„German Wunderkind“: Menje vielleicht doch nach Tokio

dpa Bydgoszcz. Para-Shootingstar Merle Menje könnte nach ihrem fast sensationellen Debüt bei der Leichtathletik-EM in Bydgoszcz vielleicht doch an den Paralympics teilnehmen. Die erst 16-Jährige hatte einen Start bei den Spielen ab Ende August in Tokio eigentlich nicht vorgesehen, doch Bundestrainerin Marion Peters öffnete nach Merles zwei Gold- und zwei Silbermedaillen in Polen die Tür. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bezeichnete die Rennrollstuhl-Fahrerin aus Singen als „Superstar der EM“ und „German Wunderkind“.

„Sie hat die Norm knapp noch nicht, aber sie hat gezeigt, dass sie voll konkurrenzfähig ist“, sagte Peters: „Sie hat sehr großes Talent gepaart mit Fleiß und Ehrgeiz. Deshalb sage ich: Wenn wir noch genügend Slots bekommen, um Athleten zu melden, ist sie eine heiße Favoritin. Sie hat es sich verdient und es wäre eine sehr, sehr gute Investition in die Zukunft.“ Menje habe „vermutlich eine sehr gute Karriere vor sich“, sagte Peters. Und die Spiele in Tokio seien „eine Riesenchance, um für Rennverläufe, taktisches Verhalten oder die Streckenauswahl Erfahrungen zu sammeln“.

Letztlich müsse das aber die Teenagerin selbst entscheiden. „Klar würde mich Tokio reizen“, sagte Menje, nachdem sie ursprünglich vorhatte, 2022 bei den Winterspielen in Peking im Skilanglauf ihr Paralympics-Debüt zu geben und im Sommer erst in Paris 2024 zu starten. „Die Athletin steht immer im Mittelpunkt. Sie muss die Entscheidung mittragen“, sagte Peters. Deshalb müsse man mit allen Beteiligten, der Familie und den Trainern, „alle Für und Wider abwägen“. Schließlich soll die Teenagerin nicht in der Euphorie des Moments verheizt werden.

© dpa-infocom, dpa:210606-99-880938/2

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Erstellt:
6. Juni 2021, 11:28 Uhr

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