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Für die Schüler eins drauf gesetzt

In den Ferien wird in Backnanger Schulen kräftig gebaut – Hier gibt’s ein weiteres Stockwerk, dort ein neues Dach und neue Fassaden

Während Backnanger Schüler Ferien haben und den Urlaub genießen, wird in ihren Schulen geschuftet. Die Lernstätten werden auf Vordermann gebracht. Beim Rundgang für die Zeitung gab’s Einblicke in die Max-Eyth-Realschule und die Gemeinschaftsschule in der Taus.

Auf Tour mit Architektin Dagmar Langer (links), Stadtbauamtsleiter Hans Bruss und Astrid Szelest, die bei der Stadt Backnang als Sachgebietsleiterin für die Schulen zuständig ist. Auf den Anbau der Max-Eyth-Realschule, der 2007 erstellt worden war, wurde jetzt ein weiteres Stockwerk drauf gesetzt (im Hintergrund vorne). Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Auf Tour mit Architektin Dagmar Langer (links), Stadtbauamtsleiter Hans Bruss und Astrid Szelest, die bei der Stadt Backnang als Sachgebietsleiterin für die Schulen zuständig ist. Auf den Anbau der Max-Eyth-Realschule, der 2007 erstellt worden war, wurde jetzt ein weiteres Stockwerk drauf gesetzt (im Hintergrund vorne). Fotos: J. Fiedler

Von Florian Muhl

BACKNANG. „Zwei markante Objekte haben wir für die Besichtigung herausgesucht“, kündigt Astrid Szelest zu Beginn der Baustellentour „Schulen“ an. „Hier haben wir in der Max-Eyth-Realschule seit vielen Jahren eine große Raumnot; es gab immer Wanderklassen“, so die Sachgebietsleiterin, die bei der Stadtverwaltung Backnang für die Schulen zuständig ist. Deshalb sei es dringend erforderlich gewesen, weitere Zimmer herzustellen. „Wichtig ist auch: Die sind teilbar; das heißt, wir können dort Gruppenarbeit machen.“

Auch wenn es ab dem neuen Schuljahr in der Max-Eyth-Realschule (MER) nur vier Eingangsklassen (5. Klassen) geben wird, in den vergangenen Jahre waren dies meist fünf, bestünde die Raumnot weiter. Im Schnitt ist die MER eine 4,7-zügige Schule mit rund 750 Schülern. Seither mussten immer fünf Klassen als Wanderklassen verplant werden. Zudem steige der Raumbedarf der Schule durch die veränderte Konzeption der Realschule (Stärkung der Realschule) nun noch mehr, und zwar in einer Weise, die ohne Ausbau nicht mehr hätte aufgefangen werden können. So wurde beschlossen, auf den Anbau, der 2007 erstellt worden war, noch eine weitere Etage aufzusetzen. Es entstanden zwei Klassenzimmer (71 Quadratmeter), ein Raum für Sammlung (13 Quadratmeter) und ein Flur. Die Erweiterungsflächen betragen insgesamt rund 175 Quadratmeter. „Die beiden Klassenräume erhielten eine mobile Trennwand, damit für einen differenzierten Unterricht kleinere Unterrichtsräume geschaffen werden können“, erklärt Szelest.

„Das zusätzliche Geschoss wurde aufgrund der Spannweiten und der vorhandenen Konstruktion in Betonbauweise mit einer vorgehängten Fassade mit vorvergrauter Holzschalung ausgeführt“, erläutert Architektin Dagmar Langer, die seit knapp zehn Jahren im Stadtbauamt tätig ist. Die Fenster wurden entsprechend den vorhandenen Elementen in der gleichen, bewährten und wartungsfreien Holz-Aluminium-Ausführung mit vorgehängtem Sonnenschutz ausgeführt. Wie die bestehenden Gebäudeteile auch, wurde der Anbau mit einem Flachdach versehen. Die Heizung wurde an den Bestand angebunden und wird von der vorhandenen Heizzentrale versorgt.

