Frühjahrsputz in Backnang

Eine immer noch weit verbreitete Tradition ist der Frühjahrsputz. Für die Mitarbeiter der ÖGS Gebäudereinigung ist Saubermachen ihr tägliches Geschäft und mit etwas Übung schnell erledigt. Ein Profi verrät, worauf man achten sollte.

Für den ehemaligen Industriekletterer Frank Sommer ist die Fensterreinigung, in welcher Höhe auch immer, kein Problem. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Für den ehemaligen Industriekletterer Frank Sommer ist die Fensterreinigung, in welcher Höhe auch immer, kein Problem. Foto: Alexander Becher

Von Carolin Aichholz

Backnang. Alle Jahre wieder kommt der Frühling und mit ihm oft der Frühjahrsputz. Er gehört bei vielen nicht zur beliebtesten Frühlingstradition, doch so manch einer nimmt sich jährlich vor, nach dem Winter in den eigenen vier Wänden für Ordnung zu sorgen. Also werden die ersten Sonnenstrahlen genutzt, um das eigene Zuhause von Dreck, Staub und sonstigen Überbleibseln der kalten Jahreszeit zu befreien.

Kubilay Özcan ist mit dem Konzept des Frühjahrsputzes bestens vertraut, doch für den Juniorchef des ÖGS Gebäudeservices in Backnang ist Saubermachen in jeder Jahreszeit und Wetterlage sein täglich Brot. Er und seine 120 Mitarbeiter betreuen viele Unternehmen im Backnanger Raum. Eigentlich erreichen ihn jedes Jahr mit dem Frühlingsbeginn vermehrt Anfragen. In diesem Jahr bleiben viele bislang aus, was er nicht aufs sehr wechselhafte Wetter, sondern eher auf eine angespanntere Wirtschaftslage schiebt. „Die Kunden sind aktuell eher vorsichtig und denken genau darüber nach, welche Ausgaben als wichtig angesehen werden“, vermutet Özcan.

Für Frank Sommer, langjähriger Mitarbeiter beim ÖGS Gebäudeservice, sollte man beim gründlichen Putzen tunlichst auf die Stellen achten, die sonst oft vernachlässigt werden. „In vielen Haushalten ist das ganz simpel das Reinigen der Glasflächen“, sagt Frank Sommer. Die Fenster etwa zweimal im Jahr zu putzen findet Frank Sommer völlig ausreichend, am besten bei milden Temperaturen. „Nicht wenn die Sonne brennt und es zu heiß ist, aber bei strömendem Regen bringt es natürlich auch nicht viel“, rät der Profi.

Holzrahmen nur mit Wasser und mildem Reinigungsmittel bearbeiten

Bei modernen Kunststofffenstern sei das Sauberhalten der Rahmen meist kein Problem. Die älteren Modelle mit Holzrahmen sollten jedoch nach Möglichkeit nur mit Wasser oder einem milden Reinigungsmittel gereinigt werden. Was ebenfalls oft vernachlässigt werde: die Gummidichtungen in den Fenstern. „Auch die benötigen Pflege, sonst trocknen sie aus und werden porös“, erklärt Frank Sommer. Einmal pro Jahr solle man sie einfetten, dann bleiben sie lange gut erhalten. Als Mittel empfiehlt er Fett, mit dem auch Dichtungen an den Autotüren behandelt werden.

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Wichtig sei zudem, auf die Wahl des passenden Putzmittels zu achten. „Wir arbeiten bei hartnäckigen Verschmutzungen mit sehr hoch dosierten Reinigern, doch wir wissen auch, wie wir damit umgehen und worauf wir besonders gut aufpassen müssen“, sagt Frank Sommer. Für kleine Flecken und den normalen Hausputz eignen sich weniger aggressive Mittel.

Gründlichkeit vor Schnelligkeit

In seinem Beruf sowieso, doch auch Privatleuten empfiehlt er, beim Saubermachen stets Gründlichkeit vor Schnelligkeit walten zu lassen und auf einen sorgfältigen Umgang mit den zu reinigenden Flächen und Gegenständen zu achten. „Beim Putzen kann man mit Unachtsamkeit oder den falschen Putzmitteln auch sehr viel kaputt machen“, warnt der Fachmann. Er rät darum, stets die Beschaffenheit und das Material zu überprüfen und die Anmerkungen des Herstellers gut durchzulesen und sie zu befolgen. „Dann werden wir Profis gerufen und müssen wieder richten, was kaputtgemacht wurde. Und nicht alles lässt sich wieder in Ordnung bringen“, weiß Sommer aus Erfahrung. Ein absolutes No-Go beim Fensterputzen: Spiritus. „Der ist deutlich zu aggressiv und schädlich für Silikon und Dichtungen im Fenster “, erklärt Frank Sommer.

Die Fenster in den eigenen vier Wänden fallen selbstverständlich ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich des Profis. Jedoch: „Bei mir zu Hause stimmt das Sprichwort: Der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe“, sagt er und lacht. Man komme einfach selten dazu, die eigenen Fenster zu putzen, findet er. Und damit kennt er dann doch das Dilemma, in dem auch die meisten Putzmuffel stecken.

Der Frühjahrsputz soll auch Geist und Seele guttun

Ursprung Oft werden religiöse Gründe als Ursprung des Frühjahrsputzes vermutet. Doch in den vergangenen Zeiten der Kohle- und Holzöfen war gründliches Saubermachen nach dem Winter bitter nötig. Die wärmeren Außentemperaturen wurden genutzt, um ordentlich durchzulüften. Ruß, Asche und Staub wurden entfernt, alles wurde durchgewaschen und geputzt.

Symbolik Er steht für Neuanfang und den Übergang von der Dunkelheit und Kälte des Winters in den Frühling, in dem das Leben wieder aufblüht. Man entfernt Unnötiges, das sich über die letzten Monate angehäuft hat, aus dem Zuhause und ordnet den Rest. Dadurch schafft man sich nicht nur ein sauberes Umfeld, sondern verhilft auch dem Geist zu mehr Klarheit.

Psychologie Im Winter sorgt die vermehrte Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin dafür, dass uns der Antrieb für große Putzaktionen fehlt. Wenn das Frühjahr beginnt, nehme damit auch die Trägheit ab. Einigen Psychotherapeuten zufolge haben die Menschen dann mehr Energie und geradezu Lust darauf, ihr häusliches Umfeld wieder auf Vordermann zu bringen.

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Erstellt:
4. April 2024, 11:00 Uhr

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