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Gemeinsame Wärme für die Tausschulen

Während der Sommerferien werden an Backnangs Schulen 2,8 Millionen Euro verbaut. Ein großes Thema ist der Brandschutz. Der Anspruch ist, den Schulablauf möglichst wenig zu stören, sodass in den Gebäuden gerade Handwerkerhochbetrieb herrscht.

40 neue Türen öffnen sich, wenn die Schüler des Max-Born-Gymnasiums im September in ihre Klassenzimmer kommen. Sie sind Teil der Brandschutzsanierung an der Schule. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

40 neue Türen öffnen sich, wenn die Schüler des Max-Born-Gymnasiums im September in ihre Klassenzimmer kommen. Sie sind Teil der Brandschutzsanierung an der Schule. Fotos: A. Becher

Von Nicola Scharpf

BACKNANG. Alle Jahre wieder halten Handwerker in den Sommerferien Einzug an den Backnanger Schulen. Es wird repariert, saniert, modernisiert, was das Zeug hält. Es werden Millionen Euro verbaut, was teilweise für Schüler und Lehrer kaum wahrnehmbar ist, wenn sie nach den großen Ferien an ihre Schulen zurückkehren. Manche Neuerung dagegen ist auf den ersten Blick sichtbar. Beispiel Max-Born-Gymnasium: Bis ins Jahr 2023 läuft hier die Brandschutz- und Innenraumsanierung des Schulhauses. Es ist ein großes Projekt von insgesamt 1,6 Millionen Euro Investitionsvolumen – Zuschussanteil 932000 Euro. „Zentrales Thema ist das Schaffen von zwei unabhängigen Flucht- und Rettungswegen“, sagt Andreas Stier. In diesen Ferien seien die Gewerke Trockenbau und Malerarbeiten an der Reihe, so der Leiter des Hochbauamts. Auch würden Türdurchbrüche von Klassenraum zu Klassenraum gemacht und bei rund 40 Klassenzimmern würden aus Brandschutzgründen die Klassentüren inklusive Zargen getauscht. Die Treppengeländer in beiden Treppenhäusern werden über alle vier Stockwerke hinweg um einen Aufsatz erhöht. Die Schule bekommt eine neue Brandmeldeanlage und es finden vorbereitende Elektroarbeiten für die Schuldigitalisierung statt.

Nicht nur am Max-Born-Gymnasium, auch in der Grundschule In der Plaisir ist der Brandschutz das dominierende Thema. Für 439000 Euro (Zuschuss 292000 Euro) wird in den Sommerferien im zweiten Bauabschnitt gearbeitet: Es werden Brandschutzelemente in den Fluren angebracht und ein zweiter, außen liegender Flucht- und Rettungsweg inklusive Notausgang wird geschaffen. Dafür wird ein Wanddurchbruch in der Gebäudehülle geschaffen. Anschließend wird ein neues Wandstück eingesetzt.

An der Schickhardt-Realschule liegt der Schwerpunkt dieses Jahr auf dem Fachraum Chemie. Wände, Böden, Decken, die Fachraumeinrichtung: Für rund 207000 Euro, so der Ansatz, wird hier saniert – Zuschuss 100000 Euro. In den nächsten Haushaltsjahren sind an der Realschule weitere Fachraumsanierungen vorgesehen, sodass sich die Gesamtinvestitionen auf etwa 837000 Euro belaufen werden. Die Nachbarin auf dem Schulcampus, die Mörike-Gemeinschaftsschule geht ebenfalls nicht leer aus. Die Baustelle hier befindet sich in luftigen Höhen: Für 500000 Euro (Zuschuss 200000 Euro) saniert eine Spezialfirma die Dachreiter.

