Friedrichshafen: Bahnhofsmission stellt Betrieb ein

dpa/lsw Friedrichshafen. Nach mehr als 100 Jahren wird die Bahnhofsmission in Friedrichshafen wegen Finanzschwierigkeiten Ende Oktober geschlossen. Das teilte der bisherige Träger, der Verein für internationale Jugendarbeit mit. Es fehlten Eigenmittel, und die Zuschüsse für die Bahnhofsmission seien rückläufig. Trotz finanzieller Unterstützung durch die Stadt Friedrichshafen, die Zeppelin-Stiftung, den Bodenseekreis und Spendern konnte die finanzielle Schieflage nicht abgewendet werden. Der Vorsitzende der Bahnhofsmission Deutschland, Klaus Dieter Kottnik, sagte am Montag, man sei auf der Suche nach einem neuen Träger. „Unser großes Interesse ist es, dass es im Frühjahr 2021 wieder losgeht.“.

Die Bahnhofsmission Friedrichshafen wurde 1915 gegründet. Zu ihren Aufgaben gehört Hilfe für Menschen in Not am Bahnhof und die Unterstützung vor allem von Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Zuletzt engagierten sich 16 Ehrenamtliche, deren Erkennungszeichen die blaue Weste mit dem Logo der Bahnhofsmission ist.

Die Bahnhofsmissionen zählen bundesweit jährlich rund zwei Millionen Gäste und leisten mehr als 5 Millionen Hilfen. Mehr als 50 Prozent der Gäste sind den Angaben nach von Armut und Ausgrenzung bedroht oder betroffen. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Migranten unter den Gästen der Bahnhofsmissionen stark angestiegen. In Baden-Württemberg gibt es mit Friedrichshafen 14 Bahnhofsmissionen.

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Erstellt:
21. September 2020, 12:15 Uhr

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