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Für Patienten

Fremde Finanzinvestoren – in wessen Diensten steht mein Arzt?

Nichts ist einfach im deutschen Gesundheitswesen, und keine Meinungsäußerung von Mitspielern ist frei von Eigeninteressen. Das sollte man bedenken, wenn nun die Rolle privaten Fremdkapitals im einheimischen Gesundheitsmarkt thematisiert wird. Zumindest sollte man sich vor Augen halten, dass nicht nur Investoren Gewinninteressen haben. Niedergelassene Ärzte haben die auch, und die einen sind nicht weniger legitim als die anderen. Dass niedergelassene Ärzte oder ärztegeführte Versorgungszentren per se ein höheres Maß an Qualität bieten als investorbasierte Einrichtungen, ist ebenfalls ein durch nichts zu belegender Mythos.

Vor Verteufelungen ist also zu warnen. Allerdings darf man sich auch nicht von den treuherzigen Bekundungen der Investoren täuschen lassen, dass ihr Engagement einfach eine harmlose und durchaus langfristige Geldanlage sei. Die Investoren wollen Renditen – und zwar rasch. Sonst ließe sich ihr ziemlich neues Interesse an der Gesundheitsbranche ja gar nicht erklären. Die Fonds haben zügig das Feld gewechselt, und niemand sollte die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie das nicht wieder tun, wenn sich andere Quellen der Rendite-Maximierung auftun. Schließlich ist es nicht die Leidenschaft für die Medizin, die ihre Aktivität treibt.

Der Gesetzgeber sollte also präzise abwägen, bevor er neue gesetzliche Regulierungen schafft. Diese Abwägung ist derzeit aber kaum möglich, weil der volle Umfang des Engagements von Investoren gar nicht offen zutage liegt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Besitzverhältnisse zu verschleiern. Hier für Transparenz zu sorgen muss der erste Schritt sein. Auch im Sinne des Patienten. Er hat nicht nur ein Recht darauf zu wissen, wer ihn behandelt, sondern auch darauf zu wissen, in wessen Diensten sein Arzt steht.

norbert.wallet@stzn.de

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Erstellt:
16. Februar 2019, 03:04 Uhr

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