Gesundheitserklärungen für Schüler: SPD kritisiert Prozedere

dpa/lsw Stuttgart. Jeder Schüler muss zum Schulbeginn dokumentieren, dass er weder mit dem Coronavirus infiziert ist noch Kontakt mit Infizierten hatte. Allerdings hat er dafür eine ganze Woche Zeit. Das ist nicht gut, findet die SPD.

Andreas Stoch spricht im Landtag von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Andreas Stoch spricht im Landtag von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Kurz vor Schulbeginn hat die SPD im Landtag ein „Chaos um die Gesundheitserklärungen“ kritisiert. Diese sollen Schüler in der ersten Schulwoche als Bestätigung dafür mitbringen, dass sie beispielsweise weder mit dem Coronavirus infiziert sind noch Kontakt zu Infizierten hatten. „Zuerst hatte das Kultusministerium erklärt, dass am kommenden Montag kein einziges Kind ohne Gesundheitserklärung in die Schule kommen dürfe“, sagte Fraktionschef Andreas Stoch am Samstag. „Doch weil die entsprechenden Formulare zu spät an die Schulen kamen, ist das plötzlich passé. Nun kann es sein, dass Schüler, deren Gesundheitsstatus völlig unklar ist, eine Woche lang im Klassenzimmer sitzen.“

Das Kultusministerium sagte hingegen, man habe Eltern und Schülern ausreichend Gelegenheit geben wollen, die Gesundheitserklärungen durchzulesen und auszufüllen. Es handele sich hierbei um ein pragmatisches Vorgehen. „Keine Schülerin und kein Schüler soll in der ersten Schulwoche vom Schulbesuch ausgeschlossen werden, wenn die Gesundheitserklärung noch nicht am ersten Tag vorliegt“, erklärte dazu eine Sprecherin des Ministeriums.

Außerdem werde bereits durch das Betreten des Schulgeländes erklärt, dass keine Corona-Symptome vorlägen oder Kontakt zu Corona-Infizierten bestand. „Die Gesundheitserklärung zielt darauf ab, die Vorgaben und Ausschlussgründe nochmals bewusst zu machen und dies zu dokumentieren“, sagte die Sprecherin.

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Erstellt:
12. September 2020, 18:17 Uhr

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