Frankfurt stürzt Hoffenheim: 2:1 trotz Kramaric-Tor

dpa Frankfurt/Main. Eintracht Frankfurt hat die Erfolgsserie der TSG 1899 Hoffenheim gestoppt und die Kraichgauer von der Tabellenspitze gestürzt. Das Team von Trainer Adi Hütter gewann das Spitzenspiel am Samstag mit 2:1 (0:1) und belohnte sich vor 8000 Zuschauern für einen mutigen und stürmischen Auftritt. Daichi Kamada (55. Minute) und Bas Dost (71.) drehten nach der Pause das Spiel, zuvor hatte Andrej Kramaric (18.) die Gäste aus dem Kraichgau mit seinem sechsten Saisontor früh in Führung gebracht. Durch den Erfolg übernahm Frankfurt zumindest vorerst die Spitzenposition.

Hoffenheims Florian Grillitsch und Frankfurts Daichi Kamada (l-r.) im Duell um den Ball. Foto: Uwe Anspach/dpa

Hoffenheims Florian Grillitsch und Frankfurts Daichi Kamada (l-r.) im Duell um den Ball. Foto: Uwe Anspach/dpa

Sechs Tage nach dem furiosen 4:1 gegen Titelverteidiger FC Bayern bot die Gäste-Elf von Trainer Sebastian Hoeneß diesmal einen biederen Auftritt. Die Effizienz von Kramaric und der starke Torhüter Oliver Baumann ließen die TSG zwar lange vom nächsten Sieg und damit von einer weiteren Woche auf Platz eins träumen, doch das genügte über 90 Minuten nicht. Frankfurts Sieg war unter dem Strich klar verdient.

Schon vor dem Anpfiff hatte die Eintracht ihren coronabedingt weit auseinander sitzenden Fans im Stadion die erste positive Botschaft übermittelt: Der frühere Nationalspieler Amin Younes kommt leihweise bis 2022 und wird das Repertoire der Eintracht-Offensive nach der Länderspielpause erweitern. Am Samstag ersetzte noch Steven Zuber den verletzten Filip Kostic. Der frühere Hoffenheimer machte seine Sache ordentlich und sorgte mit Hereingaben von links immer wieder für die gewohnte Gefahr, die sonst Kostic ausstrahlt.

Frankfurt trotzte dem Tabellenführer früh und mit viel Mut. Ein Kopfball von Bas Dost (3.) sowie gleich drei Abschlüsse von André Silva untermauerten das spielerische Übergewicht der Gastgeber in der Anfangsphase. Umso erstaunlicher kam die Führung der TSG: Nach Pass von Christoph Baumgartner setzte sich Kramaric gegen Frankfurts Abwehr durch und schoss mit links per Schlenzer zur Führung ein. Es war ein Tor, das die Extraklasse des Vize-Weltmeisters eindrucksvoll unterstrich.

Das Tor von Kramaric, den Trainer Hoeneß in Hoffenheim bereits „auf dem Weg zum Legendenstatus“ sieht, verunsicherte Frankfurt gewaltig. In das anfangs so präzise und kraftvolle Offensivspiel schlichen sich nun vermehrt Fehler, bis zur Pause blieben weitere klare Chancen aus. Stattdessen hätte Kramaric nach einem Tempolauf über links sogar erhöhen können, scheiterte mit einem frechen Lupfer aus spitzem Winkel aber an Kevin Trapp (34.).

Nach dem Wechsel legte die Eintracht wieder so los wie zu Beginn der Partie - diesmal folgte schnell der Lohn. Nach einem Angriff über die linke Seite bediente Dost den in der Mitte ungedeckten Kamada, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Scheiterte Dost (66.) danach zunächst noch an Baumann, war es kurze Zeit später soweit: Nach einem Solo von Kamada spielte Silva im Fünfmeterraum liegend quer zu Dost, der 1,96 Meter große Stürmer traf aus kürzester Distanz und sorgte so für die Entscheidung. Ein letzter Kramaric-Schuss zog in der Nachspielzeit knapp über das Tor.

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Erstellt:
3. Oktober 2020, 17:56 Uhr

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