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Fünf Staaten rufen Israel zu Verzicht auf große Bodenoffensive im Libanon auf
Deutschland und vier weitere westliche Staaten rufen Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon auf. Das sind die Gründe.
© dpa/Michael Kappeler
Friedrich Merz warnt „eindringlich“ vor den Folgen einer Bodenoffensive.
Von red/AFP
Deutschland und vier weitere westliche Staaten haben Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon aufgerufen. „Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen. Dies gilt es abzuwenden“, hieß es in einer am Montagabend veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Großbritanniens.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits bei einer Pressekonferenz in Berlin deutliche Kritik am Vorgehen Israels geäußert und „eindringlich“ vor den Folgen einer Bodenoffensive gewarnt, die er als „Fehler“ bezeichnete. Die israelische Armee hatte zuvor einen „gezielten Bodeneinsatz“ gegen Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben.
„Wir sind zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt in Libanon und rufen Israel und Libanon zu konstruktiven Bemühungen um eine nachhaltige politische Lösung auf“, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme der fünf Länder. „Wir unterstützen nachdrücklich Initiativen für Gespräche und fordern dringend eine sofortige Deeskalation.“
„Frieden und die Sicherheit in der Region gefährdet“
Die Entscheidung der Hisbollah, sich seit Beginn des Iran-Kriegs den Angriffen Teherans auf Israel anzuschließen, gefährde „den Frieden und die Sicherheit in der Region“, betonten die westlichen Verbündeten. Sie verurteilten die Angriffe der Hisbollah auf Israel ebenso wie die Angriffe, die sich gegen die Zivilbevölkerung, medizinisches Personal und die UN-Mission im Libanon richteten. Zudem bekräftigten sie ihre Forderung nach einer Entwaffnung der Hisbollah.
Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hatte die vom Iran finanzierte Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Seither nimmt die israelische Armee Ziele im Libanon ins Visier, insbesondere in Gebieten, die als Hisbollah-Hochburgen gelten. Dazu zählen der Süden des Landes, die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und die ostlibanesische Bekaa-Ebene.
Hunderte Tote durch israelische Angriffe
Bei den israelischen Angriffen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 886 Menschen getötet und mehr als 2100 weitere verletzt. Mehr als eine Million Menschen seien seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon vertrieben worden, erklärten die libanesischen Behörden am Montag.
Bereits während des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Daraufhin verließen in Israel 60.000 Menschen infolge einer Evakuierungsaufforderung der Behörden ihre Häuser.
