Strecke Tübingen-Stuttgart
„Freue mich für Fahrgäste“ – Bahn erfüllt Boris Palmers Wunsch nach Extra-Zug
Tübingens OB Palmer hatte sich bei Verkehrsminister Hermann über die Zugverbindung Tübingen-Stuttgart beschwert. Jetzt reagiert die Bahn und verspricht Verbesserungen.
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Boris Palmer hatte sich in einem Brief an Verkehrsminister Winfried Hermann über die Zugverbindung Tübingen-Stuttgart beschwert.
Von Florian Dürr
Der öffentliche Briefwechsel zwischen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) und Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat wohl noch einmal Schwung in die Sache gebracht: Die Deutsche Bahn kündigt jetzt konkrete Verbesserungen auf einer der am stärksten befahrenen Zugstrecken im Südwesten – zwischen Tübingen und Stuttgart – an. „Bahn und Land haben in den letzten Wochen intensiv daran gearbeitet, wie das Angebot für Fahrgäste wieder verlässlicher werden kann“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Ministerium und von der Bahn.
Das Ergebnis: „In Tübingen werden künftig Züge so bereitstehen, dass sie im Fall von Verspätungen schnell die Zugleistung übernehmen und Fahrgäste in Tübingen pünktlich starten können“, heißt es. Die konkrete Umsetzung ist zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni dieses Jahres geplant – und nicht bereits zu Ostern, wie es Verkehrsminister Hermann in seinem Antwortschreiben auf Palmers Beschwerdebrief angekündigt hatte.
Boris Palmer: „Wird Fahrt nach Stuttgart deutlich zuverlässiger machen“
Damit wird der Wunsch des Tübinger OB nach einer sogenannten „überschlagenen Wende“ erfüllt. Der in Tübingen bereitstehende Zug soll dann die von Stuttgart „mitgebrachten“ Verspätungen abbauen und so die darauffolgende Zugfahrt pünktlich starten lassen. Palmer hatte sich vor etwa einem Monat über Verspätungen und Zugausfälle beschwert: „Als langjähriger Nutzer dieser Strecke habe ich in über 30 Jahren ein derartiges Ausmaß an Unzuverlässigkeit nicht erlebt. Es ist mir praktisch nicht mehr möglich, Termine mit der Bahn wahrzunehmen.“
Jetzt zeigt er sich gegenüber unserer Zeitung zufrieden mit den angekündigten Verbesserungen: „Ich freue mich sehr für die Fahrgäste, das wird die Fahrt nach Stuttgart deutlich zuverlässiger machen.“ Dass sich er und viele weitere Fahrgäste noch bis Sommer gedulden müssen sei zwar ein „Wermutstropfen“, aber „gemessen an den üblichen Abläufen der Bahn ist das ein ganz ordentliches Tempo für eine größere Umstellung des Betriebsablaufs“, so Palmer.
Verkehrsminister Hermann: Wichtige Verbesserung auf stark genutzter Strecke
Verkehrsminister Hermann berichtet von „vielen negativen Rückmeldungen und konstruktiven Vorschlägen“ zur Lage auf der Zugstrecke zwischen den beiden Städten. Ursache für die Zugausfälle und Verspätungen seien die „schwierigen Bedingungen im Knoten Stuttgart, die zahlreichen Baustellen und die starke Auslastung der Strecke“, die zu einer Überforderung des Systems führten, so Hermann.
Mit der nun angekündigten Maßnahme eines extra bereit stehenden Zuges in Tübingen gibt sich der Minister zuversichtlich, dass „Züge ab spätestens Sommer wieder verlässlicher fahren und Anschlüsse besser funktionieren. Das ist ein wichtiger Verbesserungsbeitrag für die vielen Fahrgäste auf dieser stark genutzten Strecke“.
Zehntausende Fahrgäste pro Tag auf Zugstrecke Tübingen-Stuttgart
ZahlenUm die 40.000 Fahrgäste pro Tag haben im vergangenen Jahr die Züge auf der Strecke Tübingen-Stuttgart genutzt – das ergab eine Auswertung der Deutschen Bahn für Werktage. Damit ist die Strecke eine der am stärksten befahrenen in Baden-Württemberg.
FahrzeugeFür das Angebot benötigt die Bahn 60 Fahrzeuge inklusive Reserven.