„Um eine einheitliche Fassadenoberfläche zu erhalten, wurde das bestehende erste Obergeschoss unterhalb der Aufstockung ebenfalls mit einer vorvergrauten, lasierten Holzfassade versehen“, sagt Langer. „Somit wird die Außenhülle des Bestandsbaus nicht nur optisch aufgewertet, sondern erfüllt – wie der Neubau – die Anforderungen der gültigen EnEV 2016.“ Die Innenwände der Aufstockung wurden in Anlehnung an das bestehende Gebäude als Betonwände hergestellt. „Diese Konstruktion ist robust und hat sich im Bestandsgebäude über Jahrzehnte bewährt“, bekräftigt die Architektin.

Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben belaufen sich voraussichtlich auf rund 760000 Euro. Für die Aufstockung wird ein Zuschuss von 175000 Euro vom Regierungspräsidium Stuttgart gewährt.

Zum Zeitplan sagt Stadtbauamtsleiter Hans Bruss: „Die Bauausführung hat im Oktober 2018 begonnen. Nach den Sommerferien soll alles fertig sein. Dann können die Schüler auch die neue Etage benutzen. Wir liegen im Zeitplan.“

Wie Langer erklärt, konnte dieses kurze Zeitfenster nur durch Arbeiten während des laufenden Schulbetriebs eingehalten werden. „In Prüfungszeiten mussten die Arbeiten gestoppt werden, das benachbarte Max-Born-Gymnasium musste ebenfalls mit den Abiturprüfungszeiten berücksichtigt werden.“

Nach acht Jahren ist Schluss, „dann werden alle drei Kreuze machen“

Die Situation der Gemeinschaftsschule in der Taus stellt sich ganz anders dar. Der umfangreiche Gebäudekomplex wird generalsaniert, und das schon seit 2014. Die Gesamtkosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 4,3 Millionen Euro. Davon schießt das Land etwas über 1,2 Millionen Euro zu (knapp 30 Prozent). „Der letzte Bauabschnitt ist 2021. Dann läuft die Maßnahme acht Jahre, und alle werden drei Kreuze machen“, sagt Stadtbauamtsleiter Hans Bruss.

Die GMS in der Taus besteht aus mehreren, aneinandergereihten Gebäuden unterschiedlicher Bauzeit aus den 1960er-Jahren: dem Grundschulbau mit einem Gymnastikraum und den dazugehörenden Umkleide- und Duschräumen im Untergeschoss, dem Haupt- und Zwischenbau mit den Klassenzimmern, Sekretariat und Rektorat und dem Sonderbau mit den Fachklassenräumen.

Am Hauptbau wurde im Jahr 2003 ein Anbau mit Mensa und Betreuungsräumen im Erdgeschoss und Klassenzimmern im ersten und zweiten Obergeschoss sowie einem Aufzug angebaut. Mit diesem wurde auch ein barrierefreier Zugang zu den Klassenzimmern des Hauptbaus ermöglicht. Viele Klassenzimmer sind nicht barrierefrei erreichbar. In den vergangenen Jahren wurden nur die notwendigsten Maßnahmen zum Erhalt der Gebäude durchgeführt (wir berichteten). Derzeit läuft der 5. Bauabschnitt im Haupt- mit Zwischenbaugebäude: „Der an den Fassaden vorhandene Vollwärmeschutz ist marode und wird beziehungsweise wurde bereits entfernt“, erläutert Dagmar Langer. „Die Fassaden werden jetzt gemäß Energieeinsparverordnung EnEV 2016 gedämmt. Sie erhalten vorgehängte, wärmegedämmte Fassaden wie das Grundschulgebäude.“ Die Architektin wie auch Schulbeauftragte Astrid Szelest schwärmen vom Farbkonzept und der Zusammenstellung der jeweils drei Farbtöne für die neuen Fassaden. „Das wird richtig gut aussehen“, freut sich Szelest.

