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Gängige Fahrradhelme schützen nicht genug

Vor allem Zähne und Kieferbereich sind bei Unfällen gefährdet

San Francisco /DPA - Fahrradhelme schützen das Gesicht nur unzureichend vor Verletzungen. Vor allem im mittleren und unteren Gesicht komme es trotz Helm häufig zu Brüchen, Schürfwunden und anderen Verletzungen, berichten US-Forscher im Fachmagazin „Jama Otolaryngology – Head & Neck Surgery“. Sie plädieren dafür, das Design der Helme zu verbessern und sie etwa mit einem Kinnschutz zu versehen.

Inwieweit ein Helm Fahrradfahrer vor Kopf- und speziell vor Verletzungen des Gesichts schützt, sei bereits in mehreren Studien untersucht worden – mit unterschiedlichen Ergebnissen, schreiben die Forscher von der University of California San Francisco. Während einige Studien einen unzureichenden Schutz des Gesichts festgestellt hätten, seien andere zu dem Schluss gekommen, dass beim Tragen eines Helms auch die Zahl von Gesichtsverletzungen zurückgehe.

Die Wissenschaftler untersuchten die strittige Frage nun erneut an mehr als 85 000 erwachsenen Radfahrern, die in den USA einen Unfall mit Kopfverletzung erlitten hatten. Sie prüften, welche Verletzungen bei Fahrern mit und ohne Helm aufgetreten waren. Insgesamt kamen Brüche am Schädel mit 11,6 Prozent und am Gesicht 11,3 Prozent etwa gleich häufig vor. Dann analysierten sie die Daten genauer: Sie fanden, dass 14 Prozent der Fahrer ohne Helm, aber nur sieben Prozent der Fahrer mit Helm eine Schädelfraktur erlitten hatten. Auch Weichgewebsverletzungen am Kopf traten bei Helmträgern seltener auf. Das Gesicht war hingegen schlechter geschützt: So erlitten sechs Prozent der Helmträger und vier Prozent der Fahrer ohne Helm eine Fraktur im oberen Gesicht. In den unteren Gesichtsbereichen, bei Weichgewebsverletzungen und an den Zähnen nahm der schützende Effekt des Helms weiter ab.

Seit der Einführung der ersten Fahrradhelme im Jahr 1975 sei bei den meisten Helmen kein spezieller Schutz für das untere Gesicht ergänzt worden, schreiben die Forscher. Ein geschlossener Helm oder einer mit einem zusätzlichen Kinnschutz könnte die Sicherheit der Fahrradfahrer deutlich verbessern. Solche Helme seien erhältlich, würden aber seltener getragen. Das liege vermutlich daran, dass die Helme ungemütlicher seien und teils Hören und Sehen einschränkten. Derzeit sei unklar, ob die Vorteile solcher Helme die Nachteile überwögen.

In Deutschland gibt es ebenso wie in den USA keine generelle Helmpflicht für alle Radfahrer. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt Menschen mit besonderem Risiko das Helmtragen – Kindern, Senioren und besonders sportlichen Fahrern etwa. Eine Helmpflicht würde die Menschen eher vom Radfahren abhalten, sagte Sprecherin Stephanie Krone.

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Erstellt:
27. Dezember 2018, 03:14 Uhr

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