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Frischer Wind im Restaurant Stadtblick

Im „Stadtblick“ wehte in den vergangenen Monaten ein eher laues Lüftchen, was die Besucheranzahl anging. Der neue Pächter und Küchenchef Besnik Haliti, der bereits seit zwei Jahren in der TSG-Vereinsgaststätte kocht, will jetzt das Ruder herumreißen und verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen.

Als Koch kennt er den „Stadtblick“ bereits bestens, jetzt will Besnik Haliti als neuer Pächter neuen Schwung in die Gaststätte bringen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Als Koch kennt er den „Stadtblick“ bereits bestens, jetzt will Besnik Haliti als neuer Pächter neuen Schwung in die Gaststätte bringen. Foto: A. Becher

Von Heidrun Gehrke

BACKNANG. Das Restaurant Stadtblick ist mit einem Panoramablick gesegnet, wie es ihn selten in der Stadt gibt. Beim Essen auf der Terrasse genießt man eine der schönsten Ausblicke auf die Schokoladenseite der Murrstadt. Die gastronomische Aussicht indes sah zuletzt weniger rosig aus, das Restaurant lief nicht mehr richtig gut. Der neue Pächter und Küchenchef Besnik Haliti will das Ruder herumreißen. Und hat dafür ein stichhaltiges Konzept. Der 35-Jährige, der seit 2018 als Koch im Stadtblick arbeitet, spricht von „manchen organisatorischen Fehlern“ in der Vergangenheit. Als eigener Chef hat er einiges vor: „Wir tun alles, damit der Stadtblick bei Einheimischen und auswärtigen Gästen wieder eine beliebte und gute Adresse wird.“

„Schwäbisch unbedingt, aber mediterran, saisonal, modern, das ist mein Stil.“

Sein gastronomischer Ansatz ist zeitgemäß, frisch, verjüngt. „Der Gast wünscht frische Küche und Qualität.“ Die klassische gutbürgerliche Küche soll es nach wie vor geben, ergänzt um mediterrane Einflüsse. „Schwäbisch unbedingt, aber mediterran, saisonal, modern, das ist mein Stil.“ Anders angerichtete Klassiker, pfiffig kombinierte Traditionsgerichte – dorthin möchte er den Stadtblick lenken. Er brennt fürs Kochen und für das traditionsreiche Höhenrestaurant. Seit dem 18. Juli ist er Pächter, am ersten Wochenende durfte er gleich ranklotzen: „Eine Hochzeit mit 100 Personen war ein großer Erfolg, es kamen viele zufriedene Rückmeldungen“, berichtet er. Auch die ersten „Testesser“ der TSG Backnang 1846, die den Stadtblick verpachtet und als Vereinsgaststätte nutzt, sind voll des Lobs: „Ich freue mich, dass zusammen mit dem Vorgänger eine Lösung für den Übergang ohne wesentliche Betriebsunterbrechung gefunden wurde“, schreibt Vorstand Rainer Mögle auf Anfrage. Und verteilt viel Lob: „Wir haben einen Pächter, der ein gutes Verhältnis zu den Mitgliedern pflegen möchte.“ Er sei überzeugt, so Mögle, dass das Betriebskonzept gut zu den Bedürfnissen der TSG 1846 passt. Dies beruht offenbar auf Gegenseitigkeit: Haliti sagt, er möchte verloren gegangenes Vertrauen seitens der TSG zurückgewinnen und zeigt sich vereinsaffin. „Wir stehen da, auch wenn Sportler nach dem Training noch etwas trinken möchten“, sagt Besnik Haliti, der sich mit dem Stadtblick einen Herzenswunsch erfüllt hat. Als gelernter Koch kam er aus seiner Heimat Mazedonien nach Deutschland, wo er seit 2006 in der Gastronomie arbeitet. Seit sechs Jahren lebt er mit Frau Merlinda und dem neunjährigen Sohn in Backnang.

Begonnen habe er im Jahr 2006 als Küchenhelfer, „um die Sprache zu lernen“, wie er sagt. Sein erster Arbeitgeber ist kein Unbekannter in der Gastronomiewelt: Toni Wahl, heutiger Küchenchef und Geschäftsführer des „Einhorn“ in Oppenweiler. Er betreibt zu jener Zeit ein Restaurant in Breuningsweiler. Dort blieb Halitis Talent fürs Kochen nicht verborgen, so arbeitete er sich vom Spülmaschinendampf hoch, lernte Catering und Restaurantbetrieb kennen und kochte nach einem halben Jahr schon eigenständig für eine Stuttgarter Klinik 250 Essen.

Seit 2013 ist Haliti die rechte Hand von Toni Wahl. Seinem ersten Arbeitgeber blieb er treu bis zum Wechsel in den Stadtblick 2018, wo er als angestellter Koch arbeitete. „Mir war schon immer klar, dass ich einmal ein eigenes Restaurant haben werde, wo ich meine Ideen verwirklichen kann.“ Ehepaar Wahl und er hätten sich im Guten getrennt. Es sei keine Entscheidung gegen die bisherige Arbeitsstelle gewesen, sondern eine Entscheidung für sein „eigenes Ding“. Als eigener Herr am Herd lege er Wert darauf, „dass das Essen schmeckt, qualitätsvoll, frisch gekocht und gesund ist, dass der Gast zuvorkommend bedient wird und in gepflegtem Ambiente sitzt“.

Äußerlich zeigt sich der Pächterwechsel an neuer Beleuchtung im Innenbereich, an mehr Farbe, mehr Licht. Der Biergarten sieht freundlicher aus, seit dort Gestrüpp und Dickicht entfernt wurde, weißer Kies verteilt und der Terrassenboden neu verlegt wurde. Sobald es die Situation zulässt, will Haliti den Innenraum gemütlicher machen, mit Raumteilern kleine Nischen schaffen. Das Lokal, das von der Größe her bestens geeignet ist für große Gruppen, soll wieder attraktiv sein. Unverändert bleibt die Extra-Biergartenkarte für draußen. Die Speisekarte im Restaurant hat Haliti verschlankt: „Kein Massenangebot, dafür richtig gekocht, mit frischen Zutaten, kein Convenience, außer Pommes keine Tiefkühlware“, versichert er.

Und noch etwas sei anders: Sein gesamtes Personal habe eine Ausbildung in Küche und Service. „Wir haben die Augen und Ohren überall beim Gast“, sagt Restaurantleiterin Stefanie Barth. Zwei Köche, zwei Aushilfen und drei Servicemitarbeiter bilden ein Team, das sich „Freundlichkeit und Aufmerksamkeit“ auf die Fahnen geschrieben hat. Zu diesen Fahnen sollte auch der frische Wind gut passen, den Haliti reinlassen will.

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Erstellt:
24. August 2020, 11:30 Uhr

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