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Gemeinderat genehmigt Inklusionskonzert

Andrea Berg und der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald laden Menschen mit Behinderung zur „Heimspiel“-Generalprobe ein

Schlagerkönigin Andrea Berg hat ein Herz für Menschen mit Handicap. Archivfoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Schlagerkönigin Andrea Berg hat ein Herz für Menschen mit Handicap. Archivfoto: A. Becher

Von Silke Latzel

ASPACH. Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald feiert kommendes Jahr seinen 40. Geburtstag. Eine gute Gelegenheit, um bei Andrea Berg nachzufragen, ob sie nicht Botschafterin des Walds werden will, dachte man sich in der Geschäftsführungsebene des Naturparks Aus zeitlichen Gründen musste die Schlagerkönigin leider ablehnen, allerdings bot sie dem Naturpark eine Alternative, die nun gemeinsam ausgearbeitet wurde: Die Generalprobe zu ihrem „Heimspiel“ – das Ende Juli an zwei Tagen in der Mechatronik-Arena im Fautenhau stattfinden wird – soll zu einem Gratiskonzert für Menschen mit Behinderung und ihren Begleitern werden. Insgesamt 3000 Karten sollen in sechs Landkreisen an Organisationen und Einrichtungen verteilt werden, die mit Menschen mit Handicap arbeiten.

SPD-Fraktion stimmt gegen die Ausnahmegenehmigung

Bernhard Drixler, Geschäftsführer des Naturparks, stellt diese Idee am Montagabend im Gemeinderat Aspach vor. Denn es lag an den Ratsmitgliedern, zu entscheiden, ob die Veranstaltung stattfinden kann oder nicht. Warum? Laut der Polizeiverordnung dürfen in einem Monat nur maximal zwei Großveranstaltungen in der Mechatronik-Arena stattfinden. Der Gemeinderat kann allerdings Ausnahmen zulassen. Insgesamt dürfen pro Jahr in der Arena nur fünf Großveranstaltungen stattfinden.

Wer nun richtig mitgezählt hat, kommt mit Andrea Bergs „Heimspiel“, das an zwei Tagen stattfindet und somit als zwei Veranstaltungen gilt, und dem Auftritt der Band Pur, die ebenfalls im Juli auf der Bühne stehen, bereits auf drei Großveranstaltungen. Schon für das Konzert der Popgruppe aus Bietigheim-Bissingen erteilte der Gemeinderat im Juli eine Ausnahme, drei Gegenstimmen kamen damals nur von der SPD-Fraktion (wir berichteten). Als Konzert Numero vier gilt also jetzt das Inklusionskonzert des Naturparks zur „Heimspiel“-Generalprobe. Und wieder war es die SPD-Fraktion, die keine Ausnahmegenehmigung erteilen wollte.

Drixler warb mit viel Enthusiasmus für die Veranstaltung: „Wir wollen sie unter dem Motto ,Heimat. Natur. Heimspiel‘ bewerben und somit auf die besondere Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Das Konzert würde etwa eineinhalb Stunden dauern und am späten Nachmittag beginnen.“ Da die Generalprobe für das „Heimspiel“ ja so oder so stattfinden würde, müsse man nur rechtzeitig den Transport der Konzertbesucher und die Anfahrt organisieren. „Wir wollen etwas Besonderes schaffen. Und für die Gemeinde Aspach wäre das sicher auch ein Imagegewinn.“ So sah es auch Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff: „Eine solche Inklusionsveranstaltung hätte eine Außenwirkung, die sich auszeichnet.“

Doch für die komplette SPD-Fraktion galt auch dieses Mal: Keine Ausnahme. Karlheinz Stäudle sagte: „Das wäre eine große Belastung für die Aspacher Bürger, deshalb möchte ich nicht zustimmen.“ Das sahen seine Ratskollegen Gerd Raichle, Markus Kaumeyer (beide Freie Wählervereinigung) und Peter Hanisch (CDU und Bürgerliche Liste) allerdings anders. Sie waren sich einig: Den Lärm der Generalprobe habe man doch sowieso schon, die Uhrzeit sei auch in Ordnung und das jetzt noch die Anfahrt für 3000 Menschen geregelt werden muss, die vermutlich sowieso in großen Bussen anreisen würden, sei nicht so schlimm. „Das Konzert ist eine Supersache für die Menschen und Aspach“, fasste Hanisch lobend zusammen. Und da die anderen Gemeinderäte das auch so sahen, wurde dem Inklusionskonzert mehrheitlich eine Ausnahmegenehmigung erteilt – es kann also stattfinden.

Info
Mickie Krause im Mai

Nicht im Juli, sondern im Mai findet ein weiteres Konzert in der Mechatronik-Arena statt: Mickie Krause kommt am Mittwoch, 29. Mai, im Rahmen des Bezirkspokal-Finales nach Aspach und spielt dort im Anschuss an die Siegerehrung. Erwartet werden etwa 3000 Zuschauer. Somit wird insgesamt die Anzahl der Großveranstaltungen, die in der Arena stattfinden dürfen, 2019 nicht überschritten, denn die Polizeiordnung sieht maximal fünf vor.

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Erstellt:
19. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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