Südwesten im Einsatz, fast alle in Flüchtlingsunterkünften. Innenminister Strobl stärkt den Soldaten den Rücken. Es gibt auch Kritik an ihrem Einsatz.

Thomas Strobl (l, CDU), baden-württembergischer Innenminister. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Thomas Strobl (l, CDU), baden-württembergischer Innenminister. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Essen austeilen, Handtücher und Seife aushändigen und sich um Kranke kümmern - das sind die Aufgaben von rund 80 Soldaten im Heidelberger Ankunftszentrum für Geflüchtete. Innenminister Thomas Strobl zeigte sich für die niedrigschwellige Hilfe sehr dankbar und wies Kritik des grünen Koalitionspartners an dem Einsatz zurück. „Das Zentrum ist das Herz der Flüchtlingsaufnahme in Baden-Württemberg, und die Bundeswehr trägt dazu bei, dass es schlägt“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in der Einrichtung bei einem Treffen mit Generalleutnant Martin Schelleis.

Zuvor hatte der Grünen-Innenpolitiker Uli Sckerl kritisiert, der Umfang des Einsatzes sei in der Koalition nicht abgesprochen gewesen und es würden - entgegen dem Grundgesetz - hoheitliche Aufgaben von der Bundeswehr übernommen. Strobl verwies auf den Polizeiposten auf dem Gelände, der für Sicherheit und Ordnung zuständig sei. Im übrigen berichte er regelmäßig im Kabinett über den Einsatz der insgesamt 146 Soldaten, darunter 41 Sanitätssoldaten, in der Flüchtlingsunterbringung im Südwesten.

Adriano Simic gehört zur Deutsch-Französischen Brigade und ist für die Verpflegung zuständig, die wegen Corona zu den Bewohnern gebracht werden muss. Kantinenessen ist zu riskant. Er packt jeden Abend Essenspakete für die Bewohner. „Mir gefällt das sehr gut hier“, sagte der 27-jährige Zeitsoldat, der sonst in der Aufklärung arbeitet. Wie er erzählen auch andere Soldaten von Dankbarkeit und Respekt der Geflüchteten ihnen gegenüber.

Das Ankunftszentrum ist der größte Einsatzort der Bundeswehr im Südwesten mit rund 80 Soldaten. Sie unterstützen die Einrichtungsleitung im Alltagsbetrieb. Derzeit sind auf dem Gelände der früheren US-Militär-Siedlung Patrick-Henry-Village 785 Flüchtlinge bei einer Kapazität von 3500 Plätzen untergebracht. Anfang März waren es noch 1200. Die Zahl wurde auf den derzeitigen Wert gesenkt, um die vorhandenen Plätze wegen des Infektionsschutzes weniger dicht belegen zu können. Die Zahl der Infizierten liegt bei drei. Die Testung von 60 Kontaktpersonen ergab, dass sich niemand angesteckt hatte. Eine wegen der Infektionsrisiken verhängte Ausgangssperre endet an diesem Dienstag.

Derzeit gibt es noch 47 bestätigte Krankheitsfälle in Flüchtlingsunterkünften im Land, davon 37 in Ellwangen.

Laut Generalleutnant Schelleis stehen bundesweit 15 000 Soldaten in Bereitschaft, um im zivilen Bereich Corona-bedingt zu helfen. Rund 700 seien im Einsatz. „Die Soldaten fühlen sich hier sehr gut aufgehoben“, sagte er mit Blick sowohl auf das Personal als auch die Bewohner der Heidelberger Einrichtung.

Das Heidelberger Ankunftszentrum muss in absehbarer Zeit an einen anderen Standort ausweichen, weil die Stadt Heidelberg auf der Konversionsfläche einen neuen Stadtteil entwickeln will.

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Erstellt:
12. Mai 2020, 17:36 Uhr

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