Franziska van Almsick sieht Schwimmenlernen als Grundrecht

dpa Rust. Wer nicht Schwimmen lernt, lebt mit einem Risiko. Je früher ein Kind Schwimmen lerne, desto besser, findet Franziska van Almsick. Mit ihrer Stiftung leistet sie ganz praktische Hilfe.

Franziska van Almsick mit einem Exemplar ihres Buches „Paul und Paulina - Baderegeln leicht gemacht“. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Franziska van Almsick mit einem Exemplar ihres Buches „Paul und Paulina - Baderegeln leicht gemacht“. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Nach Überzeugung der früheren Weltklasseschwimmerin Franziska van Almsick hat jedes Kind das Recht auf Schwimmunterricht. „Ich gehe sogar so weit, dass ich sage, ich empfinde Schwimmenlernen als Grundrecht eines Kindes, sagte die 42-Jährige der dpa am Dienstag. „Jedes Kind muss die Möglichkeit haben, Schwimmen zu lernen.“ Van Almsick stellte in der Wasserwelt „Rulantica“ im badischen Rust ihr Bilderbuch „Paul und Paulina - Baderegeln leicht gemacht“ vor, das Kindern helfen soll, sich beim Baden und Schwimmen richtig zu verhalten.

Probleme mit dem Schwimmunterricht in Schulen seien heute etwa zu große Klassen oder zu weite Entfernungen zu Schwimmbädern. „Das kann eigentlich gar nicht funktionieren.“ Aus ihrer Sicht ist es auch ein Fehler, erst in der dritten Klasse mit dem Schwimmunterricht zu beginnen. „Warum nicht ab der ersten Klasse? Warum warten wir zwei Schuljahre mit dem Schwimmunterricht für Kinder? Das ist eine verloren gegangene Zeit.“

Man könne sich nicht darauf verlassen, dass die Eltern alle wüssten, wie wichtig es sei, als Kind schwimmen zu können. „Wer nicht schwimmen kann, läuft potenziell Gefahr, zu ertrinken“, mahnte van Almsick.

Die Corona-Pandemie verschärfe die Situation noch. „Seit März bieten Schulklassen keinen Schwimmunterricht mehr an. Das wird eine Katastrophe.“

Die Politik müsse festlegen, ab welcher Klasse Schwimmunterricht angeboten werde. „Jedes Kind, das in die Schule kommt, muss Schwimmunterricht erhalten.“ Vielen Eltern mangele es an Weitblick. Manche Eltern bekämen es nicht einmal hin, ihr Kind mit Frühstück in die Schule zu schicken. „Wie kann man von den Eltern verlangen, dass sie Sorge tragen, dass ihr Kind mindestens ein Seepferdchen hat, was toll wäre für den Schwimmunterricht in der Schule?“ Viele Familien sind nach Überzeugung der zweifachen Mutter der Verantwortung nicht gewachsen.

Die Berlinerin van Almsick gewann in ihrer Karriere 10 Olympia-Medaillen, 2 WM- und 18 EM-Titel. Sie stellte 6 Weltrekorde auf. Heute lebt die 42-Jährige in Heidelberg und setzt sich mit ihrer Stiftung dafür ein, dass Grundschulkinder das Schwimmen lernen.

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Erstellt:
22. September 2020, 17:08 Uhr

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