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Folgerichtig

Die Porsche-Strafe ist konsequent – aber was ist mit den Kunden?

Diesel - Nach den Strafzahlungen müssen sich die Autobauer um Vertrauensbildung kümmern.

Stuttgart Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik: Porsche muss eine Strafe zahlen für Dieselmotoren, die der Stuttgarter Sportwagenbauer von der Konzernschwester Audi aus Ingolstadt bezogen hat. Porsche beteuert immer wieder, nie selbst Dieselmotoren entwickelt oder produziert zu haben. Gleichwohl liegt der Gedanke nahe, dass beim Abgasskandal nicht die Hardware das Problem war, sondern vor allem die Software, die den Motor steuert.

Die Anpassung der Technik an die Porsche-Fahrzeuge musste der Sportwagenbauer selbst vornehmen. Nach Strafen in Höhe von einer Milliarde für VW und 800 Millionen Euro für Audi sind die 500 Millionen Euro für Porsche folgerichtig – und keine große Ãœberraschung.

Für Porsche bedeutet der Bußgeldbescheid, dass das Unternehmen einen weiteren Haken hinter das leidige Thema Diesel setzen kann, um sich Zukunftsthemen zu widmen – wie zum Beispiel der E-Mobilität. Wenn die Autobauer die strengen, künftig geltenden CO2-Vorgaben einhalten wollen, müssen sie den Anteil der E-Autos in ihren Flotten innerhalb der nächsten zehn Jahre rasant hochschrauben.

Doch klar ist auch: Die Wette der Hersteller auf die Elektromobilität kann nur aufgehen, wenn die Kunden den Herstellern glauben, dass die E-Autos der Zukunft tatsächlich so grün und so leicht zu händeln sind, wie sie sagen. Dafür braucht es vor allem eines: Vertrauen.

Doch genau das schwindet mit jeder weiteren Dieselmeldung. Ohne die Kunden aber wird die Verkehrswende nicht gelingen. Echte Ãœberlegungen, wie Kunden – auch in Deutschland – entschädigt werden können, wären ein überfälliger Schritt in Richtung Vertrauensbildung.

anne.guhlich@stzn.de

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Erstellt:
8. Mai 2019, 03:04 Uhr

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