In die Tiefe geht es dagegen zwischen Gymnasium in der Taus und Gemeinschaftsschule in der Taus. „Hier haben wir eine Besonderheit“, schildert Andreas Stier. „Die beiden Schulen hatten bislang voneinander unabhängige Wärmekonzepte.“ Das ändert sich nun. „Es gibt ein Contracting mit einer Nahwärmeleitung zwischen den beiden Schulen.“ Die Tiefbauarbeiten für die Nahwärmeleitung sind bereits erledigt. In den Sommerferien werden im Tausgymnasium eine Doppelkesselanlage und ein Blockheizkraftwerk installiert. Nach Inbetriebnahme soll in der Gemeinschaftsschule in der Taus die alte Heizungsanlage abgeschaltet und zurückgebaut werden. Kostenpunkt für das gemeinsame Wärmekonzept: 550000 Euro, finanziert über die Stadtwerke Backnang. Beide Schulen haben darüber hinaus ihre eigenen Baustellen. An der Gemeinschaftsschule läuft der fünfte und letzte Bauabschnitt mit Kosten von rund 600000 Euro. Die 2014 begonnene Sanierung kommt mit der Instandsetzung von Klassenzimmern und der Entwässerung zu ihrem Ende. Im Gymnasium sind dieses Jahr die Klassenräume auf Ebene sechs an der Reihe: Trockenbau, Maler- und Bodenarbeiten, Installationen für die Digitalisierung. Außerdem wird der Hörsaal zu einem Mehrzweckraum umgebaut. Bis 2023 werden ins Tausgymnasium 1,3 Millionen Euro investiert – Zuschuss 616000 Euro.

Insgesamt werden in diesem Sommer an Backnangs Schulen Bauarbeiten in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro erledigt. „Das ist ein Haufen Geld. Da ist jetzt überall Hochbetrieb an den Schulen“, so Stier. Das Schulhaussanierungsprogramm, über das der Großteil der diesjährigen Bauarbeiten an Backnangs Schulen finanziell abgewickelt wird, hat eine Laufzeit von 2018 bis 2023. In dieser Zeit profitieren elf Backnanger Schulen von Investitionen in Höhe von 10 Millionen Euro. Der Anspruch ist, möglichst viele Bauarbeiten störungsfrei für den Schulbetrieb zu erledigen. „Wir versuchen, alle Bauarbeiten in den Ferien zu erledigen. Es ist schon anspruchsvoll, das Programm durchzuziehen.“

Was derzeit nach Absperrung und Vergitterung aussieht, dient dem Herstellen eines Flucht- und Rettungswegs. Im neuen Wandstück an der Plaisir-Grundschule entsteht ein Notausgang.

© Alexander Becher

Was derzeit nach Absperrung und Vergitterung aussieht, dient dem Herstellen eines Flucht- und Rettungswegs. Im neuen Wandstück an der Plaisir-Grundschule entsteht ein Notausgang.

Investitionen in den umliegenden Schulen

Sulzbach an der Murr: An der Lautereck-Realschule beginnen die Sanierungsarbeiten an der Dachfläche und der Fenster einschließlich Sonnenschutz. Zudem sollen die Werk- und Technikräume saniert und die Erneuerung und Erweiterung der EDV-Verkabelung vorgenommen werden. Gesamtvolumen: 1,9 Millionen Euro (Zuwendung 1,55 Millionen Euro).

Murrhardt: Am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium wird der Chemieraum 2.10 für etwa 150000 Euro umgebaut, die Flachdächer werden für rund 200 000 Euro saniert. An der Walterichschule kostet die Erneuerung von Böden rund 50000 Euro.

Großerlach: Das neue Lehrerzimmer soll fertiggestellt werden und im ehemaligen Lehrerzimmer wird das künftige Rektorat eingerichtet. Das seitherige Rektorat soll dann zur Schülerbücherei umgebaut werden. Gesamtkostenrahmen: etwa 20000 Euro. Im Außenbereich soll ein Grünes Klassenzimmer mit Pult, Sitzgelegenheiten, Pavillon in Vorbereitung auf dem Weg zur Naturparkschule angelegt werden. Kosten: 20500 Euro, bezuschusst aus dem Leader-Regionalbudget mit 13760 Euro.

Allmersbach im Tal: In der Grundschule Im Wacholder wird in den Sommerferien 2020 und 2021 in zwei Bauabschnitten die Heizungsanlage saniert. Kosten für die gesamte Maßnahme: rund 128600 Euro. Zusätzlich werden die ersten Maßnahmen im Zuge des Medienentwicklungsplans an der Grundschule umgesetzt. Das sind eine strukturierte Netzwerkverkabelung, WLAN-Infrastruktur und digitale Tafelsysteme mit Beamern in den Klassenzimmern. Kosten: etwa 37000 Euro, zu 80 Prozent über den Digitalpakt Schule finanziert.

Weissach im Tal: Im Bildungszentrum stehen Fußbodensanierung, Malerarbeiten, Elektro- und Sanitärreparaturen an. Außerdem werden weitere Vorbereitungen für den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen getroffen. Kosten insgesamt: 60000 Euro.

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Erstellt:
18. August 2020, 06:00 Uhr

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