Das Farbkonzept an der Gemeinschaftsschule in der Taus wird fortgesetzt. Der Sonderbau ist bereits grün und die Grundschule mit blauen Klinkern versehen. Jetzt erhält der Zwischenbau eine Fassade mit Kacheln aus roten Tönen und der Hauptbau eine aus gelb-orangefarbenen Tönen.

© Jörg Fiedler

Das Farbkonzept an der Gemeinschaftsschule in der Taus wird fortgesetzt. Der Sonderbau ist bereits grün und die Grundschule mit blauen Klinkern versehen. Jetzt erhält der Zwischenbau eine Fassade mit Kacheln aus roten Tönen und der Hauptbau eine aus gelb-orangefarbenen Tönen.

Weitere Baumaßnahmen stehen am Dach an. Dieses erhält eine Aufsparrendämmung und eine neue Ziegeleindeckung. Die Fenster sowie der Sonnenschutz werden ebenfalls erneuert. Zudem werden in allen noch nicht sanierten Klassenzimmern die Decken, Anstriche, Böden und Beleuchtungen erneuert sowie im Flur die Decken und Beleuchtungen. Die Treppengeländer werden erhöht und es wird einen zweiten Rettungsweg durchs Fluchttreppenhaus inklusive neuer Notausgänge geben. Letztlich werden die Elektroinstallationen überprüft und teilweise erneuert.

Das alles werden die Bauarbeiter freilich nicht in den Sommerferien fertigstellen können. Während der Schulzeit wird weitergebaut werden müssen. Aber zum Glück ist das Ende der Generalsanierung im Jahr 2021 langsam in Sicht.

Info
EOS-Konzept und andere Maßnahmen in zwölf Schulen

Es gibt kaum eine Schule in Backnang, in der nicht in den Sommerferien, oder zumindest im laufenden Jahr, irgendwelche Baumaßnahmen stattfinden. In drei Fällen wird das „Einheitliche Orientierungssystem Schule (EOS)“-Konzept in die Tat umgesetzt. So auch das Farbleitsystem (FLS). Dabei handelt es sich um eine einheitliche, strukturierte Beschilderung, die Hilfskräften im Notfall den gezielten Einsatz erleichtern soll. Das Schildersystem im Format DIN A4, im Außenbereich der Schulen gibt es auch viel größere Formate, soll nicht nur Rettungskräften das schnelle Auffinden von Räumen und Gebäuden erleichtern. Beide Systeme wurden nach dem Amoklauf in Winnenden 2009 entwickelt.

Grundschule Maubach: EOS – Einheitliches Orientierungssystem

Grundschule Sachsenweiler: Sanierung Eingangsbereich

Grundschule Schillerschule: Sanierung der WC im EG und 2. OG

Plaisir-Grundschule: Brandschutzmaßnahmen (Brandschutzwände und -türen)

Gymnasium in der Taus: Sanierung Klassenzimmer 1.Bauabschnitt (Boden, Akustikdecke, Maler), Umbau Hörsaal zum Veranstaltungsraum

Max-Born-Gymnasium: Sanierung Klassenzimmer 1.BA (Boden, Elektro), Brandschutzmaßnahmen (Brandschutztüren)

Max-Eyth-Realschule: Aufstockung 2.OG (zwei teilbare Klassenzimmer), Sanierung der Toilettenanlagen

Mörikeschule: Türdurchbruch für Horterweiterung, Werkraumsanierung (Boden, Maler, neue Möblierung)

Pestalozzischule: EOS – Einheitliches Orientierungssystem

Schickhardt-Realschule: EOS – Einheitliches Orientierungssystem

Talschule: Abdichtung UG (Hauptbau)

GMS Taus: Generalsanierung 5. Bauabschnitt Haupt- und Zwischenbaugebäude

(Ziegeldach, Fassade, Fenster)

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Erstellt:
14. August 2019, 06:00 Uhr

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