Gemeinschaft feiern beim 45. Kirchberger Bürgerfest

Die Kirchberger Vereine bieten den Besuchern ein abwechslungsreiches kulinarisches und auch unterhaltsames Angebot.

Musikalisch umrahmt wird das Fest unter anderem vom Musikverein Kirchberg.Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Musikalisch umrahmt wird das Fest unter anderem vom Musikverein Kirchberg.Foto: Alexander Becher

Von Simone Schneider-Seebeck

Kirchberg an der Murr. „Wenn die Kirchberger Rathausglocke schlägt, dann ist Bürgerfestzeit in Kirchberg“, so eröffnete das Gemeindeoberhaupt Frank Hornek pünktlich um 17 Uhr das mittlerweile 45. Bürgerfest. In diesem Jahr, so Hornek, beteilige sich sogar der Rems-Murr-Kreis dabei. Denn anlässlich seines 50-Jahr-Jubiläum kooperiere er mit jeder Gemeinde im Kreis, sodass man sich nicht nur über ein schönes Transparent, sondern auch eine Zuwendung freuen könne. Nach flammender Rede und gefühlt eineinhalb Schlägen beim Fassanstich wurde zügig ausgeschenkt. Musikalisch umrahmt vom Kirchberger Musikverein unter Leitung von Holger Wägerle und den Kindern der Kindertagesstätte Pfarrgartenstraße stand dem Festlesbetrieb somit nichts mehr im Wege.

Auch ein Gast aus Südafrika feiert mit

Längst wissen nicht nur die Einwohner diese Gelegenheit zur freundschaftlichen Zusammenkunft zu schätzen. „It’s really good. It is nice too see how a community comes together.“ Endel Strydom fühlt sich auf dem Kirchberger Bürgerfest sichtlich wohl. Seit Anfang Juni lebt er vorübergehend in der Gemeinde und das ist natürlich die perfekte Zeit für den Ort an der Murr, sich von seiner besten Seite zu präsentieren. Etwa mit einem Wetter, das den Südafrikaner seine Heimat kaum vermissen lässt. Oder eben diesem traditionellen Ereignis in der 4000-Seelen-Gemeinde, das auch ehemalige Kirchberger regelmäßig wieder an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehren lässt. Freunde und Bekannte treffen, ein Schwätzchen halten, bis ein energisches „Nein, Mama, du redest jetzt nicht mehr!“ des verzweifelten Nachwuchses weitertreibt – der Nachwuchs möchte sich selbstredend ebenfalls mit seinen Freunden treffen. So unwahrscheinlich ist es nicht, dass es durch einen Plausch hier und ein Hallo da durchaus etwas länger dauern kann, um das Festgelände zu durchqueren.

Wieder haben die Kirchberger Vereine und Institutionen einiges aufgefahren, um ihren Gästen aus nah und fern ein abwechslungsreiches kulinarisches und auch unterhaltsames Angebot zu bieten, vor allem am Sonntag geht es nicht nur um das Füllen eines hungrigen Magens. Wobei die Auswahl hierbei nicht so leicht fällt. Der Bäckerladen Braun, die evangelische Kirche, die freiwillige Feuerwehr, der Musik- und der Sportverein präsentieren Leckeres von Ofen und Grill, für den gepflegten Weingenuss bieten die Kirchberger Wengerter verschiedene Erzeugnisse. Der vor allem von den jüngeren Besuchern geliebte Süßwarenstand darf natürlich auch nicht fehlen.

Tanz bis spät in die Nacht und am Sonntag ein Gottesdienst

Überhaupt die Kinder – für die müsste das Bürgerfest eigentlich das beste Wochenende des ganzen Jahres sein. Denn am Samstag sieht man noch abends um 22 Uhr Dreikäsehochs mit großer Begeisterung vor der Bühne herumhüpfen, auf der die Partyband Montana dem Publikum einheizt. Ein Paar tanzt Discofox zu einem Marianne-Rosenberg-Medley, und zu späterer Stunde traut sich doch noch die eine oder der andere, sich zu den Klängen der Musik zu bewegen.

Nachdem der Samstagabend für viele Besucher erst spät geendet hat, beginnt der Sonntag doch etwas besinnlicher. Den gut besuchten Gottesdienst im Freien hält Esther Schaaf. In ihrer Predigt geht es um ein Fest, das vom Gastgeber liebevoll vorbereitet wurde, aber dem die eingeladenen Gäste voller Ausreden fernbleiben. Sie zieht den Vergleich mit dem Bürgerfest – was wäre, wenn die Kirchberger ausgerechnet an diesem Wochenende etwas anderes vorhätten und keiner kommen könnte? Und der Bürgermeister kurzerhand den Gemeinderat losschicken würde, um die in der Gesellschaft Benachteiligten einzuladen. „Das wird dann ein anderes Kirchberger Bürgerfest.“ Das Fest wird in diesem Gleichnis mit dem Glauben verglichen. Es gehe nicht darum, etwas zu tun, sondern etwas anzunehmen, zur Ruhe zu kommen, aufzuatmen. Und auch die Gemeinschaft zu genießen, wie es viele der Besucher an diesem Wochenende tun.

Stromausfall dauert nur kurz

Am Sonntag ist für die Jugend viel geboten. Zahlreiche Kinder nutzen etwa die Möglichkeit, Dachböden und Kinderzimmer zu durchforsten, um Bücher und Spielsachen neuen Besitzern zuzuführen. „Der Dachboden muss leer werden“, so eine Mutter, die mit ihren Sprösslingen schon seit Jahren beim Kinderflohmarkt vor der Kelter dabei ist.

Daneben gibt es das Kinderprogramm „Frohe Arche“ der evangelischen Kirche, Kinderschminken, Bastelangebote, den heißen Draht und während des ganzen Festbetriebs locken Dosenwerfen und Glücksrad mit schönen Preisen.

Ja, das Bürgerfest darf sich sogar rühmen, bei der Rettung eines Vereins mitgewirkt zu haben. Im vergangenen Jahr hatte es beim Steckenpferd gar nicht mehr so gut ausgesehen, es fehlte an engagiertem Nachwuchs. Doch durch einen Aufruf um Mithilfe und die Möglichkeit, sich direkt vor Ort während des Bastelangebots mit den Vereinsmitgliedern auszutauschen, konnten neue Mitglieder gewonnen werden.

Ein bisschen Aufregung durfte auch nicht fehlen. Doch ein kurzer Stromausfall konnte schnell behoben werden und auch ein Martinshorn schreckte die Festbesucher vollkommen unbegründet auf – die Fahrer des Krankenwagens hatten sich auf dem Weg zum Bahnhof verirrt und konnten schnell auf den richtigen Pfad geleitet werden.

 Den Fassanstich absolviert Bürgermeister Frank Hornek souverän. Danach ist das Fest zur Freude der vielen Besucher eröffnet.

© Alexander Becher

Den Fassanstich absolviert Bürgermeister Frank Hornek souverän. Danach ist das Fest zur Freude der vielen Besucher eröffnet.

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Erstellt:
19. Juni 2023, 06:00 Uhr

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