Geht den Kickers die Kraft aus?

Die Stuttgarter Kickers haben mit dem 1:3 beim FSV Frankfurt eine Riesenchance verpasst. Gehen den Blauen auf der Zielgeraden die Kraft und Energie aus?

Frust pur auch bei Kickers-Nachwuchsmann Mario Borac nach der Niederlage beim FSV Frankfurt

© imago//Peter Hartenfelser

Frust pur auch bei Kickers-Nachwuchsmann Mario Borac nach der Niederlage beim FSV Frankfurt

Von Jürgen Frey

Stuttgart - Sie waren nicht griffig, sie waren nicht aggressiv, sie wirkten nicht frisch, sondern saft- und kraftlos. Die Spieler des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers haben beim 1:3 beim FSV Frankfurt die Tugenden vermissen lassen, die sie lange Zeit ausgezeichnet haben. „Ich habe nicht gesehen, dass wir bereit waren, den nächsten Schritt zu machen. Wir haben eine große Chance verpasst. Das ist sehr, sehr schade“, sagte Sportdirektor Marc Stein.

Durch die Niederlage am Bornheimer Hang beträgt der Vorsprung auf Verfolger TSG Hoffenheim II statt möglicher fünf weiterhin nur zwei Punkte, der VfB Stuttgart II ist vor dem Derby am Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion, 6550 Tickets sind weg) auf vier Zähler herangerückt. Auch wenn der Aufsteiger besser dasteht, als jeder erwartet hat, steigt der Druck von außen deutlich. „In diesem Stadtduell steckt jetzt noch mehr Brisanz, das wird ein heißes Derby. Auch der VfB wird alles dafür tun, drei Punkte zu holen, um oben dabeizubleiben“, ist sich Stein sicher.

Wie aber gehen die Blauen mit dem Rückschlag um? Welche Impulse werden gesetzt? „Wir werden uns zusammensetzen und alles erst einmal genau analysieren“, sagen Trainer Mustafa Ünal und Stein unisono. In Frankfurt drängte sich der Eindruck auf: Der Tank wird zusehends leerer, das Energie- und Kraftlevel sinkt in allen Bereichen. Nach dem intensiven WFV-Pokal-Spiel gegen Drittliga-Spitzenreiter SSV Ulm (0:2) unter der Woche vielleicht auch irgendwo verständlich. Aber die Kickers müssen schon die komplette Runde immer an ihr Limit gehen, um erfolgreich zu sein. Gelingt das nicht, tun sie sich enorm schwer, Punkte zu holen. Denn mit überdurchschnittlichen Einzelspielern ist das blaue Kollektiv im Vergleich zur Konkurrenz an der Spitze nicht bestückt.

Zu diesen wenigen herausragenden Individualisten gehörte lange Zeit Felix Dornebusch. Der Kickers-Keeper spielte eine fehlerfreie Hinrunde, war die Zuverlässigkeit in Person. Seit ein paar Spielen leistet sich der 29-Jährige immer wieder Patzer, zunächst ohne große Auswirkungen aufs Ergebnis, zuletzt gegen den SSV Ulm und nun in Frankfurt waren die Fehler spielentscheidend.

Ob ein Torwartwechsel vier Spieltage vor Schluss Sinn ergibt? „Nein, das geht mir nicht durch den Kopf, aber wir werden bei allen genau hinschauen“, sagt Ünal. „Man muss auch aufpassen, dass man nicht noch eine größere Baustelle aufmacht“, ergänzt Stein und erinnert auch an Glanzparaden von Dornebusch, die Punkte retteten, wie etwa kurz vor dem 1:0-Siegtreffer kürzlich gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

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Erstellt:
22. April 2024, 22:08 Uhr
Aktualisiert:
23. April 2024, 21:58 Uhr

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