Frank Nopper wird Backnanger Ehrenbürger

Der Backnanger Gemeinderat verleiht dem bisherigen Oberbürgermeister aufgrund seiner zahlreichen Verdienste um die Murr-Metropole einstimmig die Ehrenbürgerwürde. Die Zeremonie findet bei Noppers offizieller Verabschiedung Ende Mai statt.

Oberbürgermeister Frank Nopper hat das Image Backnangs in den letzten 19 Jahren aufpoliert. Nun erhält er die Ehrenbürgerwürde. Foto: E. Layher

© Edgar Layher

Oberbürgermeister Frank Nopper hat das Image Backnangs in den letzten 19 Jahren aufpoliert. Nun erhält er die Ehrenbürgerwürde. Foto: E. Layher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Es ist die größte Würdigung, die die Stadt Backnang einem Mitbürger angedeihen lassen kann: Der bisherige Oberbürgermeister Frank Nopper erhält das Ehrenbürgerrecht der Stadt Backnang verliehen. Das hat der Gemeinderat in seiner letzten Märzsitzung einstimmig beschlossen. Die Stadt würdigt damit die Verdienste, die Nopper sich in seiner 19-jährigen Amtszeit um die Stadt und deren Bürger erworben hat.

Erster Bürgermeister Siegfried Janocha unterstrich gestern nochmals, dass der Beschluss von allen Fraktionen des Gemeinderats mitgetragen und einstimmig gefasst worden ist. „Die Ehrung ist völlig verdient“, betonte Janocha, „Frank Nopper hat das Image der Stadt nach außen positiv geprägt und Backnang zugleich als Industrie- und Gewerbestandort gestärkt.“ Bei allen Projekten habe sich das Stadtoberhaupt „mit großem Engagement eingebracht, er hat für Backnang wie ein Löwe gekämpft und sich voll reingekniet“.

Die Liste der Verdienste ist laut Janocha riesenlang und umfasst alle Bereiche. So ist es etwa Noppers Zähigkeit zu verdanken, dass das BK-Kennzeichen wieder eingeführt werden konnte und sich seither riesiger Beliebtheit erfreut. Dies sei zwar nur ein kleiner Farbtupfer in der Liste der Verdienste, aber er bestärkt die Identität der Backnanger ebenso wie der von Nopper kreierte Beiname Murr-Metropole. Auch hat Nopper maßgeblich die Wirtschaftsgespräche eingeführt und das Murrspektakel initiiert. Die Realisierung der Murrbäder mit dem Neubau des Hallenbads sowie der Neubau der Sporthalle Katharinenplaisir war ebenso Noppers Engagement zu verdanken wie auch die Belebung des Industrie- und Gewerbegebiets Lerchenäcker, das einst eher vor sich hin dümpelte. Auch die Umgestaltung der Bleichwiese mit den beliebten Murrtreppen, der Murrpromenade oder dem stark frequentierten Annonaygarten darf sich das bisherige Stadtoberhaupt als Erfolgsprojekte seiner Amtszeit anrechnen lassen – sie alle haben zur Belebung der Innenstadt beigetragen. Ferner wurden während Noppers Amtszeit zahlreiche Baugebiete realisiert, so etwa gleich mehrere in Maubach oder im Bereich Katharinenplaisir.

Die Ehrenbürgerschaft ist eine äußerst seltene Auszeichnung, in Backnang wurde sie in über 150 Jahren bislang erst 16-mal vergeben, letztmals an Martin Dietrich, Noppers Vorvorgänger im Amt des Oberbürgermeisters. Dietrich erhielt die Auszeichnung 2002, unmittelbar vor Noppers Amtsantritt. Da Dietrich bereits 2012 verstorben ist, gibt es derzeit keinen lebenden Ehrenbürger.

„Das ehrt mich und das freut mich natürlich ungemein.“

Frank Nopper zeigte sich sehr erfreut über die angekündigte Würdigung: „Das ehrt mich und das freut mich natürlich ungemein.“ Zumal die Entscheidung nicht nur relativ schnell nach dem Ende seines Wirkens in Backnang getroffen wurde, sondern er vermutlich auch einer der jüngsten Würdenträger ist: „Die Ehrenbürgerwürde ist eine Ehrung, die üblicherweise eher im vorgerückten Alter vorgenommen wird. Ich bin ja noch 59 Jahre jung.“ Geplant ist vonseiten der Stadt, dass Nopper die Ehrung zu seinem 60. Geburtstag Ende Mai erhält. So schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung, dass die Verleihung im Rahmen der offiziellen Verabschiedung von Frank Nopper als Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang voraussichtlich am 28. oder 29. Mai stattfinden wird.

