Geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit im August

Der Arbeitsmarkt im Kreis ist mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit ins zweite Halbjahr gestartet. Der Endspurt bei der Ausbildungsvermittlung hat begonnen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Beginn des zweiten Halbjahres leicht gestiegen. Foto: Berthold Bronisz/pixelio.de

© Berthold Bronisz

Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Beginn des zweiten Halbjahres leicht gestiegen. Foto: Berthold Bronisz/pixelio.de

WAIBLINGEN (pm). Die Zahl der Arbeitslosen ist innerhalb der letzten vier Wochen um 882 Personen auf insgesamt 11747 Menschen gestiegen. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent. Sie liegt damit um 0,2 Prozent höher als noch im Juli. „Der Anstieg der Arbeitslosen entspricht dem Anstieg im selben Zeitraum der Vorjahre. Wie immer in dieser Jahreszeit spüren wir im August vor allem die Ferienzeit und das Ende von Ausbildungen. Dies hat vermehrt Arbeitslosmeldungen zur Folge und weniger Stellenzugänge“ beschreibt Frank Klingenberg, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit, die aktuelle Arbeitsmarktsituation.

Der übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-jähringen hat sich dieses Jahr in den August verlagert, da Corona bedingt, die im Juli üblichen Prüfungen teilweise verschoben wurden. So sind im Vergleich zum Vormonat 216 junge Menschen mehr gemeldet. Insgesamt suchen 1331 junge Menschen eine Arbeitsstelle, dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent und liegt somit 0,8 Prozent höher als im Vormonat und 1,7 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Baden-Württemberg weit liegt die Quote bei 4,8 Prozent.

Insgesamt meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 2368 Personen arbeitslos, darunter 882 aus einer Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 114 Menschen weniger. Im gleichen Zeitraum konnten 1873 ihre Arbeitslosigkeit beenden, darunter 660 mit Aufnahme einer Beschäftigung. Dies waren im Vorjahresvergleich 6 Menschen mehr.

Betrachtet man die Verteilung der Arbeitslosen auf die beiden Rechtskreise sind 58 Prozent (6813 Personen) der Arbeitslosen bei der Agentur gemeldet, 42 Prozent (4934 Personen) beim Jobcenter. „Personen, die sich nach einer Beschäftigung arbeitslos melden, haben in der Regel Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Außerdem wurde für Personen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld zwischen dem1. Mai und 31. Dezember 2020 ausgelaufen ist, beziehungsweise ausläuft, das Arbeitslosengeld I um drei Monate verlängert, sodass für diesen Personenkreis eine Antragstellung für Arbeitslosengeld II noch nicht erfolgt ist“, erklärt Klingenberg die unterschiedliche Entwicklung der Quoten.

In Baden-Württemberg sind aktuell 294396 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 4,6 Prozent und ist somit 0,2 Prozent günstiger als im Rems-Murr-Kreis.

Der Trend steigender Zugangszahlen bei Arbeitsstellen setzt sich im August nicht weiter fort. Es wurden von den Unternehmen 577 neue Stellen gemeldet und damit 3 weniger als im Vormonat (361 weniger als im Vorjahresmonat). Der Bestand an Arbeitsstellen hat um 88 auf 2087 zugenommen (+4,4 Prozent) liegt aber im Vergleich zum Vorjahr bei minus 34 Prozent. Arbeitsstellen gemeldet wurden insbesondere aus dem Bereich Lager/Logistik/Schutz und Sicherheit (jetzt 429, das heißt ein Plus von 73 im Vergleich zu Juli) und im Bereich Gesundheit/Soziales/Lehre und Erziehung (jetzt 345, +47). Weniger Stellen gab es dagegen im Bereich Produktion/Fertigung (–29) und im Bereich Verwaltung/Recht/Unternehmensorganisation (–11).

Endspurt Ausbildung – die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind zum Ende des Ausbildungsjahres weiterhin gut Einschränkungen durch die Coronapandemie hatten einen völlig anderen Schulalltag zur Folge. Deshalb hat sich der eine oder andere Schulabgänger mit Bemühungen um einen Ausbildungs-/Studienplatz vielleicht zurückgehalten und nun keinen Plan, wie es weitergeht. „Ein beruflicher Abschluss bietet aber die besten Chancen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz und die Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Es lohnt sich, in den nächsten Wochen nochmals Gas zu geben und sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen“, sagt Klingenberg.

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Erstellt:
2. September 2020, 16:00 Uhr

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