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Forscher untersuchen Corona-Infektionen bei Kindern

dpa/lsw Heidelberg. Kinder sollen in absehbarer Zeit wieder in die Kitas gehen. Eine Studie der vier Universitäts-Kinderkliniken soll zeigen, ob sich die Kleinen überhaupt mit dem Coronavirus infizieren können. Wenn nicht, wäre die Rückkehr in die Einrichtungen leichter als befürchtet.

Ein Mitarbeiter eines Labors mit der Auswertung eines Corona-Tests. Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild

Ein Mitarbeiter eines Labors mit der Auswertung eines Corona-Tests. Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild

Die vier Universitäts-Kinderkliniken im Südwesten wollen in einer Studie die Frage klären, ob Kinder bis zu zehn Jahren immun gegen das Coronavirus sind. Damit werde eine isländische Studie zu diesem Thema überprüft, berichtete die „Rhein-Neckar-Zeitung“ am Mittwoch. Gesucht werden dafür landesweit 2000 Kinder plus jeweils ein Elternteil.

Die isländischen Wissenschaftler hatten demnach in der Studie herausgefunden, dass von 13 000 Probanden kein einziges Kind unter zehn Jahren mit dem Coronavirus infiziert war. Bei Menschen ab zehn Jahren waren es 0,8 Prozent, wie es im Fachjournal „New England Journal of Medicine“ heißt.

Der Chef der Heidelberger Kinderklinik, Georg Hoffmann, sagte der „Rhein-Neckar-Zeitung“, er hoffe, dass die isländischen Befunde valide seien. Aber: „Es gibt auch eine Studie aus China, die wiederum zeigt, dass Kinder ähnlich infiziert sind wie Erwachsene - und das Virus auch übertragen, was ja in Island nicht der Fall war.“ Die Studie, an der auch die Kinderkliniken in Ulm, Freiburg und Tübingen beteiligt sind, startet an diesem Donnerstag.

Der Auftrag für die Untersuchung, die von der Heidelberger Klinik koordiniert wird, kam von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) sagte: „Bei allen Einschränkungen an persönlichen Freiheiten, die wir der Bevölkerung zumuten müssen, sind Kinder die Hauptbetroffenen - wir nehmen ihnen die Kita, die Schule, den Zugang zu ihren Freunden.“ Deshalb müsse die Frage, ob die Schließungen überhaupt epidemiologisch gerechtfertigt sind, unter die Lupe genommen werden. Aus den Ergebnissen könnten Rückschlüsse gezogen werden zu Zeitpunkt und Bedingungen der Öffnung von Kitas und Grundschulen.

Hoffmann erläuterte: „Wir wollen wissen, wie viele Kinder aktuell infiziert sind oder die Infektion schon hinter sich haben.“ Schließlich verliefen vermutlich auch viele Infektionen ohne Symptome. In Heidelberg sei bislang kein einziges Kind wegen der Lungenerkrankung stationär behandelt worden. „Und wir vergleichen mit einem Elternteil, um zu sehen, ob Kinder gleich häufig infiziert sind wie Erwachsene oder eben nicht.“

An der Studie interessierte Familien können sich sofort melden - vorausgesetzt, sie sind noch nicht positiv getestet worden.

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Erstellt:
22. April 2020, 16:13 Uhr

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