Mit der Ehrenbürgerschaft sind verschiedene Anrechte verbunden. Eines dieser Rechte ist, dass im Sitzungssaal des historischen Rathauses ein Porträt in der Galerie der Ehrenbürger aufgehängt wird. Die Frage, wann und wem er demnächst Modell sitzen werde, quittierte Nopper so kurz nach der Entscheidung mit einem Schmunzeln: „Das weiß ich nicht, das muss mir das Haupt- und Personalamt erst noch mitteilen. Ich weiß auch nicht, wie das gehandhabt wird. Ob der Porträtierte oder die Stadt den Künstler aussucht.“

Üblich ist in Backnang ferner, dass mit der Ehrung die Benennung eines Gebäudes, einer Halle, eines Platzes oder einer Straße nach dem Würdenträger einhergeht. Auch hierzu ist die Entscheidung verständlicherweise noch offen. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß. So gibt es in Backnang unter anderem die Martin-Dietrich-Allee, die Eduard-Breuninger-Schule, den Walter-Baumgärtner-Saal im Bürgerhaus sowie die Dillenius-, Eugen-Adolff- oder Karl-Krische-Straße.

Die Ehrenbürgerschaft wurde in Backnang erst 16-mal verliehen

Das Ehrenbürgerrecht ist eine sehr seltene und ganz besonders hohe Auszeichnung, die nur an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich um die Förderung und Unterstützung der Stadt sowie um das Gemeinwohl außerordentlich verdient gemacht haben. Bislang gab es 16 Backnanger Ehrenbürger, meist Bürgermeister, Fabrikanten oder Ärzte.

Folgende Personen wurden bisher mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet:

1.1867 Gottlob Friedrich Moser, geb. 1796 in Stuttgart, gest. 1871 in Stuttgart, Dekan und Stadtpfarrer von Backnang.

2.1874 Friedrich von Dillenius, geb. 1819 in Stuttgart, gest. 1884 in Cannstatt, Landtagsabgeordneter und „Vater der Murrbahn“.

3.1892 Christian von Kalchreuther, geb. 1819 in Marbach am Neckar, gest. 1904 in Cannstatt, Dekan und Stadtpfarrer von Backnang.

4. 1911 Eugen Adolff, geb. 1842 in Backnang, gest. 1925 in Arco, Fabrikant und Pionier der Industriegeschichte in Backnang.

5.1911 Eduard Breuninger, geb. 1854 in Backnang, gest. 1932 in Stuttgart, Kaufhausgründer und Förderer der Stadt Backnang.

6.1919 Fritz Häuser, geb. 1873 in Backnang, gest. 1953 in Backnang, Lederfabrikant, Stiftungsgründer und Förderer Backnangs.

7.1921 Hermann Eckstein, geb. 1872 in Backnang, gest. 1921 in Grab, Stadtschultheiß von Backnang von 1901 bis 1921.

8.1930 Karl Friederich, geb. 1862 in Waldenburg, gest. 1932 in Backnang, 34 Jahre lang bis 1930 Stadtpfleger in Backnang.

9.1930 Robert Kaess, geb. 1855 in Backnang, gest. 1934 in Backnang, Lederfabrikant und Landtagsabgeordneter.

10. 1950 Carl Kaelble, geb. 1877 in Cannstatt, gest. 1957 in Backnang, Fabrikant und Technikpionier.

11. 1952 Dr. Albert Rienhardt, geb. 1877 in Burgstall, gest. 1953 in Backnang, Stadtschultheiß von 1921 bis 1945.

12. 1954 Dr. Walter Gross, geb. 1877 in Neu-Ulm, gest. 1955 in Göppingen, 40 Jahre Allgemeinarzt in Backnang.

13. 1964 Dr. Karl Krische, geb. 1884 in Göttingen, gest. 1964 in Backnang, Arzt und Initiator des Krankenhausbaus in Backnang.

14. 1966 Dr. Walter Baumgärtner, geb. 1899 in Stuttgart, gest. 1984 in Backnang, (Ober-)Bürgermeister von 1946 bis 1966.

15. 1976 Daniel Aimé, geb. 1898 in Mirabel, gest. 1978 in Annonay, Bürgermeister und Wegbereiter der Patenschaft mit Annonay.

16. 2002 Martin Dietrich, geb. 1929 in Stuttgart, gest. 2012, von 1966 bis 1986 Oberbürgermeister von Backnang.

Alle bisherigen Träger der Auszeichnung sind mit einem Gemälde in der Ehrenbürgergalerie im historischen Rathaus verewigt. Diese Galerie wird nun um das Bildnis von Frank Nopper, den 17. Ehrenbürger, erweitert werden. Quelle: Das Backnang-Lexikon

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Erstellt:
31. März 2021, 06:00 Uhr

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