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Freude über das Spendenaufkommen

Sanierung der Backnanger Stiftskirche in vollem Gange – Große Unterstützung durch externe Geldgeber und von den Bürgern

Prominent platziert und weithin sichtbar über das Tal der Murr hinweg prangen neue Banner ganz oben am Baugerüst der Backnanger Stiftskirche. Damit sprechen die Verantwortlichen des Kirchenbezirks Backnang zwei regionalen Kreditinstituten ihren Dank für deren Unterstützung der Generalsanierung des Gotteshauses aus. Doch auch über die Unterstützung aus der Bevölkerung ist Dekan Wilfried Braun am Mittwochmorgen voll des Lobes.

Jürgen Beerkircher (von links), Andrea Schreiber, Sabine Goller-Braun und Wilfried Braun beim jüngsten Baustellenrundgang. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Jürgen Beerkircher (von links), Andrea Schreiber, Sabine Goller-Braun und Wilfried Braun beim jüngsten Baustellenrundgang. Foto: A. Becher

Von Bernhard Romanowski

BACKNANG. Ohne die Unterstützung der Kreissparkasse Waiblingen und der Volksbank Backnang wäre das Projekt mit seinem Gesamtvolumen von rund 900000 Euro nicht zu stemmen, wie Dekan Braun bei einem Baustellenrundgang mit der Kirchenpflegerin Andrea Schreiber und Pfarrerin Sabine Goller-Braun bekennt. Rund 660000 Euro sind schon zusammengekommen. Nach einem Spendenaufruf zu Weihnachten flossen rund 25000 Euro auf das Spendenkonto der evangelischen Kirchengemeinde. „Zuletzt erhielten wir 3000 Euro aus der Aktion, bei der die Bürger statt Geburtstagsgeschenke zu kaufen für die Sanierung spenden“, freut sich der Dekan im Gespräch mit der BKZ. Auch die Patenschaften für die einzelnen Kunstwerke, die sich bis zur Sanierung in der Kirche befanden und derzeit von Fachleuten aufgearbeitet werden, laufen gut, wie Andrea Schreiber ausführt.

Die eine oder andere Überraschung sorgt für zusätzliche Kosten

Ohne das Geld, das die Kreissparkasse Waiblingen und die Volksbank Backnang zur Verfügung stellten, wäre das Ansinnen der umfangreichen Kirchensanierung allerdings utopisch gewesen, so Braun weiter. Deshalb hat sich am Mittwochmorgen auch Jürgen Beerkircher, der Vorstandsvorsitzende der Backnanger Volksbank, zu dem Rundgang eingefunden, um sich über den Stand der laufenden Arbeiten zu informieren. Die Volksbank war von Beginn an dabei gewesen und habe über die vergangenen Jahre rund 23000 Euro dazu beigesteuert, verrät der Dekan. Grund genug also, das Engagement der Volksbank wie auch der Kreissparkasse mit einem Banner zu würdigen. Den Kontakt zu der Bankern werden die Kirchenleute aber nun nicht einfach einschlafen lassen. Denn Geld wird auch weiterhin gebraucht, zumal eine Sanierung eines so altehrwürdigen Gemäuers ja auch immer gewisse Überraschungen mit sich bringt.

Neben der Entdeckung der Mauerfundamente (die BKZ berichtete) der alten, seinerzeit im 17. Jahrhundert abgebrannten Kirche ist es derzeit ein Sandsteinweg, der den Sanierern zu denken gibt. Will man die jüngst entdeckte Trasse des früheren Weges auf dem Kirchenareal komplett freilegen und im Original erhalten, werden aufgrund denkmalschützerischer Belange und damit verbundener bautechnischer Belange noch mal rund 90000 Euro zusätzlich fällig, wie Andrea Schreiber erklärte. Nun überlegen die Verantwortlichen, ob es nicht eine günstigere Lösung gibt, ohne das Ansinnen aufgeben zu müssen, den Weg zu erhalten. Schreiber: „Denn viele ältere Leute erinnern sich noch an den Weg, der allerdings bis vor Kurzem unter einer Asphaltschicht verborgen lag.“

Kräftig ins Kontor schlägt auch die Aufarbeitung der Kirchenfenster. Sie waren in der jüngeren Vergangenheit wohl einige Male das Ziel unbekannter Steinewerfer, wie Schreiber schildert. Das Maßwerk der Fenster, also die steinerne Ornamentik im oberen Bereich, ist an einigen Stellen gebrochen. Die bleierne Einfassung der künstlerisch gestalteten Glasscheiben lässt stellenweise auch arg zu wünschen übrig, sodass die Scheiben herauszufallen drohen. Sie müssen herausgenommen und sicher gelagert werden, bis die Fenstereinfassungen aufgearbeitet sind – alles in allem sehr aufwendige Spezialarbeiten, die entsprechend ins Geld gehen.

Im Inneren der Kirche deutet sich bereits an, wo die geplante Fußbodenheizung installiert werden wird. Laut Dekan Braun soll die Heizung später einmal durchgängig laufen. Zum einen aus Gründen die Orgel betreffend, zum anderen, weil das Gotteshaus den Besuchern ganztägig offen stehen und zum Besuch einladen wird. Gemäß Zeitplan soll die Stiftskirche bis Ende des Jahres wieder nutzbar sein. Die Arbeiten etwa an der Fassade, die an der Westfront komplett abgetragen werden muss, werden sich noch ins Jahr 2021 ziehen.

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Erstellt:
6. Februar 2020, 06:00 Uhr

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