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Gegen Straßenlärm, für neue Erschließungsstraßen

Unterschriftenaktion und Gespräch mit Anwohnern zeigt Wirkung: Verkehrsführung zum Neubaugebiet Brühl VI soll nicht durch bestehendes Wohngebiet führen

Eines ihrer Ziele hat die Erbstettener „Interessengemeinschaft Straßenlärm und Baugebiet Brühl VI“ offensichtlich erreicht: Die Erschließung des geplanten Neubaugebiets soll nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, über die beiden bestehenden Straßen Im Brühl und Weirachstraße erfolgen. Stattdessen wird die Erschließung nun, wie gefordert, wohl über eine Anbindung an die Burgstaller Straße geplant.

Bürger gegen Straßenlärm: Einige der Initiative stehen vor der Burgstaller Straße (K1906), auf der nach ihrer Ansicht viele Autofahrer viel zu schnell fahren und so unzumutbaren Lärm erzeugen würden, hinter ihnen die Wiese, auf der das Neubaugebiet Brühl VI geplant ist. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Bürger gegen Straßenlärm: Einige der Initiative stehen vor der Burgstaller Straße (K1906), auf der nach ihrer Ansicht viele Autofahrer viel zu schnell fahren und so unzumutbaren Lärm erzeugen würden, hinter ihnen die Wiese, auf der das Neubaugebiet Brühl VI geplant ist. Foto: J. Fiedler

Von Florian Muhl

BURGSTETTEN. Ein Bericht in dieser Zeitung hat die Anwohner im Wohngebiet Brühl Mitte August wachgerüttelt. So erfuhren sie von den Plänen der Gemeinde, das Baugebiet in Erbstetten nach Westen hin auszudehnen und so Platz für über 40 Bauplätze zu schaffen. „Gegen Neubaugebiete haben wir nichts, die müssen sein“, sagt Edeltraud Brunet, und fügt hinzu: „aber es muss für alle erträglich sein“. Aber das war es aus der Sicht der Anwohner nicht. Der Grund: die ganzen Baufahrzeuge und dann später die Neubürger würden nach ursprünglicher Planung durchs bislang ruhige Tempo-30-Wohngebiet fahren (wir berichteten).

Dass es auch anders geht, zeigten Heinz Brenner und Klaus Jenne in eigenen Lösungsvorschlägen auf. Die Anlieger fordern eine eigene Haupterschließungsstraße für das Gebiet. Die Zufahrt zum neuen Baugebiet müsse über die bereits vorhandene, ehemals für Schwerlastverkehr ausgebaute Straße zur alten Kläranlage und zum ehemaligen Steinbruch erfolgen. Diese sei nur im Bereich des Feldweges wenige Meter zu erweitern. Eine weitere Forderung der Initiative: Tempo 30 für die neue Haupterschließungsstraße und eine Versetzung des Ortsschildes Richtung Burgstall in der Burgstaller Straße mit Tempo 30 bedeuteten eine Verringerung der Lärm- und Verkehrsbelastung mit etwa 7000 Fahrzeugen für das gesamte Gebiet Brühl. Diese neue Haupterschließungsstraße habe keine Straßenverbindung zu den bestehenden Straßen Im Brühl und Weirachstraße, damit bestünden auch keine Durchfahrtsmöglichkeiten.

Für Im Brühl und Weirachstraße seien Tempo 30 beizubehalten und andere verkehrsberuhigende Maßnahmen durchzuführen wegen des in der Nähe liegenden Kindergartens, des angrenzenden Spielplatzes Im Brühl und wegen der Sicherheit der Schüler auf deren Weg zur Grundschule und Bushaltestelle. Diese Forderungen hatten 160 Anwohner per Unterschrift unterstützt. Die Liste hatte Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz erhalten und darauf hin Vertreter der Initiative zum Gespräch ins Rathaus eingeladen. Mindestens ein Teil der Forderungen ist erhört und in die neue Planung mit aufgenommen worden.

Klaus Jenne blickt zurück: „Wir sind wegen des Straßenlärms bereits vor acht Jahren aktiv geworden. Da haben wir die Bürgermeisterin und den Gemeinderat zum Vor-Ort-Termin gebeten. Sie haben auch zur Kenntnis genommen, dass der Lärm ausufert. Das war’s dann.“ Geschehen sei nichts. Vor einem Jahr habe Henne einen Antrag an die Verkehrsbehörde Backnang auf Schutzmaßnahmen gegen unzumutbare Lärm- und Abgasbeeinträchtigungen in der Burgstaller Straße sowie der angrenzenden Kreisstraße K1906 (Abschnitt Erbstetten-Burgstall) im Ortsteil Erbstetten gestellt. Dieser wurde von 54 Anwohnern per Unterschrift mitgetragen. In diesem ist die Verkehrslärmsituation detailliert dargestellt.

„Zwischenzeitlich ist geklärt, dass die Gemeinde Burgstetten der Verkehrsbehörde Backnang die notwendige Entscheidungsgrundlage für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Lärmschutzgründen in Form eines Lärmgutachtens liefern muss“, sagt Jenne. Und weiter: „Ein solches Gutachten hat die Gemeinde Burgstetten aufgrund meines Antrags zwischenzeitlich beauftragt.“ Dagegen sei der Antrag auf Erstellung eines Lärmaktionsplanes von der Gemeinde Burgstetten abgelehnt worden.

Die Initiative will ihren Kampf gegen den Straßenlärm nicht aufgeben. Die Mitstreiter setzen sich für eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Kreisstraße zwischen Erbstetten und Burgstall auf 70 km/h ein. „Das macht absolut Sinn“, sagt auch Hans Walker von der Initiative. Denn dann würde nicht nur der Lärm reduziert werden, sondern auch die Unfallgefahren an den Einmündungen im Bereich der Freibadkurve und des Söllbachrains.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr im Florian-Haus in Burgstall wird das Neubaugebiet Brühl VI unter dem Tagesordnungspunkt 6 thematisiert; der Gemeinderat wird dann den Aufstellungsbeschluss fassen. Zu Beginn der Sitzung – und nur dann – dürfen Bürger Fragen zu allen Themen stellen.

Info
Gebiet Brühl VI in Zahlen

Das Neubaugebiet Brühl VI am westlichen Ortsrand von Erbstetten hatte in der ursprünglichen Planung eine Gesamtfläche von 2,5 Hektar (Geltungsbereich).

Nach der überarbeiteten Planung hat der Geltungsbereich nun eine Fläche von 3,5 Hektar. Der Grund: Feldwegflächen und Flächen der Burgstaller Straße sind  zur Erschließung dazu gekommen.

Nicht verändert hat sich die Netto-Baufläche. Diese beträgt 20000 Quadratmeter.

In der Ost-West-Richtung hat das Areal eine Ausdehnung von 190 Metern, in der Nord-Süd-Richtung sind es 220 Meter.

Der tiefste Punkt bei der alten Kläranlage hat eine Höhe von 267 Metern über NN, der höchste Punkt liegt bei 292 Metern. Der Höhenunterschied im Neubaugebiet liegt folglich bei 25 Metern, was einer Steigung von 12,5 Prozent entspricht.

Im Entwurf vorgesehen sind 41 Bauplätze. Die Größen liegen zwischen 400 und 680 Quadratmetern, die durchschnittliche Größe ist 490 Quadratmeter.

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Erstellt:
8. November 2019, 11:30 Uhr

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